Charles Bamberger junior mit einem echten Schatz – einem Dali Foto: Andreas Fischer

Großvaters Taschenuhr, das Gemälde vom Dachboden – wer weiß da schon, was diese Schätze wert sind. Klarheit kann da die Kunstsprechstunde in Freudenstadt bringen.

Mit seiner Kunstsprechstunde nach dem Prinzip der ZDF-Show „Bares für Rares“ ist das Mannheimer Auktionshaus am Samstag, 31. Mai, zu Gast in Freudenstadt im Hotel Schwarzwald.

 

In ganz Deutschland ist das Team unterwegs, um immer samstags in verschiedenen Städten für Kunst – vom Ölgemälde über Aquarelle und Grafiken bis zu Skulpturen –, Schmuck, Münzen, Armband- und Taschenuhren, Silber und Edelsteine Expertisen vorzunehmen. Denn auf diese Dinge hat sich das Auktionshaus spezialisiert.

Zum Expertenteam gehören Charles Bamberger senior, der Initiator der Kunstsprechstunde, sein Sohn Aaron Gärtner, der inzwischen das „Mannheimer Auktionshaus & Dekor“ in der vierten Generation leitet, und sein Neffe Charles Bamberger junior. Zum Unternehmen zählen die Standorte Mannheim, Ziegelhausen bei Heidelberg und Miltenberg im Fränkischen. Für 2026 ist auch eine Niederlassung in Hechingen geplant.

Resonanz unterschiedlich

Möbel gehören nicht zum Portfolio – zumindest nicht mehr. Denn der Markt sei total eingebrochen, erklärt Gärtner. Sei ein Frankfurter Wellenschrank in D-Mark-Zeiten noch für bis zu 100 000 Mark gehandelt worden, so bringe er heute noch 2000 Euro. Gärtner geht allerdings davon aus, dass sich der Markt für Möbel wieder erholt. Beim Porzellan beschränke sich das Auktionshaus auf Meissener Porzellan. Denn auch altes Porzellan wird wenig nachgefragt. „Die Leute wollen nicht mehr mit der Hand spülen“, sagt Gärtner.

Die Resonanz bei den Kunstsprechstunden sei unterschiedlich. Manche Termine kommen auf bis zu 100 Besucher, davon der größte Teil mit Termin, manche auf 20 bis 40.

Ein wahrer Schatz

Gibt es da manchmal auch echte Überraschungen? Gärtner erzählt von einer Frau, die eine Skulptur mitgebracht habe, deren Wert sie auf 20 bis 30 Euro geschätzt hat, ein Berliner Bär von Renée Sintenis. Geschätzt wurde die Bronzefigur auf 6000 Euro. „Die Dame ist fast vom Stuhl gekippt“, erinnert sich Gärtner.

Einen wahren Schatz habe eine Frau zu einer Sprechstunde im Saarland mitgebracht: ein Ölgemälde von Chagall. Die Frau sei sich gar nicht bewusst gewesen, was sie da mitgebracht hatte, sei von einem Wert von bis zu 200 Euro ausgegangen. Geschätzter Wert: 600 000 bis eine Million Euro. Das Bild sei zurzeit zur Prüfung in Paris. Wie es danach weiter geht, werde dann mit der Kundin besprochen.

Charles Bamberger senior beim Begutachten eines alten Schmuckstücks. Foto: Aaron Gärtner
läuft so eine Kunstsprechstunde

Bei der Kunstsprechstunde können Interessierte am Samstag, 31. Mai, von 10 bis 17 Uhr im Hotel Schwarzwald im Helene-Frey-Weg 2 in Freudenstadt ihre Wertgegenstände kostenfrei schätzen lassen. Es wird empfohlen, im Vorfeld unter Telefon 0621/48 20 69 19 oder 0176/60 43 14 32 einen Termin zu vereinbaren. Aber auch ohne Termin ist ein Besuch möglich. Das sei dann aber mit einer gewissen Wartezeit verbunden, so das Auktionshaus.