Lars Zech mit dem ehemaligen Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Übergabe einer aus Walnussholz gefertigten Skulptur der Reihe „moving portraits“. Foto: Abir Chebli

Der Gechinger Bildhauer hat dem ehemaligen Bundeskanzler eine seiner Arbeiten der Reihe „moving portraits“ in Berlin übergeben.

Der in Gechingen lebende Künstler Lars Zech hat kürzlich eine Arbeit aus seiner Reihe „moving portraits“ in Berlin ausgeliefert. Empfänger: der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz. Die aus Walnussholz gefertigte Arbeit wird künftig das Abgeordnetenbüro des SPD-Politikers zieren.

 

Die in Zechs Althengstetter Atelier gefertigte Skulptur ist nun bereits die zweite, die im Berliner Regierungsviertel zu finden ist. Die Calwer SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken hatte sich nach ihrer Wahl in den Bundestag vor zwölf Jahren bereits ein Stück Heimat in Form einer Zech-Skulptur mit in die Bundeshauptstadt genommen. Seither ziert die Arbeit im Paul-Löbe-Haus das Büro der SPD-Bundestagsabgeordneten, die bis Mitte dieses Jahres auch fünfeinhalb Jahre als Bundesvorsitzende an der Spitze ihre Partei stand.

„Lars Zech ist ein herausragender Künstler aus meinem Wahlkreis. Seine Kunst begleitet mich schon seit vielen Jahren“, erklärt Esken. Sie hatte Lars Zech und dessen Kunst bereits in ihrer Zeit als Gemeinderätin von Bad Liebenzell kennengelernt. Im Zuge einer Benefizauktion für die Grace-P.-Kelly-Vereinigung hatte der damalige Bad Liebenzeller Bürgermeister Volker Bäuerle für die Kur- und Badestadt eine Skulpturengruppe mit dem Titel „Schwarzwald“ erworben, die fortan das Rathaus schmückte und viele Besucher in den Bann zog – darunter auch Saskia Esken.

Eine Art Ruhepol

„Holz lebt und daher hat sich die Skulptur von Lars Zech über die Jahre hinweg auch verändert“, sagt Esken zu der in ihrem Büro stehenden Arbeit und ergänzt: „Leben und Veränderung, was könnte besser passen im politischen Betrieb.“ Für Saskia Esken bildet die Skulptur, die bei Besuchern oft Aufmerksamkeit erregt, eine Art Ruhepol in ihrem kleinen Berliner Refugium.

Durch Saskia Esken ist auch Olaf Scholz, der in seiner Zeit als Bundeskanzler mehrfach im Nordschwarzwald zu Gast war, auf den Bildhauer Lars Zech aufmerksam geworden. Mit dem Umzug aus dem Bundeskanzleramt in sein neues Abgeordnetenbüro, das sich in dem mit dem Reichstagsgebäude verbundenen Paul-Löbe-Haus befindet, galt es die neuen Arbeitsräume nach Scholz’ Gusto auszustatten. Dort ist nun auch eine Zech-Skulptur zu finden ist, was den Künstler natürlich sehr freut.

Persönliche Übergabe

Bei einem Berlin-Besuch hat er die Skulptur unlängst persönlich an Olaf Scholz übergeben. „Es war ein sehr spannendes Prozedere“, erzählt Lars Zech von der Auslieferung. Schon der Sicherheitscheck sei eine Herausforderung gewesen. Schließlich habe man die Skulptur nicht einfach mit einem der Security-Röntgengeräte durchleuchten können, mit denen am Eingang des Paul-Löbe-Hauses alle mitgebrachten Gegenstände wie am Flughafen gecheckt werden. Auch die Begegnung mit Olaf Scholz hat Zech beeindruckt.

Scholz habe sich viel Zeit genommen und habe im intensiven Austausch mit ihm viele Details über den Entstehungsprozess seiner Skulpturen erfragt. „Es war schön zu sehen, dass ihm meine Arbeit sehr gut gefällt“, so der in Gechingen lebende Bildhauer. Mehrfach habe Scholz seine Anerkennung für die Skulptur bei dem Treffen zum Ausdruck gebracht. Nicht nur verbal, sondern auch durch das mehrfache Erfühlen der Strukturen. Scholz hatte die aus Wallnussholz gefertigte und mit schwarz pigmentiertem Öl final eingefärbte Skulptur vor der Übergabe noch nicht in ihrem Endzustand gesehen.

„Es war ein sehr guter und intensiver Austausch mit Olaf Scholz“, verrät Zech, der das über einstündige Treffen sehr positiv erlebt hat. Der ehemalige Bundeskanzler habe sich vor allem für das von Zech verwendete Holz und dessen außergewöhnliche Verarbeitung interessiert.

So wird das Holz bearbeitet

Die Grundform der „moving portraits“ fertigt Lars Zech, der seit vielen Jahren auf internationalem Terrain unterwegs ist, zunächst mit einer Kettensäge. Anschließend wird die fächerartige Struktur am Kopf der Skulptur im noch feuchten Zustand des Holzes mit einer Spezialsäge geschaffen. Während der Trocknung entstehen dann die von Zech gewünschten Verformungen der feinen Holzblätter, die seinen Arbeiten ihren ganz besonderen Charakter verleihen. Diese haben ihm auch bereits Eingang in viele namhafte Kunstsammlungen beschert. Nicht zuletzt der Landkreis Calw und der Enzkreis haben bereits Skulpturen von Lars Zech in ihren Beständen, und auch die Gemeinde Gechingen besitzt frühe Arbeiten des Bildhauers.

Dass die Arbeiten von Lars Zech gefragt sind, war zuletzt auf der Kunstmesse Highlights in München zu erleben.Mehrere Skulpturen von Lars Zech haben dort einen neuen Besitzer gefunden. Was den Bildhauer besonders freut: Vom 6. bis 9. November wurde eine Auswahl seiner Werke erstmals auch auf der Art Cologne präsentiert, einer der ältesten und bedeutendsten Kunstmessen im deutschsprachigen Raum, die viele Besucher aus aller Welt lockt.

International gefragt

Der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz und die einstige SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken stehen in einer Reihe mit vielen anderen namhaften Besitzern von Zech-Skulpturen in aller Welt. Eine der ersten prominenten Käuferinnen war die australische Schauspielerin Cate Blanchet. Mehrere Arbeiten von Lars Zech sind im Besitz der jordanischen Königin Rania und auch die US-amerikanische Design-Ikone Donna Karan hat eine Zech-Skulptur in ihrer Sammlung.

Der 2019 verstorbene deutsche Designer Karl Lagerfeld sowie der 2020 verstorbene britische Designer und Habitat-Gründer Sir Terence Conran waren ebenfalls im Besitz von Zech-Arbeiten. In Japan vertritt das Axis-Design-Center seit vielen Jahren Lars Zech, in den USA sind Zech-Arbeiten vor allem über die international agierenden Design-Galerien von Luminaire erhältlich. In Deutschland vertreten die Hamburger Galerie Commeter und die Galerie Schürmann in Kamp-Linfort den Bildhauer aus dem Schwarzwald.