Eine übermalte Landkarte, persönliche Reiseeindrücke und ein Filmabend: Ingrid Wild eröffnet im Subiaco Schramberg einen intensiven Augenblick Kunst.
Im Rahmen der Reihe „Ein Augenblick Kunst im Kino“ präsentierte die Malerin Ingrid Wild im Subiaco eine übermalte alte Landkarte, die das Baltische Meer zeigt – eine Region, die sie im vergangenen Jahr selbst bereist hatte.
Lars Bornschein von Podium Kunst begrüßte zur Bildvorstellung ein „volles Haus“ im Subiaco. Neben dem Kunstwerk stand auch der von Ingrid Wild ausgewählte Film über Niki de Saint Phalle aus dem Jahr 2024 auf dem Programm.
Vielfalt an Landschaften
In ihrem Bild konzentriert sich Wild auf den Ostseeraum zwischen Dänemark mit seinen Inseln und der Hauptstadt Kopenhagen bis hin zum Finnischen Meerbusen mit Helsinki. Ausgangspunkt ihrer Reise war die Fährüberfahrt von Tallinn. Mit zahlreichen roten Kreisen markierte sie auf der Karte Rundkurse durch die Landschaften von neun Ländern rund um die Ostsee.
Sehgewohnheiten aufbrechen
Entstanden sei das Werk aus ihrer Faszination für die Vielfalt der Landschaften und Inseln sowie für Kultur, Architektur und Museen der nordischen Anrainerstaaten, erläuterte Wild. Ihr Ziel sei es, eingefahrene Sehgewohnheiten aufzubrechen und den Blick für kulturelle Zusammenhänge zu schärfen. Wie in vielen ihrer Arbeiten finden sich auch hier Figuren am Bildrand – ein wiederkehrendes Motiv, das Raum für Interpretation lässt.
Lebhafte Diskussion
Nicht nur vor dem Bild, sondern auch im Gespräch entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über Wahrnehmung, Reiseerfahrungen und künstlerische Zugänge. Zur Vertiefung dieser Eindrücke hatte Ingrid Wild bewusst den Film über Niki de Saint Phalle ausgewählt. Die Sitzreihen im Kino füllten sich bis auf den letzten Platz – auch Sessel und Sofas wurden genutzt. Die Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle wurde vor allem durch ihre farbenfrohen „Nanas“ bekannt. Gemeinsam mit Jean Tinguely gestaltete sie nahe Grosseto den berühmten Tarotgarten.