Der Kunstrasenplatz in Balingen ist in keinem guten Zustand mehr. Foto: Ungureanu

Der Gemeinderat hat am Dienstag über einen Förderantrag zur Sanierung des Kunstrasenplatzes abgestimmt. Das Gremium war geteilter Meinung.

Mit Spannung wurde am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung auf den Tagesordnungspunkt 5, Erneuerung des Kunstrasenplatzes, hingefiebert. Unter den Zuschauern waren einige TSG-Fußballer und Turnerinnen des Vereins. Sie alle erlebten eine denkbar knappe Abstimmung mit.

 

Bevor Oberbürgermeister Dirk Abel die Debattenrunde startete, ging er auf die mittlerweile doch langwierige Geschichte Kunstrasen und die entsprechenden Sanierungspläne ein.

Kunstrasenplatz hat eine lange Vorgeschichte

So wurde bereits vor Jahren das Thema in Ausschüssen und Gemeinderatssitzungen behandelt – „unter anderem auch schon vor meiner Amtszeit“, erklärte Abel. Vor einem Jahr beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung damit, einen Förderantrag für die Sanierung zu stellen – vorausgesetzt die Finanzlage gibt es her.

„Das tat sie im vergangenen Jahr nicht. Nun sehen wir seitens der Verwaltung aber die Notwendigkeit und die Mittel gegeben, und schlagen vor, einen Förderantrag auszuarbeiten und fristgerecht einzureichen“, sagte Abel.

Über diesen Beschluss wurde vor der Abstimmung noch mal intensiv diskutiert. Freie Wähler und Grüne reichten vorab einen Antrag ein, indem sie sich für eine Teilreparatur des Kunstrasenplatzes aussprachen – Kostenpunkt 150.000 Euro. Die komplette Sanierung beläuft sich – Fördergelder mit eingerechnet – auf knapp 2 Millionen Euro.

Wolfgang Hallabrin: Wir lehnen den Antrag ab

„Was die Fußballabteilung der TSG leistet, ist großartig, keine Frage. Auch der Zustand des Platzes ist schlecht, das wissen wir“, gab Erwin Feucht (Grüne) zu. Dennoch: Er sehe mit Blick auf die Längenfeldschule, die Straßen und die Sozialbetreuung noch viele andere Punkte, wo wenig oder keine Gelder vorgesehen sind. „Mit den knapp 2 Millionen Euro könnten wir auch mehrere andere Wünsche erfüllen.“

„Wir lehnen den Antrag der Verwaltung ab, denn er kommt zur Unzeit“, sagte Wolfgang Hallabrin (Freie Wähler). „Es geht nicht nur um den Kunstrasen, auch die Hallen sind in schlechtem Zustand.“

Tatsächlich wurden verstärkt in den vergangenen Wochen Sorgen anderer Abteilungen der TSG wie die der Turner oder der Footballer laut, die über mangelhafte Trainingsbedingungen klagten.

Sehr knappes Abstimmungsergebnis

Auch Dominik Ochs von der SPD zeigte sich skeptisch: „Wir müssen verantwortungsvoll mit den Geldern der Stadt umgehen. Ich glaube nicht, dass es ratsam ist, diesen Schritt vor der Ausarbeitung der geplanten Sportstättenkonzeption zu vollziehen.“ Die SPD unterstütze deshalb den Antrag der Grünen und Freien Wähler, so Ochs.

Klaus Hahn (CDU): „Wir stimmen geschlossen für den Antrag der Verwaltung. Wenn wir noch länger warten, wird das gesamte Projekt nur noch teurer.“ Auch die AfD und Teile der FDP schlossen sich an und wollten für den Antrag votieren.

Das Ergebnis war dann entsprechend knapp. Letztlich votierten 15 Räte für den Beschluss, den Förderantrag einzureichen und 13 dagegen – bei drei Enthaltungen. Besonders brisant: Am Abend fehlten die Räte Peter Seifert (Grüne) und Angela Godawa (SPD) entschuldigt. Wenn man davon ausgeht, dass sie sich ihrer Fraktion angeschlossen hätten, wäre das Projekt womöglich erneut gestoppt worden.