Bei der Kur und Bäder GmbH Bad Dürrheim startet Maximilian Klaiber als Azubi – und landet völlig unerwartet an der bundesweiten Spitze. Doch was brachte ihn dorthin?
109 Spitzenauszubildende hat die IHK bundesweit ausgezeichnet – einer davon ist Maximilian Klaiber, inzwischen ausgelernter Kaufmann für Tourismus und Freizeit bei der Kur und Bäder GmbH Bad Dürrheim. Wie er zum besten Auszubildenden seiner Fachrichtung wurde und was ihn an seiner Arbeit so fasziniert – wir haben nachgefragt.
Mehr als 100 Personen habe die Kur und Bäder GmbH schon ausgebildet, erklärt Geschäftsführer Markus Spettel. Kreisbesten-Ehrungen seien bei den Azubis schon häufig dabei gewesen, ergänzt die Ausbildungsbeauftragte Heidi Schmider – aber eine Landes- und Bundes-Ehrung noch nicht. Unter 250 000 Prüfungsteilnehmern in ganz Deutschland habe Klaiber sich in diesem Jahr als Einziger in diesem Berufsbild so hervorgehoben.
Schmider, die seit mehr als 40 Jahren die Auszubildenden im Unternehmen betreut, fügt hinzu: Bereits im Vorstellungsgespräch habe sich Klaibers Talent für den Beruf des Kaufmanns für Tourismus und Freizeit herauskristallisiert. Umso glücklicher sei man nun, dass die Kur und Bäder GmbH ihn auch nach der Ausbildung für ihr Team gewinnen konnte, fügt Spettel hinzu.
Ein ganz besonderer Moment
Schon während eines Schulpraktikums in einem Hotel- und Gastronomiebetrieb habe Klaiber seine Leidenschaft für die Arbeit mit Menschen entdeckt, erzählt der 22-Jährige. Auch sein freiwilliges ökologisches Jahr habe ihn dann in seinem Vorhaben bestärkt, Kaufmann für Tourismus und Freizeit zu werden.
Schon nach kurzer Zeit in seiner Ausbildung fühlte er sich in seiner Entscheidung bestätigt. Besonders deutlich wurde ihm das in einem ganz bestimmten Moment: Eine ältere Dame hatte ihre Uhr im Saunabereich vergessen. Nach einer kleinen Suchaktion entdeckte Klaiber sie auf einem Spind und informierte die Besitzerin.
Am nächsten Tag holte die Dame ihre Uhr ab – nicht ohne dem 22-Jährigen ein kleines Dankeschön zu überreichen. Solche kleinen Gesten wie das Wiederfinden eines Gegenstands seien es, die Menschen glücklich machen und ihm selbst ein gutes Gefühl geben, erklärt Klaiber.
Ungeduldige oder gereizte Gäste
„Kein Tag ist wie der andere“, beschreibt der 22-Jährige seine Ausbildung und seine jetzige Arbeit vorwiegend im Solemar. Die tagtäglichen Aufgaben in den verschiedenen Bereichen – Gesundheit, Kur, Bäder und Tourismus – seien sehr abwechslungsreich. Daher wisse er nie, was sein Tag mit sich bringe.
Aber nicht nur die Aufgaben unterscheiden sich voneinander, sondern auch die Gäste. Diese hätten immer unterschiedliche Fragen und Anliegen – von der Reservierungsanfrage über Terminvereinbarungen bis hin zum Ticketverkauf. So werde es nie langweilig, meint der Schwenninger.
Auch von ungeduldigen oder gereizten Gästen lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Denn „man erlebt den Gast im Hier und Jetzt“, erläutert er. Was jemand zuvor erlebt hat, wisse man nicht – deshalb nehme er schlechte Laune nicht persönlich. Mit Geduld und gegebenenfalls Unterstützung der Kollegen lasse sich auch immer eine passende Lösung finden, erklärt Klaiber optimistisch.
Der absolute Morgenmensch
Arbeitsstress oder den Wunsch morgens noch länger im Bett zu bleiben, kenne der Schwenninger daher nicht. „Ich bin ein absoluter Morgenmensch“, fügt er schmunzelnd hinzu. Und auch Wochenenddienste machen ihm nichts aus. „Ich mag Menschen – und ich will arbeiten“, stellt Klaiber fest.
In einem Punkt habe er sich allerdings erst einmal schwergetan – der Berufsschule. An das Schulbankdrücken habe er sich erst wieder gewöhnen müssen, meint der Schwenninger. Mit einer verkürzten Ausbildung auf zwei Jahre und einem Schnitt von 1,0 gehörten diese Anfangsschwierigkeiten jedoch schnell der Vergangenheit an.
Dass diese Leistung letztlich eine Auszeichnung wert sein würde, sei ihm bewusst gewesen, erklärt der 22-Jährige – dass er jedoch als bundesweit bester Kaufmann für Tourismus und Freizeit in Berlin ausgezeichnet werden würde, habe er allerdings nicht erwartet.