Hansjörg Noe vor seinen Arbeiten Foto: Christoph Schennen

Hansjörg Noe zeigt eine Auswahl seiner Hinterglasmalereien. Sie bringen den Frühling in das Seniorenheim in Steinen.

Hansjörg Noe ist als Autor von Büchern bekannt, die die Verbrechen der Nationalsozialisten in den Gemeinden des Landkreises Lörrach schildern. Aber er ist auch bildender Künstler, der sich mit verschiedenen Techniken (Holzschnitt, Linolschnitt) beschäftigt.

 

Inspiriert vom Herrgottswinkel

Seit Donnerstagnachmittag ist im Mühlehof eine Ausstellung seiner im letzten Jahr entstandenen Hinterglasmalereien zu sehen. In Häusern im Kleinen Wiesental hat der ehemalige Lehrer in Herrgottswinkeln Hinterglasmalereien entdeckt, auf denen Heilige abgebildet sind.

Von diesen Ikonen hat er sich inspirieren lassen, allerdings sieht man auf seinen Kunstwerken keine wundertätigen Menschen, sondern Pflanzen: Tulpen, Rosen, Glockenblume, Veilchen, Orchidee, Löwenzahn, Gladiole, Wegwarte und Fantasieblüten. Er gibt deren Frucht- und Staubblätter und deren Staubbeutel naturalistisch wieder, wobei er manchmal ganz nah an die Blüte heranzoomt. Er zeigt dem Betrachter die Farbigkeit der Kronblätter, die in rosarot, blau oder gelb erstrahlen.

In einer kleinen Serie hat Noe auch – wie in einer Collage – zwischen zwei Glasscheiben eingepresste Gräser in seine Hinterglasmalerei einbezogen. Die Malerei trifft hier auf ihr Vorbild aus der Natur.

Im Tagespflegeraum sind außerdem einige Malereien von Seniorinnen des betreuten Wohnens zu sehen. Sie haben sich damit beschäftigt, einfache Formen farbig zu gestalten. Sie zeigen mal mehr, mal weniger detailreich Früchtestillleben, eine Winterlandschaft, Vögel, Kugeln und Werke, die von Friedensreich Hundertwasser inspiriert sind.

Auch Seniorinnen greifen zum Pinsel

„Diese Bilder sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie Kunst verbindet und Freude schenkt“, sagte Mühlehof-Geschäftsführer Niels Wellmann in seiner Ansprache. Noe erklärte, für die Malerei brauche man Konzentration, Ruhe, Genauigkeit und Durchhaltevermögen. „Und man muss auch mal schlechte Ergebnisse aushalten.“

Malerei verschafft dem Künstler Glück

Die Malerei verschaffe dem Künstler „Glück, Freude und Zufriedenheit“. Geschaffen werde etwas Dauerhaftes, „etwas, das vor zwei Tagen noch nicht da war und das es vorher noch nicht gab.“

Die Ausstellung ist noch bis zum September in den lichtdurchfluteten Räumen des Mühlehofs zu sehen.

Die DIN A5 großen Bilder kosten 50 Euro, die DIN A4 großen Bilder 80 Euro, die noch größeren 100 Euro. Man kann Hansjörg Noe unter der Tel. 0170/1833574 erreichen.