Beim Neujahrsempfang des Kirner-Kabinett sind dabei: Gemeinderätin Isolde Grieshaber (von links), Museumsleiter Guido Staeb mit dem Bild „Heimkehr von der Kirmes“ und Alt-Bürgermeister Josef Herdner. Foto: Siegfried Kouba

Das Kirner-Kabinett in Furtwangen startete mit seinem Neujahrsempfang ins Jahr – mit Gästen, Gesprächen und einem Blick auf Vergangenes und Kommendes.

Ein Novum gab es im Kirner-Kabinett. Am vergangenen Sonntag hatte Museumsleiter Guido Staeb zum Neujahrsempfang eingeladen und viele Gäste kamen, um Kunst, ein Gläschen Sekt und Snacks zu genießen.

 

Ein paar mehr Furtwanger Bürger hätten anwesend sein dürfen, denn die Veranstaltung war keineswegs abgehoben, sondern fand mit Kunstinteressierten, Heimatfreunden, Vertretern der Stadt und des Freundeskreises in persönlich-ungezwungener Atmosphäre statt. Anwesend waren auch Adana Schulz vom Siedle-Museum und das Freundeskreis-Neumitglied Josef Herdner. Bedauerlicherweise hatte der Kunstexperte Professor Roland Doschka abgesagt, der zum Thema Romantik referieren sollte.

Bei seiner Begrüßung umriss Guido Staeb die Entwicklung der Malerbrüder Johann Baptist und Lukas Kirner unter Hinweis auf die Romantik. Die Zeit vor zweihundert Jahren startete in die industrielle Entwicklung, sichtbar an einem Bild eines „Dampfrosses“.

Johann B. Kirners Talent wurde in seiner Kindheit erkannt. Gegen den Widerstand des Vaters widmete er sich der Malerei, erhielt ein großherzogliches Stipendium, um nach Rom zu gelangen, studierte an der Münchener Akademie und verlegte sich auf die Genremalerei. „Er malte, was er gesehen hat“.

Schenkungen von Christel Besenfelder

Der ältere Bruder Lukas wurde als „Porträtmaler auf dem Walde“ apostrophiert. Mittlerweile besitzt das Kirner-Kabinett einschließlich des Depotmaterials rund 200 Exponate. Froh ist man über zwei jüngste Schenkungen von Christel Besenfelder, darunter „Heimkehr von der Kirmes“.

Das Museum soll in der Alten Post Heimat finden und der Museumsleiter sieht es im Konzert mit dem Siedle-Haus, dem Deutschen Uhrenmuseum und dem Museumsgasthaus „Arche“ mit Synergieeffekten. Dabei sei ihm bewusst: „Ein Museum finanziert sich nie“.

Neues Mitglied des Kirner-Freundeskreises

Als neues Mitglied des Kirner-Freundeskreises äußerte sich Alt-Bürgermeister Josef Herdner positiv, würdigte die Arbeit Guido Staebs und betonte die Bedeutung Johann Baptist Kirners für Furtwangen. Ihm wurde klar, dass es größerer, repräsentativerer Räume bedarf.

Der bisherige Bürgermeister meinte, dass die „fotografische Malerei“ zurückgedrängt wurde und neue Kunstrichtungen entstanden. In Vertretung von Rathaus-Chef Florian Merz dankte Isolde Grieshaber für den Neujahrsempfang und bekundete das Interesse des Gemeinderats am Kirner-Museum. Das Gremium habe eine komplizierte Ausschreibung für die Alte Post forciert umgesetzt.