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Kunstturnen Erleichterung über Lockerungen groß

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Ob es in diesem Jahr wieder Meisterjubel in Schiltach geben wird? Foto: Schleeh

Wie alle Sportler/Innen sind auch die Geräteturner durch die Corona-Pandemie ausgebremst worden. Nachdem es zu ersten Lockerungen gekommen ist, ist die Erleichterung beim TV Schiltach groß.

Das Training findet natürlich unter strengen Richtlinien und Hygienevorschriften statt. "Also im Training sind wir seit Anfang Juni wieder. Ungefähr zwei Wochen davor haben wir bereits im Freien auf der Leichtathletikanlage oder mit Geräten (Barren und Pferd) unter freiem Himmel mit leichten Übungen angefangen. Bis dahin haben wir uns durch Homework­outs fit gehalten", berichtet Tom Nakic, Turner des VEGA-Turnteams des TV Schiltach.

Bis Anfang Juli galten noch die strengeren Auflagen, keine Hilfestellungen (da direkter Kontakt verboten), maximal zehn Personen in der Halle, jeder Turner an einem eigenen Gerät, keine größere Ausdauerbelastung und das Übliche wie Anwesenheitslisten, Desinfektion und so weiter. "Im Gegensatz zu anderen Mannschaften aus unserer Liga (TG Allgäu und KTV Ries - bayrische Mannschaften und darum strengere Vorschriften) konnten wir recht früh mit dem Trainingsbetrieb starten. Wir waren zu diesem Zeitpunkt seit knapp drei Monaten nicht mehr an den Geräten. Niemand von uns musste jemals länger ohne richtiges Gerätetraining auskommen", erzählt Tom Nakic und fügt an: "Da das Training an den Geräten im Turnen unverzichtbar ist, haben wir natürlich langsam aufbauen müssen, sind inzwischen aber wieder auf einem guten Niveau."

Jugend darf wieder an Geräte

Umso mehr freut sich Jörg Behrend, der nun die Rolle des Cheftrainers beim TV Schiltach übernommen hat – der bisherige Coach Andreas Feigel ist künftig Co-Trainer: "Die Jungs sind sehr motiviert und mit der nötigen Konzentration im Training."

Seit 1. Juli gelten neue Verordnungen. Somit darf auch wieder die Jugend an die Geräte. Die Deutsche Turnliga (DTL) hat inzwischen die 3. Liga und Regionalliga bei den Frauen abgesagt. Der Badische Turnerbund cancelte nach einer Befragung all seiner Vereine ebenso die Ligawettkämpfe der Frauenstaffeln. Dies bedeutet für das Damenteam des TV Schiltach, dass bis ins nächste Jahr nur Trainingseinheiten anstehen. Jörg Behrend sieht dabei auch einen positiven Aspekt, "dass wir diese Zeit nutzen können, um Nachwuchsturnerinnen gezielt aufzubauen. Sollten es die Bedingungen in einigen Monaten erlauben, wäre auch ein Testwettkampf gegen einen anderen Verein möglich."

Wie es in der 2. Bundesliga der Männer weitergehen soll, ist erst seit Kurzem bekannt. Der Start ist für Mitte Oktober geplant. Dabei sollen die 2. Bundesliga Nord und Süd, die jeweils acht Mannschaften umfassen, nochmals in zwei Gruppen geteilt werden. Jede Riege absolviert somit drei Wettkämpfe. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe ermitteln in einem Halbfinale und Finale den Meister, der dann in die 1. Bundesliga aufsteigen wird. Absteiger gibt es keine, zumal für 2021 eine Neuordnung der Ligastruktur vorgesehen ist.

Den Kunstturnern steht damit ein "straffer Fahrplan" bevor, auch wenn es noch keine genauen Termine für die Wettkämpfe gibt. Denn auch internationale Events wie die EM in Baku sollen nach derzeitigem Stand in diesem Jahr ausgetragen werden. Abgesagt wurde dagegen am Montag (20. Juli) das "Turnier der Meister", das seit 1979 ununterbrochen in Cottbus stattfindet.

Insgesamt ist man beim TV Schiltach alles andere als begeistert, wie die Kommunikation seitens der DTL mit den Vereinen abläuft. Tom Nakic: "Der Ligaverband hat zusammen mit den Erstliga-Vertretern über die Köpfe der 2. und 3. Liga hinweg über die Saison entschieden. Großmundig hatte die Führung der DTL davor noch versprochen, eine Video-Konferenz mit ›allen‹ Vertretern aus den Ligen zu veranstalten. Selbst einige Erstligisten wie die KTV Straubenhardt oder die TG Saar (beide mit zweiter Mannschaft in der 2. Liga Nord) sind gegen die diesjährige Wettkampfsaison und haben entsprechend dagegen gestimmt", was auch TVS-Trainer Jörg Behrend bestätigt.

Nicht nur beim TV Schiltach sieht man sich regelrecht gezwungen, an der Wettkampfsaison teilzunehmen, da die DTL auf ihre Statuten verweist und darauf besteht, dass neben der Liga-Gebühr auch die Strafgebühr für das Zurückziehen einer Mannschaft gezahlt werden soll. Wer zurückzieht, dem droht zudem ein Zwangsabstieg.

Fairplay im Sport geht anders – das trifft für Tom Nakic auch auf Antworten der DTL zu Fragen einiger Vereine zu. "Widersprüchlich und teilweise respektlos gegenüber dem ehrenamtlichen Engagement der Vereine." So habe sich die TG Allgäu an die DTL gewandt und angefragt, ob sie für diese Saison aussetzen können. Sie wissen nicht – genau wie der KTV Ries – wann sie den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen dürfen. Sportlich ungleiche Voraussetzungen also. Außerdem werden beide bayrischen Vereine wohl keine Freigabe der Hallen für die Wettkämpfe ab Oktober erhalten.

"Wir haben grundsätzlich nichts gegen eine Saison – vor allem mit Aussicht auf bis zu 500 Zuschauern ab September", betont Tom Nakic und meint weiter: "Der Modus mit "Turnier-Charakter" ist durchaus attraktiv. Doch das Vorgehen der DTL lässt uns auch nicht kalt. An der grundsätzlichen Planung und Ausführung gibt es unglaublich viele Kritikpunkte. Außerdem ließen sie uns seit Wochen im Unklaren, was nun die genaue Terminierung der Heim- und Auswärtswettkämpfe sowie Einteilung der Staffeln angeht."

Dem fügt TVS-Trainer Jörg Behrend an: "Die Sporthallen lassen sich ja nicht kurzfristig belegen, da es auch Termine anderer Vereine wie den Handballern gibt." Zumindest kam hier nun Licht ins Dunkel. Die 2. Bundesliga Süd A besteht aus den Vereinen TV Schiltach, TSV Buttenwiesen, VfL Kirchheim und TSV Pfuhl. Die Wettkämpfe sollen am 10. und 24. Oktober sowie am 14. November ausgetragen werden. Das VEGA-Turnteam des TV Schiltach hat zunächst einen Heimkampf gegen den VfL Kirchheim sowie Auswärtskämpfe beim TSV Pfuhl und TSV Buttenwiesen.

Und auch wenn Jörg Behrend derzeit noch nicht so recht glauben will, dass es zu einer Wettkampfsaison der Kunstturner kommen wird, sieht er seine Riege gut vorbereitet. "Unsere Turner sind auf einem hohen Leistungsniveau, können in den Übungen der Vorsaison sogar schon neue Elemente einbauen. Ohne äußere Einflüsse sehe ich uns in der Lage, dass wir das Ligafinale erreichen." Als stärksten Widersacher sieht der TVS-Trainer den TSV Pfuhl, der als Absteiger unbedingt zurück in die 1. Bundesliga will.

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