Die Ausstellung „Rauschen der Formen“ im Museum am Lindenplatz in Weil am Rhein zeigt unter anderem eindrucksvolle Kunstwerke von Menschen mit Behinderung.
Die Vernissage der Sonderausstellung war außerordentlich gut besucht. Oberbürgermeisterin Diana Stöcker zeigte sich beeindruckt von der Fülle und Ausdrucksintensität der ausgestellten Bilder und Plastiken.
Der konzeptionelle Ansatz
Der Dank galt den Kuratorinnen Isabel Balzer und Leena Crasemann, dem Atelier Frida und Philipp Bohner von der Lebenshilfe Lörrach. Die Ausstellung sei in der Stadt-Galerie geplant gewesen, es sei jedoch eine „gute Entscheidung“ gewesen, das Museum am Lindenplatz „Neuem zu öffnen“, sagte Kulturamtsleiter Peter Spörrer. Traditionen bewahren und sich dennoch Veränderungen anpassen: Das war ein Leitgedanke der konzeptionellen Überlegungen gewesen. Die Herangehensweise der Kuratorinnen und die Premiere seien gelungen. Spörrer dankte für die Öffnung des Hauses für „neue Zielgruppen und Menschen“. Die Behinderung, das Handicap, stehe keineswegs im Vordergrund – im Gegenteil: Hier werde selbstbewusst „tolle Kunst“ gezeigt.
Kulturelle Teilhabe
Kulturelle Teilhabe diene der Persönlichkeitsstärkung, der Selbstverwirklichung und der Sichtbarkeit. Er sei „stolz, hier sein zu dürfen“, sagte der Geschäftsführer der Lebenshilfe, Philipp Bohner. „Kunstpraxis kennt keine kleine und große Kunst“, betonte Crasemann, die die Vernissage eröffnete. Alle Menschen müssten daran teilhaben können, müssten die Möglichkeit haben, künstlerisch tätig zu sein.
Für die Ausstellung wurden die Künstler Katharina Kemmerling und Andreas Schneider eingeladen, sich durch Arbeiten von Peter Ehrlich, Maik Fechner, Simone Lieber, Salvatore Mangiapane, Carmen Schäuble und Sandra Stankiewitz inspirieren zu lassen und auf deren Werke zu reagieren. Die Kuratorin blickte auf „eine tolle Zusammenarbeit“, alles habe sehr gut geklappt und sei harmonisch verlaufen. Geplant seien weitere Aktionen und Veranstaltungen.
Vier der Künstler mit Handicap waren vor Ort. Mit Freude zeigten sie ihre Werke. Sie kamen mit den Besuchern ins Gespräch und genossen, dass ihr kreatives Schaffen wahrgenommen wird. Beim Gang durch die Räume und beim Apero tauschten sich Künstler und Besucher angeregt aus.