Das fünfköpfige Vorstandsteam des Kunstvereins Trossingen mit Lothar Schmidt (von links), Jutta Merkt-Schmidt, Siegrid Bruch, Erwin Haisch und Jo Derichs hat 2025 vieles bewegt, um den Verein in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Foto: Ingrid Kohler

Für die Jahresausstellung hat der Kunstverein Trossingen ein vielfältiges Thema aufgegriffen.

Die Aktivitäten des Kunstvereins seien für die Stadt Trossingen sehr wertvoll „und haben Strahlkraft weit über die Region hinaus“, betonte Bürgermeisterstellvertreter Gustav Betzler bei der Vernissage der Jahresausstellung.

 

Die ehemalige Vorsitzende Jessica Rühmann nahm die Besucher zunächst mit auf eine Zeitreise durch die Kunsthistorie mit symbolischen Sehnsuchtsorten von der Romantik über den Orientalismus und den Exotismus bis hin zur Gegenwartskunst. „Heute sind Sehnsuchtsorte in der Kunst vielschichtig und oft auch persönlich“.

Wie vielschichtig die Sichtweisen der Künstler des Kunstvereins zum Thema Sehnsuchtsorte sind, erläuterte Rühman mit einem kleinen Rundblick durch die Ausstellung. Zahlreiche reale Sehnsuchtsorte der Künstler führen nach Japan, in die Arktis, die schwedischen Wälder, Kroatien, Galazien, Santorin und mehr.

Auf einem Tryptichon von Martin E. Kramer mit dem Titel „dorthin“ sind Menschenmengen zu sehen, die sehnsuchtsvoll den Berg hinaufstreben. Das farbenfrohe Gemälde von Christiane Jennert mit dem Titel „Blumeninsel“ zeigt eine melancholische, sehnsuchtsvolle Frau, die erste Fau von Graf Lennart Bernadotte, dem Gründer der Blumeninsel Mainau. Christiane Jennert sagt zu ihrem Werk „Die Blumeninsel ist ein magischer Ort, ein Sehnsuchtsort für mich. Jedes Jahr zieht es mich, meist zur Tulpenblüte dorthin“. Eine Tulpe ist neben den geometrischen Flächen, die an die Blumenbeete erinnern, auch im Bild zu sehen. Auch mehr oder weniger symbolische Sehnsuchtsorte gibt es zu entdecken.

So thematisiert Gerhard Messen die Musik als seinen Ort der Sehnsucht und gibt seinen drei Werken einen Ausspruch von Chopin an die Seite, der sagte „Die Musik soll den Eindruck vermitteln, als schaue man auf einen Ort, der in einem tausend zauberhafte Erinnerungen wachruft“. Auch das warme Licht in der Dunkelheit vom Sonnenuntergang über Abendstimmung mit Mond bis zu funkelnden Lichtern der Stadt wurde von einigen Künstlern aufgegriffen, so von Achim Korherr in seiner Fotografie „Das letzte Glühen“, ein Foto aus dem Birk-Areal, mit erleuchteten Fenstern, ein Blick, den es im Zuge der Sanierungen im Birk-Areal so nicht wieder geben wird.

Die Jahresausstellung des Kunstvereins ist im Konzertsaal der Bundesakademie, Hugo-Hermann-Straße 22, bis Samstag, 6. Dezember, täglich von 11 bis 17 Uhr im Konzertsaal der für musikalische Jugendbildung zu sehen.