Der Hartplatz bei der Sport- und Freizeitanlage am Waldeck in Eschbronn hat mittlerweile Seltenheitswert. Foto: Herzog

Der Tennenplatz beim Sport- und Freizeitgelände am Waldeck könnte alsbald kostengünstig in einen Kunstrasenplatz umgebaut werden. Doch es gibt ein paar Hürden.

Der Hartplatz „Rote Erde“ gegenüber dem Sportheim des SV Mariazell hat eigentlich schon Seltenheitswert. Von seiner Art gibt es in der Region nur noch wenige davon. Er ist allerdings der einzige Allwetterplatz, der dem SVM und dem FV Locherhof zur Verfügung steht.

 

Seit der Herstellung im Jahre 1983 bereitet er aber mit Wildwuchs immer wieder Kummer und Kosten. Letztmals wurde er 2013 ertüchtigt. Eine Umwandlung in einen Kunstrasenplatz war wiederholt Thema der beiden Fußball spielenden Vereine, scheiterte jedoch an finanzieller Machbarkeit.

Nun aber kommt wieder Bewegung in die Sache. Wie Bürgermeister Franz Moser in der Sitzung des Gemeinderats bekannt gab, sei vom FV Locherhof und SV Mariazell eine erneute Anfrage bei der Gemeinde zum Umbau des Hartplatzes in ein Kunstrasenspielfeld eingegangen. Auslöser sei ein Projektaufruf für das neue Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ des Bundesbauministeriums von Mitte Oktober.

Eine Milliarde an Fördermitteln

Insgesamt sollen 2026 bis 2028 hierfür eine Milliarde Fördermittel durch den Bund bereitgestellt werden. Förderfähig seien bauliche Anlagen, die primär der Ausübung des Sports dienten. „Die Umwandlung in Kunstrasenplätze ist also grundsätzlich förderfähig“, stellte der Bürgermeister fest.

Antragsberechtigt seien nur Städte und Gemeinden. Der Bund beteilige sich bei Projekten mit 45 Prozent an den Gesamtausgaben. Das Programm enthalte eine Klausel, wonach Kommunen in finanzieller Haushaltsnotlage in den Genuss von bis zu 75 Prozent Förderung kämen. Eine Kumulierung der Förderung für das gleiche Projekt aus anderen öffentlichen Fördergebern wie beispielsweise das Land sei ebenfalls möglich. Die maximale Förderhöhe läge dann bei 90 Prozent, schilderte Moser.

Neuer Platz kostet knappe Million

Bei der Umgestaltung des Tennenplatzes in ein Kunstrasenspielfeld müssten die Drainage und die Flutlichtanlage ertüchtigt werden. Das Spielfeld brauche einen Aufbau mit Filterkies, Tragschicht, Elastschicht und Kunststoffrasen mit Linierung. Das Spielfeld müsse mit einer Pflasterung abgegrenzt und eingezäunt werden. Die Gesamtkosten würden auf circa 990 000 Euro geschätzt. Abzüglich der maximalen Fördermittel verbleibe eine Finanzierungslücke von 217000 Euro. Der Mindestanteil der Gemeinde läge bei 99 000 Euro (zehn Prozent). Die dann noch fehlenden Mittel könnten durch Spenden gesammelt werden.

Chance nicht sehr groß

„Das Problem ist, das Förderprogramm des Bundes ist dreifach überzeichnet. Die Chance, dass wir zum Zug kommen, ist nicht sonderlich groß“, räumte der Bürgermeister ein und ergänzte: „Es ist auch nicht klar definiert, wann eine Gemeinde sich in einem Haushaltsnotstand befindet. Das könnten wir mit dem erheblichen Investitionsstau begründen“. Moser und das Ratsgremium waren sie einig: „Wir probieren es. Eine Umsetzung funktioniert aber nur, wenn es die 90 Prozent gibt“.

Jetzt drängt die Zeit

Die Verwaltung muss nun ihre Hausaufgaben machen, denn für die Landesförderung gilt der 31. Dezember 2025 als letzte Frist zur Einreichung des Förderantrags. Der Antrag an den Bund zur Aufnahme ins Programm muss spätestens bis zum 15. Januar 2026 gestellt sein.

Nach Auskunft des Bürgermeisters findet bereits im Februar ein Haushaltsbeschluss des Bundes statt. Schon bald danach steht fest, ob die Gemeinde die Programmaufnahme geschafft hat. Wenn ja, muss dann ein Förderantrag gestellt werden. Einstimmig beschlossen die Räte unter der Voraussetzung einer 90-prozentigen Förderung den Hartplatz in einen Kunstrasenplatz umzubauen und die Förderanträge einzureichen. Die Maßnahme soll im Haushaltsplan 2026 eingeplant werden.