Mit „Three Doors“ wagt der Württembergische Kunstverein Stuttgart einen Blick auf die fremdenfeindlichen Morde in Hanau im Februar 2020. An diesem Samstag sprechen Eltern von zwei Opfern über ihre bitteren Erfahrungen.
Können die fremdenfeindlichen Morde von Hanau im Februar 2020 ein Thema der Kunst sein? Das Projekt „Three Doors“ im Württembergischen Kunstverein Stuttgart ist das beste Argument dafür. Was sonst wichtig ist? Wir geben Tipps.
Der doppelte Thomas Müller
Spannende Zeiten für den Stuttgarter Zeichner Thomas Müller: Am 8. Mai um 19 Uhr eröffnet das Kunstmuseum Stuttgart die Schau zum diesjährigen Sparda-Kunstpreis Kubus – und wie Gabriela Oberkofler und Jürgen Palmtag will auch Müller alle Blicke der Kubus-Jury auf seine Kunst ziehen. Von 9. bis 12. Mai sind zudem Werke Müllers auf der Kunstmesse Art on Paper Amsterdam zu sehen – am Stand der Stuttgarter Galerie Michael Sturm (Christophstraße 6).
„Fluid“ in der Galerie Mario Strzelski
Um Frauen, Natur, Misstrauen und Poesie geht es in der neuen Ausstellung der Galerie Mario Strzelski (Rotebühlplatz 30). Vor allem aber um Malerei. „Fluid“ zeigt Werke von Friederike Just und Tina Müller – an diesem Samstag von 13 bis 16 Uhr.
Peter Kleins Vermächtnis
Auch nach dem Tod von Sammler Peter Klein im Herbst 2023 geht die Arbeit in Kleins Sammlermuseum Kunstwerk in Eberdingen-Nussdorf (Siemensstraße 40) weiter. An diesem Sonntag, 5. Mai, um 11 Uhr startet die Schau „In der Tiefe. Hell“. Auf Wunsch noch von Peter Klein stehen Arbeiten des Malers Max Neumann im Mittelpunkt. Für überraschende Dialoge sorgen Werke der jungen Berliner Zeichnerin Ambra Durante, zudem Arbeiten von Angela M. Flaig, Anna Leonhardt und Andreas Grunert. Um 11 und um 15 Uhr gibt es eine Führung.
Comeback in Bad Cannstatt
Die Galerie Wiedmann in Bad Cannstatt (Tuchmachergasse 6) fügt sich ein in das erstaunliche Kultur-Comeback von Stuttgarts größtem Stadtteil. An diesem Samstag um 19 Uhr wird die Schau „same same but different“ – konzipiert von Dajana Eisele – mit Arbeiten von Johannes Braig, Caro Krebietke, Minqi Sun und Chen Wang eröffnet.
Die offenen Wunden von Hanau
Einer der ersten Ermordeten des A ttentats vom 19. Februar 2020 in Hanau war Sedat Gürbüz. Er wurde in seiner Midnight Shisha Bar am Heumarkt erschossen. Hamza Kurtović und Said Nesar Hashemi wurden am zweiten Anschlagsort, der Arena-Bar in Hanau Kesselstadt, getötet. Sedat Gürbüz’ Mutter, Emiş Gürbüz, und Hamza Kurtović’ Vater, Armin Kurtović, ringen seither um Erinnern und um Aufklärung. An diesem Samstag, 4. Mai, sprechen sie in der Ausstellung „Three Doors“ im Württembergischen Kunstverein Stuttgart im Rahmen einer Führung von 14 bis 16 Uhr über ihre bitteren Erfahrungen. „Ich finde keine Ruhe und deshalb gebe ich auch keine Ruhe“, sagt Emiş Gürbüz.