Die Sommerakademie der Kunstschule Hohenstein hat Tradition und erfreut sich großer Beliebtheit. Das Einzugsgebiet reicht mittlerweile von Stuttgart bis zum Bodensee. Wir haben den Akteuren über die Schulter geschaut.
Den kunstinteressierten Schülern und solchen, die es noch werden wollen, im Sommer künstlerische Workshops anzubieten – das war die Idee für die Sommerakademie der Kunstschule Hohenstein, die vor 24 Jahren zum ersten Mal stattfand. Und bis heute erfreut sich das Sommerangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene großer Beliebtheit.
Großes Einzugsgebiet
„Ich komme aus Herrenberg“, erzählt eine der Teilnehmerinnen. Sie sei über das Internet auf das Angebot aufmerksam geworden und jetzt das zweite Jahr mit am Start. Mehrere Tage lang an einem Projekt arbeiten zu können, das genießt sie sehr. Das bestätigt auch eine weitere Teilnehmerin, die mit ihrem Mann dabei ist. Die beiden sind aus Balingen. „Wir haben den Flyer für die Sommerakademie in einem Museum mitgenommen und sind ganz begeistert“, sagt sie. Die Begeisterung für das Tun ist insgesamt groß, egal in welchen Workshop man blickt.
Stadtgeschichten auf Leinwand
Bunte Wolkenkratzer, dunkle Straßenfluchten, Menschen, Autos und mehr finden auf den Bildern des Workshops „Stadtgeschichten“, den Gabriele Schuller leitet. Die Öl-Spachteltechnik, die hier angewendet wird, sorgt nicht nur für Plastizität, sondern auch für Dynamik in den Bildern. „Es ist aber gar nicht so einfach“, sagte eine der Teilnehmerinnen, während sie mit einem Malmesser die Details bearbeitet. „Das Problem ist, dass das Bild nur aus einiger Entfernung richtig wirkt. Man muss immer wieder mit Abstand schauen, ob alles passt, dann kann es weiter gehen“, ergänzt eine andere.
„Again and again“ ist der Workshop von Marja Scholten-Reniers betitelt. Jeder der Künstler hat gleich eine ganze Reihe kleinformatiger Bilder vor sich liegen, teils mit floralen Motiven, Porträts oder verschiedenen Formen. „Immer wieder fertigen wir neue kleinere Bilder an und ‚immer wieder – again and again‘ nehmen wir sie uns vor, manche Bildelemente bleiben stehen, andere werden übermalt oder wir lassen sie leicht durchscheinen“, erklärt die Dozentin.
Ganz unterschiedliche Techniken
Auf genaues Ausarbeiten kommt es hier nicht an, sondern vielmehr darauf, das Bild immer wieder neu zu betrachten. „Das fällt aber gar nicht so leicht“, gibt eine Teilnehmerin zu. Immer wieder kommen andere Techniken zum Einsatz. Aus einem gegenständlichen Gemälde wird eine Collage, durch Linien und Flächen entstehen spannende Wechselwirkungen. Die Teilnehmer haben sichtlich Spaß. Und passt mal ein Bild nicht so ganz, dann wird es einfach aussortiert.
Kunstschulchefin Elke Bäcker ist mit den Anmeldungen sehr zufrieden. Alle Workshops, auch das Urban Sketching, der experimentelle Holzschnitt und die Aquarellskizzen sind ebenfalls gut gebucht. „Und vor allem waren wir in diesem Jahr schnell ausgebucht“, freut sie sich. Nur die Bildhauerei stieß auf wenig Interesse, so dass der Workshop nicht zustande kam. Im Anschluss an die Kurse gab es auch eine kleine Vernissage mit den Arbeiten aus allen Angeboten und viele der Teilnehmenden freuen sich schon jetzt auf die Sommerakademie 2025.