Metallwerker Dieter Feige aus Durchhausen erstaunt mit seinen Tierplastiken viele Besucher des Kunsthandwerkermarktes auf besondere Weise. Foto: Martin Gruhler

Eine Erfolgsgeschichte setzt sich fort: Auch die 32. Auflage des Bad Dürrheimer Kunsthandwerkmarktes offenbarte sich als wahrer Publikumsmagnet. Käufer fanden schon fürs Weihnachtsfest interessante Geschenke.

Mehr als 30 Anbieter offerierten am Samstag und Sonntag im Haus des Bürgers ein vielfältiges Angebot an selbst gefertigten Waren.

 

Die hohe Wertigkeit des Bad Dürrheimer Marktes hat sich offenbar längst herum gesprochen. Viele Besucher waren auch aus der weiten Region gekommen, und schon vor dem offiziellen Beginn bildete sich ein regelrechter Personenstau.

Im Weinbrennersaal waren die Kunsthandwerker gerne für interessante Gespräche zu haben. Manche Anbieter fertigten vor Ort selbst ihre Waren, wo gekonnte filigrane Handarbeit gezeigt wurde.

Breite Stoffbänder mit Leuchtelementen

So fertigte Gertrud Haug aus Göggingen bei Schwäbisch Gmünd an einer Art kleinem Webstuhl neben attraktiver Bekleidung auch breite Stoffbänder, in die sie elektrische Leuchtelemente mit einwebte. „Die sind nicht unbedingt nur für die Weihnachtszeit gedacht“, unterstrich sie.

Regelmäßig ist sie auf Kunsthandwerkermessen in ganz Deutschland dabei und spricht mittlerweile von einer großen Familie der Anbieter mit gegenseitiger Wertschätzung.

Webstuhlarbeiten der besonderen Art: In Stoffbahnen bringt Gertrud Haug kleine Lichterketten ein. Foto: Martin Gruhler

Dazu gehört etwa auch Dieter Feige aus Durchhausen bei Trossingen. Der 74-Jährige fertigt Blechobjekte wie Tiere und Lampen und hat sich längst mit seinem Schaffen einen guten Namen gemacht. Schon am Haupteingang präsentierte sich beeindruckend ein von ihm gefertigter riesiger Weißkopfadler. Weitere Objekte waren Eulen und Lurche, übergroße Ameisen, Skorpione sowie und Insekten wie Gottesanbeterinnen. Gartenzwerge aus dem Baumarkt waren dem ehemaligen Baumaschinenmechaniker einfach zu brav gewesen, so dass er mit seinem Metallbaukönnen einfach selbst die Plastiken fertigt. Zunächst vor 20 Jahren arbeitete er für die Verschönerung des eigenen Gartens und bis heute für begeisterte Käufer. Mit einer Plasma-Schweißpistole schneidet Feige aus Blechtafeln seine Figuren zunächst zweidimensional heraus, bevor er mit viel handwerklichem Können, etwa bei Vögeln das Federkleid, diese fast lebensnah in eine Körperform bringt. Später erfolgt eine Feuerverzinkung und gegebenenfalls eine qualitativ hochwertige Bemalung. Die Objekte scheinen trotz kleinen Details quasi für die Ewigkeit erstellt.

Lasermaschine ist für ihn ein Tabu

Das Blechschneiden alternativ mit einer Lasermaschine ist für ihn ein absolutes „No go“, denn, so Feige: „Dann wäre es ja kein Kunsthandwerk mehr. Jedes Objekt von mir ist so ein Unikat“.

Er weiß um die harten Kriterien die für die Zulassung bei Kunsthandwerkermessen gelten. Etwa in Krefeld gibt es eine strenge Vorauswahl. Auch muss auf den Verkaufsmessen vor Ort produziert werden, um sein Können aufzuzeigen.

In Bad Dürrheim nicht ganz so streng

Nicht ganz so streng zu geht es auf dem Bad Dürrheimer Markt, aber hohe Qualitätsstandards gelten auch hier. Die mit ihrem kleinen Team für die Veranstaltung in Federführung stehende Villingerin Sabine Hilker generiert mit den Anforderungen ein hohes Niveau der offerierten Waren – die Zauberformel für den schon Jahre langen Erfolg des Kunsthandwerkmarktes. Partner in der Ausrichtung der Messe war die Kur- und Bäder GmbH (KuBä). Hauptverantwortung für das Gelingen der Partnerschaft trug seitens der KuBä erstmals Marvin Hack. Kürzlich noch in Ausbildung in Sachen Eventmanagement, meisterte er das Debüt mit Bravour.

Auf den Ständen waren viele Gegenstände auszumachen, die am 24. Dezember durchaus unter dem Weihnachtsbaum liegen könnten. Augenschmaus waren nicht zuletzt Goldschmiedearbeiten. Die fertigt etwa der Emmendinger Frank Balthasar, der auch Schmuck angelehnt an Ornamente der verschiedensten Kulturen herstellt.

Großes Repertoire an kleinen Holzfiguren

Die Holzwerkstatt von Björn Schneider aus Bräunlingen bot ein großes Repertoire an kleinen Holzfiguren an, die teilweise auch die Weihnachtskrippen jetzt flankieren könnten. Wunderschöne Keramik-, Glas- und Porzellanarbeiten waren auszumachen, dann auch vielerlei Stoffarbeiten.

Aus Löffingen wurde von Bettinas Werkstatt für Deko- und Raumgestaltung interessante Kompositionen aus Kerzen und Kränzen aufgezeigt.