Lara Füller (Mi. oben) bejubelt ihren WM-Titel. Foto: Wilfried Schwarz/red

Lara Füller vom RKV Poppenweiler hat den größten Erfolge ihrer Karriere gefeiert. Bei der WM in Bremen holt sich die 25-Jährige im 1er Kunstradsport der Frauen den WM-Titel. Wie hat sie den Triumph erlebt? Was sind ihre weiteren Ziele?

Im Alter von vier Jahren hat Lara Füller mit dem Kunstradsport begonnen. 21 Jahre später ist sie am Ziel ihrer Träume. Wie geht es nach dem WM-Titel für die Sportlerin vom RKV Poppenweiler weiter?

 

Frau Füller, wie haben Sie Ihren WM-Titel gefeiert?

Erst einmal mit einer Dopingkontrolle (lacht). Im Anschluss daran bin ich vor der Halle durch ein Spalier von mitgereisten Familienmitgliedern und Freunden gegangen. Danach feierten wir in der WM-Partyhalle, bis das Licht anging.

Ihr Triumph war nicht unbedingt zu erwarten?

Es war super knapp, dass ich überhaupt ins Finale eingezogen bin. Mit der Winzigkeit von 0,63 Punkten Vorsprung auf Rang fünf hat das gerade noch so geklappt.

Wie kam es dann zu der Leistungsexplosion?

Am Finaltag habe ich noch einmal morgens ab 7 Uhr eine Stunde in der Halle trainiert. Wir haben ein, zwei Änderungen an der Kür vorgenommen, damit ich noch etwas mehr Sicherheit bekomme. Ich habe mir dann immer wieder gesagt, dass ich es kann und mir wurde auch immer wieder gesagt, dass ich es kann – daher bin ich mit einem guten Gefühl auf die Fläche gegangen.

Wer sagt einem, dass man es kann?

Unter anderem unser Bundestrainer Dieter Maute. Wenn so jemand das sagt, dann glaubt man das auch.

Welche Rolle spielte Ihr Heimtrainer?

Paul Jacek war beim Einfahren immer dabei, hat sich aber ansonsten weitgehend im Hintergrund gehalten, um die Zusammenarbeit mit Dieter Maute nicht zu stören. Aber es war total wichtig für mich, dass er dabei war. Er hat mir immer wieder Mut zugesprochen und Kraft gegeben.

Was bedeutet der WM-Titel für Sie?

Sehr, sehr viel. Seit ich vier Jahre alt bin, fahre ich Kunstrad, weil es mir Spaß macht. Aber natürlich träumt man als kleines Kind davon, Weltmeisterin zu werden und setzt sich das auch als Ziel.

Wie oft trainieren Sie?

Vier Mal in der Woche je drei Stunden auf dem Rad. Hinzu kommen an zwei Tagen Ausdauertraining und fast täglich Handstandtraining. So kommen 15 bis 20 Stunden in der Woche zusammen.

Sie arbeiten aber auch noch?

Ich bin Entwicklungsingenieurin in der Medizintechnik und arbeite 32 Stunden in der Woche bei einem Konstruktionsdienstleister in Zuffenhausen.

Was kommt nach der WM?

Nächste Woche ist Weltcup-Finale in Oberbüren in der Schweiz. Da freue ich mich, erstmals im regenbogenfarbenen WM-Trikot dabei zu sein. Ansonsten geht es in die Analyse der Saison und das Erlernen neuer Elemente, um diese dann in die Kür einzubauen.

Wie lässt sich ein WM-Titel toppen?

Durch das Erreichen weiterer persönliche Ziele. Ich möchte unbedingt noch neue Elemente erlernen und diese in meine Kür einbauen.

Wie groß ist die Hoffnung, dass Ihre Sportart olympisch wird?

Da sieht es eher schlecht aus. Wir haben zu wenig Nationen und zu wenig mediale Aufmerksamkeit. Wir müssten im ersten Schritt erst einmal Teilnehmer an den World Games werden. Mir ist nicht bekannt, dass da etwas in Aussicht steht. Von daher bin ich mir ziemlich sicher, dass ich in meiner Karriere an keinen Olympischen Spielen mehr teilnehmen werde, habe aber schon die Hoffnung, dass der Hallenradsport irgendwann mal olympisch wird.