Die Deutschen Meisterschaften der Kunstradfahrer in Lübbecke werden zum Triumph für die Fahrer aus dem Zollernalbreis. Philipp Rapp holt Gold und Jonas Beiter Silber.
„Das ist eine tolle Geschichte“, freute sich Bundestrainer Dieter Maute, der auch Rapps Vereinstrainer beim RSV Tailfingen ist. „Philipp hat damit nicht nur seinen ersten Titel bei der Elite im 1-er der Männer geholt, sondern auch dafür gesorgt, dass mal wieder eine Deutsche Meisterschaft nach Tailfingen geht. Das letzte Mal war das meines Wissens 2003 der Fall. Danach gab es noch Vizemeisterschaften durch Max Maute und Philipp.“
Erster DM-Titel für den RSV Tailfingen seit dem Jahr 2003
Der Bundestrainer war mit den Auftritten seines Schützlings in der Lübbecker Merkur Arena mehr als zufrieden. „In der Vorrunde hat Philipp, wie eingereicht, den Drehsprung dreifach gefahren, und er ist auch gut durchgekommen, obwohl die Kampfrichter sehr hart gewertet haben. Im Finale hat er dann den fünffachen Drehsprung gezeigt, auch weil die Ergebnisse der anderen Fahrer so waren, dass er Luft nach hinten hatte. Der ist ihm ebenso geglückt wie die erweiterte dreifache Lenkerstanddrehung. Es war durchweg eine gute Fahrt, die uns absolut zufrieden gestellt hat“, sagt Maute. Dies sahen auch die Kampfrichter so, die Rapp mit 209,12 Punkten, Rang eins und damit mit dem Deutschen Meistertitel belohnten.
Beiter bestätigt starke Saison mit Silber
Den Doppelerfolg perfekt machte Jonas Beiter vom RV Trillfingen, der mit 194,86 Punkten WM-Teilnehmer Linus Weber SV Kirchdorf (191,61) auf Rang drei verwies. „Jonas haut ein ums andere Mal ein gutes Ergebnis raus und kommt gut durch. Das ist fantastisch, dass Gold und Silber in den Zollernalbkreis gehen“, zollt Maute auch Rapps Konkurrenten großes Lob. Mehr als zufrieden war auch Beiters Trainerin Claudia Beiter. „Jonas ist im Finale eine ruhige und sehr starke Kür gefahren und hat sich damit die Silbermedaille geholt. Er hat sich diese Saison enorm entwickelt, super Leistungen gezeigt und dies bei den Deutschen Meisterschaften nochmals bestätigt. Das hat mich für ihn wahnsinnig gefreut.“
Der Trillfinger richtet den Fokus nun auf das Weltcupfinale
Während Beiter nun zwei, drei Tage Trainingspause einlegt und sich dann auf das Weltcupfinale in Öschelbronn am 15. November vorbereitet, ehe er dann neue Übungen für die nächste Saison in Angriff nehmen wird, geht es für Rapp nahtlos weiter. Denn schließlich warten auf den frisch gebackenen Deutschen Meister die Hallenrad-Weltmeisterschaften, die in diesem Jahr vom 7. bis 9. November in der EWS Arena in Göppingen ausgetragen werden.
Rapp bereitet sich auf die WM in Göppingen vor
„Am kommenden Wochenende findet in der Landessportschule in Albstadt der WM-Vorbereitungslehrgang für alle deutschen WM-Teilnehmer statt. Dann haben wir noch eine Trainingswoche, ehe dann am Mittwoch vor den Weltmeisterschaften die Anreise nach Göppingen beginnt“, gibt der Bundestrainer Einblick in die Planung auf die WM, bei der Rapp dann seine erste Goldmedaille einfahren will.
Für Carina Steinhilber läuft es in Lübbecke nicht gut
Nicht ganz so gut lief es bei den Deutschen Meisterschaften in Lübbecke für die dritte Starterin aus dem Zollernalbkreis, Carina Steinhilber vom RSV Tailfingen. „Sie hatte einen Pedalrutscher bei einem Übergang. Danach waren überall Ecken und Kanten in ihrem Programm drin. Sie musste auch zweimal vom Rad, und am Ende war dann die Zeit weg, so dass zwei Übungen auslassen musste“, beschreibt Maute die Fahrt seines Schützlings. So kamen für Steinhilber am Ende 126, 34 Punkte und Rang 16 zusammen. „Natürlich war Carina nicht zufrieden, so wie es für sie gelaufen ist. Aber ihr Hauptziel war ja die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, und das hat sie erreicht“, so Maute.