Die Ateliertür von Smitmans war bereits beim Töpfermarkt offen, der Ansturm und das Interesse groß. Foto: Barth

Mit Ava Smitmans hat sich jetzt eine in der Region weit bekannte Künstlerin in Burladingen niedergelassen. Ihr Atelier im Stadtteil Melchingen ist bereits eingerichtet, sie selber will auch bald umziehen.

Burladingen-Melchingen - Die Kunst, so erzählt sie einem Mitarbeiter unserer Redaktion, wurde Ava Smitmans schon in die Wiege gelegt. Der Vater war Kunsthistoriker, die Mutter Kunstlehrerin. So kam Ava, aufgewachsen in Tübingen, immer mit der Kunst in Berührung, unter der Anleitung der Großeltern machte sie ihre ersten Malversuche. Und trotzdem hatte sie sich erstmal für einen normalen Beruf entschieden und machte eine Lehre in der Krankenpflege.

Dann beschloss Ava Smitmans, ihr Hobby zum Beruf zu machen, und studierte an der Fachhochschule Ottersberg freie Kunst. Es folgte ein weiteres Studium an der HAW Hamburg im Fachbereich Gestaltung, Illustration, welches sie 2014 mit dem Diplom zur Designerin abschloss. Seither arbeitet Ava Smitmans als freischaffende Künstlerin und ist seit 2009 wieder im Raum Tübingen ansässig.

Jetzt ist die 52-jährige Künstlerin nach Melchingen gezogen. Zusammen mit ihrem Partner hat sie das Gebäude Unter den Linden 11 erworben, und beide zusammen setzten das etwas in die Jahre gekommenen Haus liebevoll in Eigenarbeit wieder in Stand. Das Atelier ist weitgehend fertiggestellt, so dass Ava Smitmans bereits darin arbeiten kann, der Rest wird nach und nach ausgebaut. So, dass spätestens in zwei Jahren der Umzug von Ofterdingen auf die Obere Alb vollends über die Bühne gehen kann.

Das alte Gebäude mit der Nähe zu Tübingen und zum Theater Lindenhof habe sie nach Melchingen gelockt, sagt sie. Schließlich besuchen doch viele Kunstliebhaber das Dorf auf der Alb. Dass in dem Gebäude ehemals ein Tante-Emma-Laden untergebracht war, freut die Künstlerin besonders. Im alten Verkaufsraum ist inzwischen ihr Atelier entstanden, und dort hat sie auch bereits eine Installation erstellt.

Auf kleinen mit der Schreibmaschine geschriebenen Zetteln stehen Geschichten, die von Nachbarn oder neugierigen Melchingern über den Laden erzählt wurden. Smitmans arbeitet am liebsten mit Mischtechnik, also Acryl, Kreide, Bleistift oder Buntstift. Ihre Erfahrung und ihr Können gibt sie gerne weiter und unterrichtet an verschiedenen Volkshochschulen von der Alb bis nach Böblingen.

Zurzeit arbeitet die Künstlerin am Kunstprojekt "Melchinger Betrachtungen". Sie geht im Dorf auf die Suche nach Alltäglichem, das man gerne mal übersieht, weil viele es belanglos finden. Smitmans möchte, wie sie sagt, "die Ecken aus der Unsichtbarkeit holen und zeigen, was daran sehenswert ist". Mit ihren Bildern möchte Smitmans die Stimmung zwischen Vergangenheit und Zukunft festhalten. Wenn sie durch Melchingen schlendere, freue sie sich, mit den Melchingern ins Gespräch zu kommen, um Einblicke und Geschichten aus dem Dorfleben zu erfahren, sagt sie.

Ihr Projekt wird gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Smitmans arbeitet auch im Museumsteam mit und hat sich bereit erklärt, als Schrankwart einen Blick auf den neu entstandenen Bücherschrank zu werfen. Ihr Atelier in Melchingen, Unter den Linden 11, hatte sie bereits anlässlich des Töpfermarktes geöffnet. Das Interesse der Besucher war groß.

Die Projekte, Stipendien und Kunstpreise der Künstlerin Ava Smitmann in jüngster Zeit waren unter anderem: von 2015 bis 2017 das große Stadtprojekt "Albstadtalb" mit dezentralen Ausstellungsorten, 2017 der Kunstpreis der Stadt Donaueschingen, 2017 das Stadtmalprojekt "rechts und links der B27 Ofterdingen". Im Jahr 2018 bekam sie das Stipendium Wilke-Atelier Bremerhaven und realisierte das Projekt "Jetzt Bremerhafen". 2018 kam dann das Stipendium des Frankfurter Kunstverein Frankfurt/Oder "Örtliche Erhebungen", 2019 gab es einen Gastaufenthalt in Stade mit Buchprojekt "Zur Zeit", 2019 Gastaufenthalt in Münsingen Projekt "ALB­RÄUME2". Derzeit läuft das Projekt "Melchinger Betrachtungen". Außerdem konnten die Bilder von Smitmans in einer Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen betrachtet werden. Infos und Weiterführendes gibt es unter www.atelier-ava-smit mans.