Kai Hohenfeld, Leiter des Kunstmuseums Albstadt, legte im Ausschuss für Soziales, Kunst, Schule und Sport Rechenschaft über seine Arbeit ab.
Seit dem vergangenen Jahr laufen die Wechselausstellungen nicht mehr nur drei bis vier, sondern vier bis acht Monate lang – dies, so Hohenfeld, gestatte es einerseits, Inhalte zu vertiefen, und andererseits, Geld und Arbeitszeit einzusparen.
Wobei der Direktor Wert auf die Feststellung legt, dass„wir hohe Ansprüche an unsere Ausstellungen stellen“. Die sollten nicht nur ästhetisches Wohlgefühl, sondern auch gedankliche Reibung erzeugen.
Bildung , Vermittlung und Inklusion haben einen hohen Stellenwert
Im übrigen werde jede Schau von einem attraktiven Veranstaltungsprogramm flankiert. Auch Bildung und Vermittlung komme ein hoher Stellenwert zu, wobei möglichst jede Altersgruppe angesprochen werden solle.
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal sei die Druckwerkstatt, in der die Besucher verschiedene druckgrafische Verfahren erlernen können.
Den „jungen kunstraum“ beschreibt Hohenfeld als barrierefreie Heimstatt einer umfassenden Inklusion mit Workshops für Menschen mit und ohne Behinderung, Angeboten für Menschen mit Demenz und deren Begleitpersonen sowie einer dem Gebrauch von „leichter Sprache“.
Kunstmuseum in Albstadt will ein Ort der Begegnung sein
Aktuell würden zudem Angebote für Menschen mit eingeschränkter Sehkraft getestet. Auch die Kinder würden nicht vernachlässigt; 2023 seien 123 Schulklassen und Kita-Gruppen zu Gast im Haus gewesen.
Wichtigstes didaktisches Ziel sei dabei die Vermittlung von „Bildkompetenz“- der Fähigkeit zum kritischen Betrachten und Verstehen von Bildern, die in Zeiten der medialen Bilderflut und -manipulation besonders wichtig sei.
Das Kunstmuseum habe den Ehrgeiz, „kein Elfenbeinturm zu sein, sondern ein Ort der gesellschaftlichen Begegnung“.
Verträge spiegeln weder Ausmaß noch Mehrwert der Arbeit wider
Auch die Öffentlichkeitsarbeit werde nicht vernachlässigt, versicherte Hohenfeld – indes sei Mundpropaganda die beste Werbung: „Begeisterte Menschen sind die wichtigsten Multiplikatoren.“
Das Kunstmuseum werde seinen Modernisierungskurs weiter fortsetzen, sei dafür jedoch auf finanzielle Unterstützung angewiesen, auch in Gestalt von Sponsoring und Spenden, denn man arbeite mit stark gekürztem Budget. „Wir tragen unseren Teil zur Konsolidierung des Haushalts bei.“
Das bedeutet, wie Hohenfeld andeutete, unter anderem Selbstausbeutung. Die Mitarbeiter seien teilzeitbeschäftigt, der Stundenumfang viel zu gering bemessen und die Zahl der Überstunden exorbitant.
Die Arbeitsverträge spiegelten weder das Ausmaß der geleisteten Arbeit wieder noch den Mehrwert für das kulturelle Leben. Oberbürgermeister Roland Tralmer widersprach nicht: „Sie sind Teilzeit angestellt, arbeiten aber Vollzeit.“ Dieser Einsatz müsse zu gegebener Zeit gewürdigt werden.