Gelb-rot-grüne Fahnen, laute Sprechchöre und Verkehrsbehinderungen: In Schwenningen demonstrierten mehrere Hundert Kurden.
Verkehrsbehinderungen am Sonntagnachmittag in Schwenningen – diese eher ungewöhnliche Situation hatte einen besonderen Auslöser: Kurden demonstrierten in Schwenningen und bewegten sich vom Schwenninger Bahnhof über die Alleenstraße zur Stadtmitte. Auf dem Marktplatz schließlich versammelten sich die Demonstranten lauthals – Sprechchöre wurden laut, mit Inbrunst schwenkten manche ihre gelb-rot-grünen Fahnen.
Ihr Engagement widmeten sie an diesem Sonntagnachmittag in Schwenningens Mitte der kritischen Lage in Nordsyrien und dem Protest gegen das iranische Mullah-Regime – so wie in vielen anderen deutschen Städten am Wochenende ebenfalls.
Das Polizeipräsidium in Konstanz sprach auf Nachfrage von 300 bis 400 Teilnehmern, die sich an dem Protestzug beteiligt hatten, vor Ort war stufte man die Anzahl der Demonstrierenden mit 500 bis 600 Teilnehmern etwas höher ein.
Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz
Gelbe Fahnen mit rotem Stern, Transparente mit der Aufschrift „Widerstand ist Leben“ und „Solidarität mit Rojava“ – also den kurdisch besiedelten Gebieten an der türkischen Grenze – machten bei der Abschlusskundgebung klar, worum es bei dieser pro-kurdischen Demonstration ging, die nach Informationen unserer Redaktion ansonsten ohne besondere Vorkommnisse über die Bühne ging.
„Die Ereignisse in Syrien überschlagen sich“, ist auf einem Handzettel, der bei der Demo verteilt wird, zu lesen und: „Die Situation ist verdammt ernst“. Der deutschen Regierung unter Friedrich Merz werfen die Demonstranten vor, kein Interesse am Fortbestehen „der einzigen Demokratie im Nahen und Mittleren Osten“ zu haben und einen Staat mit sozialistischen Elementen abzulehnen.
Veranstalter der angemeldeten Demonstration war das Antiimperialistische Treffen VS. Bereits im Verlauf der Woche gab es Berichte über einen Aufmarsch kurdischer Anhänger in Schwenningen, während dann auch eine spontane Gegenaktion von einigen pro-syrischen Aktivisten gegeben habe, blieb dieses Mal auf Nachfrage bei der Polizei „alles friedlich“.