Werke von Georg Schaible sind noch bis zum 22. Februar im Hauff Museum in Baiersbronn ausgestellt. Der Klosterreichenbacher malte bevorzugt das Murgtal.
In wohnlicher Atmosphäre des kleinen Baiersbronner Hauff Museums ist derzeit eine Ausstellung mit Werken des Klosterreichenbacher Malers Georg Schaible zu sehen. Archivarin Dorothee Kühnel hat sich viel Mühe mit der Präsentation der Werke gemacht.
Gezeigt werden 17 Aquarelle, die hauptsächlich Motive aus Klosterreichenbach, aber auch aus Frankreich zeigen. Dort war Schaible als Soldat im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Schaible war ein außerordentlich produktiver Maler, es gibt allein 350 Aquarelle von ihm, dazu Ölgemälde und Zeichnungen mit Kohle, Kreide, Buntstift und Bleistift, Tusche, Kugelschreiber und Filzstift.
Gemeinsam mit Kurt Schöpp, David Fahrner und Otto Rühle gründete Schaible 1957 die Künstlervereinigung „Quadrat“, die bis 1992 bestand.
Öl- und Terpentingerüche
Bei der Eröffnung der Ausstellung zeichnete Hans-Jörg Schaible den Lebensweg seines Großvaters mit anrührenden Worten nach: „Ich war oft bei meinem Großvater, zum Fernsehgucken, das durften wir daheim nicht. Vor allem aber im Atelier, da erinnere ich mich noch gut an die Gerüche von Öl und Terpentin.“ Auch die Bilder seines Enkels bewertete Georg Schaible, gab dem jungen Hans-Jörg Tipps zum Malen oder die Komposition eines Bildes betreffend.
Georg Schaible wurde 1907 in Klosterreichenbach geboren, genau 100 Jahre wurde er alt, die er fast ausschließlich in Klosterreichenbach verbrachte. Nur die Zeit seines Studiums an der Kunstakademie in Stuttgart von 1927 bis 1932 und die Kriegsjahre von 1945 bis 1949 lebte er nicht in der Heimat. „Aus heutiger Sicht ist es bemerkenswert, dass mein Großvater nach seinem Studium nicht in Stuttgart blieb. In der Großstadt hätte er ganz andere Möglichkeiten gehabt, seine Kunst auszuüben“, erzählt Hans-Jörg Schaible.
In verschiedensten Facetten
Der Enkel hat viel darüber nachgedacht und glaubt, eine Antwort gefunden zu haben. „Er liebte die Natur und die Landschaft hier so sehr, dass es ihn wieder in die Heimat zog.“ Diese Heimatverbundenheit wird in den vielen Bildern deutlich, die Georg Schaible in seiner Heimat gemalt hat. Allein acht der 17 ausgestellten Werke zeigen das Murgtal in den verschiedensten Facetten.
1934 hatte Georg Schaible seine letzte Ausstellung, danach erlebte er die Ablehnung seiner Bilder im Dritten Reich. Sein expressiver Realismus entsprach nicht der damaligen Neigung zu romantisch verklärten Kunstwerken. Schaible gehört damit zur „verschollenen Generation“, die vom Nationalsozialismus an der Ausübung ihrer Kunst gehindert wurde.
Zwei Bücher über Georg Schaible
Nach seiner Rückkehr aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft war er an Tuberkulose erkrankt und erholte sich in vielen Sanatoriumsaufenthalten nur langsam davon. Ab 1958 arbeitete er als Kunsterzieher an verschiedenen Gymnasien und konnte so seine Familie ernähren.
Die hat mit großem zeitlichen und finanziellem Aufwand zwei Bücher über Georg Schaible aus archivierten Bildern produzieren lassen. Ein Werkverzeichnis, das mit Unterstützung von Rolf Wöhrle, der die fotografische Dokumentation übernommen hatte, auf fast 300 Seiten alle verfügbaren Werke des Malers zeigt. Der zweite Band, ebenfalls im Großformat, ist eine „bibliophile Perle und ein zeitgeschichtliches Dokument geworden“, sagt Enkel Hans-Jörg Schaible. Beide Bücher sind in der Buchhandlung Osiander in Baiersbronn erhältlich.
Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Februar jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen.