Philipp-Thies Rapp krönt seine perfekte Saison mit dem Gewinn des Weltcups und neuer Bestleistung. Jonas Beiter und Simon Köcher vervollständigen den Triumph.
Einen in mehrfacher Hinsicht denkwürdigen Abend erlebten die Zuschauer beim UCI-Weltcup-Finale im Kunstradfahren, das in diesem Jahr vom RSV Öschelbronn ausgerichtet wurde.
Denn nur eine Woche nach dem Gewinn des Weltmeistertitels im 1-er der Männer holte sich Philipp-Thies Rapp im Weltcup als Gesamtsieger die nächste Goldmedaille.
Ein perfektes Programm zum Abschluss
„Das war ein perfektes Programm zum Abschluss. Philipp hat die Saison mit einem Ausrufezeichen beendet“, war Bundestrainer Dieter Maute, der auch Rapps Vereinstrainer beim RSV Tailfingen ist, mit der Leistung seines Schützlings mehr als zufrieden. „Das ist eine perferkte Saison geworden für ihn. Philipp hat alle Titel geholt, die er holen konnte. Mit der neuen Bestleistung, eine Punktzahl, die unglaublich ist, im letzten Wettkampf der Saison hat er noch das I-Tüpfelchen drauf gesetzt.“
Emotionaler Abschied für Simon Köcher
Doch der Reihe nach: Emotional wurde es in der Halle, als sich Lokalmatador Simon Köcher, als Zweiter der vier Finalisten, auf sein Rad schwang. Denn es war die letzte Fahrt seiner Karriere. Mit 183,42 von 197,20 aufgestellten Punkten überflügelte er den Hongkongnesen Yam Nam Chan und wurde mit stehenden Ovationen für seine 18-jährige sportliche Laufbahn von seinem Publikum verabschiedet.
Jonas Beiter übernimmt die Führung
Da war es für den nächsten Starter, Jonas Beiter vom RV Trillfingen, gar nicht so leicht, den Schalter einfach umzulegen. Doch nach einem kleinen Tipper nach dem Lenkerhandstand zu Beginn fand er immer besser in sein Programm. Zwar musste Beiter noch einmal absteigen, bewältigte aber alle Übungen im fünfminütigen Zeitkorridor und setzte sich so mit 188,02 von 202,10 aufgestellten Punkten an die Spitze.
Der Weltmeister glänzt mit neuer Bestleistung
Doch dann kam der Weltmeister: Philipp-Thies Rapp startete gut in sein Programm, erweiterte seinen Drehsprung taktisch auf fünf Umdrehungen, was von den Kampfrichtern ebenso goutiert wurde, wie die taktische Erweiterung der Lenkerstanddrehung auf das Maximale. Und als auch noch das von Rapp als erstem Fahrer gezeigte neue Element, die freie Stützwaage, klappte, wurde dies vom Kampfgericht mit 212,92 von 214,90 aufgestellten Punkten belohnt – einer neuen persönlichen Bestleistung für den 23-jährigen Psychologie-Studenten, die ihm auch den Gewinn des Gesamt-Weltcups vor seinen deutschen Teamkollegen Jonas Beiter und Simon Köcher einbrachte.
Nach einer Pause folgt die Planung für die kommende Saison
„Das war ein schöner Abend, auch für den Zollernalbkreis mit dem Doppelsieg im Weltcup von Philipp und Jonas“, sagt Bundestrainer Maute. Doch der Blick der 58-Jährigen richtet sich bereits auf die neue Saison. „Nächste Woche ist nun erst mal Pause angesagt. Danach werden wir uns zusammen setzen, um einen Fahrplan für das nächste Jahr zu erstellen.“ Drei Themengebiete haben sich Trainer Maute und sein Schützling Rapp für die Saison 2026 vorgenommen.
Drei Themen stehen auf der Agenda
„Zum Einen wollen wir den Drehsprung im nächsten Jahr sicher bei fünf Umdrehungen haben und versuchen ihn auszuweiten. Dann wollen wir den Salto-Abgang wieder angehen und schauen, ob die Zeit im nächsten Jahr reif dafür ist, udn bei der Freien Stützwaage wollen wir auch die geschlossene Version angehen. Nun müssen wir überlegen, wie wir diese drei Dinge künftig priorisieren im Training, denn sie verändern das Training stark und wir wollen uns dabei nicht verzetteln. Schließlich heißt es für Philipp in der nächsten Saison, diese Titel, die er in diesem Jahr errungen hat, dann auch zu verteidigen.“