Die Albstädter Ski-Akrobatin Emma Weiß will sich in Livigno in ihrer Disziplin Aerials für die Finaldurchgänge der besten zwölf am Mittwoch qualifizieren.
Die Qualifikation der Damen beginnt am Dienstag um 10.45 Uhr. Bis 12 Uhr heißt es Daumendrücken für die 26-jährige Ski-Akrobatin aus Albstadt. Die Top zwölf des ersten Tages springen dann am Mittwoch ab 10.30 Uhr noch einmal, das Finale der besten sechs ist dann am Mittwoch ab 12.30 Uhr geplant.
Emma Weiß hat sich in ihrer Sportart in die Weltspitze hochgearbeitet. Sie ist die einzige Olympionikin aus dem Zollernalbkreis und auch die einzige Athletin in Deutschland, die diesen imposanten Sport auf diesem Niveau betreibt.
2022 war sie auch schon bei den olympischen Spielen in Peking am Start. Vor vier Jahren verpasste sie den Einzug ins „Aerials“-Finale.
Kein Vergleich zu Peking
Covid überschattete ihre Olympia-Premiere. „Das war alles ein bisschen wie ein Fiebertraum“, blickt Weiß zurück, die damals aufgrund eines erhöhten PCR-Werts lange um den Start bangen musste.
Sie sei jetzt nicht nur im Zimmer eingesperrt, sondern könne auch mal rausgehen, erzählt Weiß. Und auch Verwandte und Freunde können nach Livigno kommen, um sie zu unterstützen. Diese Unterstützung ist für die 26-Jährige durchaus ungewohnt, denn im Weltcup springt sie meist fern der Heimat. Die besten Athleten ihres Sports kommen aus China, USA, Australien und Kanada.
Kaum Hilfe vom Verband
Emma Weiß wird unterstützt von ihrem Vater Armin Weiß, der in Albstadt eine Ballettschule betreibt. Ohne Förderstrukturen im Rücken musste die Ski-Akrobatin ihren Weg zu den Olympischen Spielen komplett eigenständig gestalten.
Das Schoko-Verbot
Die 26-jährige Emma Weiß versucht, vor dem olympischen Auftritt cool zu bleiben. Dazu gehört auch ein strikter Ernährungsplan. Auf Schokolade muss sie rigide verzichten. „Insgesamt läuft es bei mir gut, was du reingibst, bekommt du auch raus“, sagt die Albstädterin und betont, das sei sehr wichtig. Bei der Eröffnungsfeier war die sympathische Ski-Akrobatin nicht, da sie sich voll auf das Training fokussieren wollte.
Vertrauen auf Gott
„Ich habe in Livigno eine Gebetsgruppe gegründet – mit ganz vielen Leuten, die ich so kenne aus Finnland, den USA, der Schweiz und auch Deutschland. Da betet seit einigen Tagen jeden Abend jemand anders mit mir. Und sie werden auch an den Wettkampf- und Trainingstagen mit mir fasten“, betont die gläubige Christin. „Da fühle ich mich wirklich sehr getragen.“
Perfektion und Schwierigkeit
Aerials ist die olympische Wintersportart mit den höchsten Sprüngen, den meisten Saltos und den schnellsten Schrauben. Dabei liegt der Fokus auf Perfektion und Schwierigkeit.
Auf ihrer Homepage stellt sich Emma Weiß so vor: „Mein Name ist Emma Weiß und ich kann fliegen.“ Und weiter: „Meine große Leidenschaft bestimmt mein Leben und nichts kann mich an meinen Zielen hindern. Gestartet im kleinen, schönen Schwabenland und jetzt ist die Weltspitze mein Zuhause.“
Bereit für Olympia
Intensive Trainingstage im schweizerischen Airolo liegen hinter der Ski-Freestylerin aus dem Zollernalbkreis. Nun ist sie bereit für den olympischen Wettkampf.