Zum Neujahrsempfang in Bad Dürrheim hat unser Leser einige kritische Anmerkungen.
Es ist schon erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit der Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Dürrheim auftritt und in eigener Sache dargelegt wird, dass unter anderem eine Wertschöpfung mit rund 100 Millionen Euro generiert werde und das finanzielle Gesamtergebnis der KuBä durchaus die Stadt entlasten würde.
Wohlgemerkt handelt es sich um eine GmbH mit einer üblicherweise anzutreffenden Geschäftsleitung, die im Wesentlichen für die operativen Entscheidungen der Gesellschaft (begrenzt) verantwortlich zeichnet und die Geschäfte der laufenden Verwaltung regelt. Mehr auch nicht.
Die Besonderheit und damit ein wesentlicher Unterschied zu anderen Gesellschaften ergibt sich in diesem Fall dadurch, dass die KuBä-GmbH einem gemeinderätlich besetzten Aufsichtsrat mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden in Person des Bürgermeisters der Stadt Bad Dürrheim an der Spitze verantwortlich zeichnet. So auch nachzulesen im Impressum auf der Internetseite der KuBä – allerdings ganz unten in der endlosen Aufzählung und schwer zu finden.
Die Grundsatzentscheidungen für die KuBä werden – sofern man dem Glauben schenken darf – vom gemeinderätlichen Aufsichtsrat gefällt.
Aufteilung der Rollen nicht nachvollziehbar
Insofern ist nicht nachvollziehbar, weshalb beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Dürrheim – und nicht der KuBä-GmbH – die wesentlichen Ausführungen zur finanziellen, wirtschaftlichen Lage und einer Weiterentwicklung der KuBä nicht durch den Bürgermeister als AR-Vorsitzenden erfolgen, sondern durch den Geschäftsführer. Bemerkenswert.
Der Oberbürgermeister der benachbarten Großen Kreisstadt würde keinem der kommunalen GmbH-Geschäftsführer erlauben, bei einem solchen Anlass wie einem Neujahrsempfang der Kommune Visionen und Projekte vorzustellen und damit die Hoheit der Kommune auch nur ansatzweise in Frage zu stellen. Der in der gleichen Ausgabe der Zeitung vom 12. Januar enthaltene Artikel „Optimismus trifft auf knappe Kassen“ vom Neujahrsempfang der Stadt Villingen-Schwenningen lässt zumindest keinen anderen Schluss zu.
Verantwortung und Verpflichtung für Weiterentwicklung
Der Bürgermeister der Stadt Bad Dürrheim sollte die KuBä nicht nur als „Unsere Lebensversicherung“ proklamieren, sondern auch eine für eine Lebensversicherung durchaus machbare gute Dividende sorgen und einfordern.
Als Aufsichtsratsvorsitzender haben er und der Aufsichtsrat dank ihrer Funktion die Verantwortung und Verpflichtung auf eine wirtschaftliche vertretbare Weiterentwicklung der KuBä einzuwirken.
Zumindest der Aufsichtsratsvorsitzende der KuBä hätte dies bei einem solchen Anlass wie einen Neujahrsempfang der Gemeinde klar zum Ausdruck bringen müssen. Dies ist seine Aufgabe.
Peter Grabherr, Bad DürrheimSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.