Nach zwei Jahren ist Schluss – Alexander Höllwarth schließt seine Galerie K3 in Königsfeld. Wieso er trotzdem positiv zurückblickt und was er sich für die Zukunft wünscht.
Wenn Alexander Höllwarth Ende Januar die Ausstellung „Fragile Balance“ in der Galerie K3 in der Königsfelder Gartenstraße eröffnet, wird es seine letzte Vernissage als Galerist im Kurort sein. Ende März zieht er nach gut zwei Jahren einen Schlussstrich – und schließt seine Galerie.
„Kunst hierher bringen, die man sonst nicht im ländlichen Raum finden würde“ – mit diesem Anspruch sei er 2024 als Galerist in Königsfeld angetreten, sagt Höllwarth. Zudem habe er gerade jungen Künstlern die Möglichkeit geben wollen, sich zu präsentieren. Und als verfehlt sieht er diese Ziele gar nicht an. Dennoch geht Höllwarths Zeit als Galerist in Königsfeld zu Ende.
Schlussendlich seien die Gründe vor allem wirtschaftlicher Natur, sagt er. Speziell das erste Jahr sei recht erfolgreich gewesen. Eigentlich, meint Höllwarth, habe er jedoch damit gerechnet, dass die Corona-gebeutelte Kultur- und Kunstlandschaft sich danach weiter erholen würde. „Ich habe danach auf positivere Stimmung gehofft.“
Doch der herbeigesehnte Aufschwung blieb aus. Vielmehr habe sich die Lage eher verschlechtert, schildert Höllwarth seine Erfahrung. Die aktuelle politisch, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage „drückt auf die Stimmung – und auch auf die Kunstkauf-Stimmung“. Denn in schwierigen Zeiten schwinde der Kundenkreis für Kunst. „Sie erfüllt ja keinen praktischen Nutzen“, meint Höllwarth – da sei es für ihn auch verständlich, dass man seine Prioritäten an anderer Stelle setze.
Mittelfristig wenig realistische Hoffnung
Das Problem: Auch wenn er hoffe, dass sich die Lage wieder entspanne, „kann ich nicht wirklich damit rechnen, dass es in den kommenden Jahren viel besser wird“, betont Höllwarth. Auf Grundlage seiner Erfahrungen könne er nicht davon ausgehen, dass die Zahl der Verkäufe in naher Zukunft so stark anstiege, dass er die Galerie mittelfristig wirtschaftlich betreiben könne. Das aber wäre die Grundlage: „Ich muss rechnen – so wie jeder Selbstständige.“ Immerhin gelte es auch, laufende Kosten zu decken.
Es sei nun an der Zeit, die Reißleine zu ziehen, bevor er finanziell in eine „ungute Situation“ komme, betont Höllwarth. Er ist überzeugt davon, die richtige Entscheidung getroffen zu haben – auch wenn es ihm überaus schwer gefallen sei. „Ich habe viel Herzblut reingesteckt“, betont er. Und auch viel Zeit, wie er betont. „Die Galerie nur als Nebentätigkeit zu betreiben, würde zeitlich auf keinen Fall gehen.“
Viel gelernt und „genau das gemacht, was ich machen wollte“
Auch wenn sich das letztlich nicht ausgezahlt habe, sehe er die Schließung nicht als Scheitern an, sagt Höllwarth im Gespräch. Er habe in den zwei Jahren als Galerist nicht nur viel gelernt, sondern auch „genau das gemacht, was ich machen wollte“. Er sei noch immer glücklich, den Schritt in die Selbstständigkeit als Galerist gewagt zu haben.
Höllwarth hofft auf eine andere künstlerische Perspektive
Als Herausforderung sei die Zeit als Galerist „supergut gewesen“ – und auch auf positive Erfahrungen blickt Höllwarth zurück. Im Gespräch mit unserer Redaktion erinnert er sich an „viele neue Kontakte, Gespräche und lachende Gesichter“.
Höllwarth hofft, dass es in den Räumen an der Gartenstraße auch nach der Schließung der Galerie K3 künstlerisch weitergeht. Er würde es bedauern, wenn – gerade in der aktuellen Lage – ein weiterer Kunstraum komplett wegfallen würde, sagt Höllwarth, der sich beispielsweise ein Co-Working-Atelier mehrerer Künstler inklusive eines Ausstellungsraums vorstellen könnte. „Da bin ich aber außen vor – da müssen sich andere zusammenschließen“, meint er.