Die Künstlerin Tintin Patrone hat ein ungewöhnliches Projekt beim Kunstverein Global Forest gestartet. Unter dem Titel „Paraden zum Mitmachen“ lädt sie zu einer Klangprozession ein.
Mehrere Monate war die Künstlerin Tintin Patrone im Rahmen ihrer Resonanzlab-Residenz beim Kunstverein Global Forest zu Gast. Das dabei entstandene Projekt „Heidenei! Heavy Metal Accumulation“ findet am Freitag, 20. Juni, in St. Georgen und am Samstag, 21. Juni, in Radolfzell mit „Paraden zum Mitmachen“ einen ersten Abschluss.
Im Zentrum des Projekts stand die menschliche Stimme „als Medium für Verbindung, Widerstand und Transformation“. Dafür erarbeitete die Künstlerin, inspiriert vom traditionellen Schweizer Alpsegen, mit Sängern aus der Dreiländerregion Musikstücke.
Patrone war von November 2024 bis Februar 2025 bei Global Forest, nahm dabei Stimmen von über 200 Personen einzeln oder im Chor auf. Sie habe mindestens dreimal so viele Gruppen angeschrieben, wie am Ende zugesagt hätten, so die Künstlerin. Einige habe sie erst überzeugen müssen, andere seien gleich angesprungen.
Aus St. Georgen zum Mitmachen bewegen konnte sie den katholischen Kirchenchor unter Dirigent Josef Spath, den evangelischen Kirchenchor mit Kantor Jochen Kiene, Martina Schwarz mit einem Chor der Jugendmusikschule sowie Angela Hackbarth mit Kindern mit Migrationshintergrund.
Dazu kamen aus Solothurn der älteste Knabenchor der Schweiz und zwei Heavy Metal-Musiker. Aktiv beteiligt war auch Daniel Walsh aus Minnesota, der derzeit bei Global Forest ein Stipendium absolviert.
Hochschule begleitet Projekt
Unter dem Aspekt „Zukunftsängste“ begleitet wurde das Projekt von der Hochschule Furtwangen und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, mit Förderung durch den Wissenschaftsverbund der Vierländerregion.
Die erste Parade startet am Freitag, 20. Juni, um 17 Uhr auf der Sommerau beim Nockenkreuz, wobei laut Olsen Wolf, dem Vorsitzenden des Kunstvereins, Familie Nock viel Unterstützung bot. Das ganze soll laut Patrone einer ritualhaften Demonstration oder Prozession ähneln, so Patrone, die zuvor ein Manifest verlesen will.
Danach geht es unter Abspielen der von ihr produzierten Musikstücke zu Fuß bis zum Wasserhäusle am Nockenkreuz. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich singend, musizierend, tanzend oder nur lauschend zu beteiligen und dürfen gern eigene Instrumente mitbringen. Walsh wird vermutlich auf Gitarre und Schlagzeug mitspielen.
Malerischer Ort
Es gehe dabei um Gemeinschaft durch Stimme, erklärt Patrone. Der malerische Ort passe gut für eine Prozession, ergänzt Wolf. Am Ende steht ein „Listening-Picknick“, zu dem es neben Freibier kostenlos Brotskulpturen von Erika Obergfell zum Verzehr gibt. Gerhard Obergfell hat vor, 50 Tauben fliegen zu lassen.
Tags darauf findet eine ähnliche Prozession ab 13 Uhr in Radolfzell statt, von der Kaufhausstraße 1 bis zu „KFZ – Kunst für Zukunft“. Abschluss der Kunstaktion ist schließlich Ende Oktober eine Klanginstallation in den Räumen des Kunstvereins.
Weitere Informationen zur Teilnahme an den genauen Lokalitäten gibt es unter resonanzlab.net oder global-forest.com.