Citymanagerin Anna Bierig (links) und Architekt Andreas Wohlfarth präsentieren eines der Bilder, das in der Ausstellung zu sehen sein wird. Foto: Beyer

Kultur: Das Projekt "Kunst auf Abwegen" muss wegen Corona umplanen / Wettbewerb fällt aus

Kunstwerke in Arztpraxen und Büros statt im Museum: Das ist die Idee hinter der Aktion "Kunst auf Abwegen". In diesem Format ist das zwar dieses Jahr nicht möglich. Die Werke mehrerer Künstler gibt es aber trotzdem zu sehen.

Nagold. Die Restaurants sind gut gefüllt, Konzerte finden wieder statt und selbst Theater und Kinos haben geöffnet. Die lang ersehnten Lockerungen sind da. Doch noch immer wirft Corona einen langen Schatten auf die Kulturlandschaft. Das zeigt sich nun auch bei der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion "Kunst auf Abwegen". Denn ein großes Problem ist nach wie vor die mangelnde Planungssicherheit während der vergangenen Monate. "Wir müssen die Aktion vorbereiten, das geht ein Jahr vorher los", erzählt Andreas Wohlfarth. Der Architekt ist einer der Organisatoren des Projekts und klagt: "Im Januar und Februar waren die Lockerungen noch nicht absehbar."

Und so fällt dieses Jahr einiges flach, was eigentlich zu "Kunst auf Abwegen" gehört. Denn normalerweise werden die Arbeiten verschiedener Künstler in Arztpraxen und Büroräumen ausgestellt. Doch gerade darauf muss diesmal verzichtet werden. Denn viele Freiberufler würden wegen der Pandemie nur wenige Kunden in ihre Büros einladen, berichtet Wohlfarth. Und viele arbeiteten gleich von zu Hause aus.

Auch öffnen die teilnehmenden Betriebe normalerweise sonntags ihre Pforten für die Kunstinteressenten. Auch hier wäre Corona zum Problem geworden. "Das war im Januar noch unvorstellbar", so Wohlfarth.

Dennoch stattfinden soll aber die zentrale Ausstellung im Museum im Steinhaus. Wie immer werden hier Bilder aller beteiligten Künstler gezeigt. Gleichzeitig werden auf einem Fernsehbildschirm weitere Werke der teilnehmenden Künstler präsentiert. In Form von Videos erhalten die Besucher Einblicke in die Arbeitsweise der Kunstschaffenden.

Vernissage in kleinerem Format

Normalerweise stellt sich eine Vielzahl an Künstlern vor der eigentlichen Ausstellung einem Wettbewerb, der darüber entscheidet, wer bei "Kunst auf Abwegen" ausstellen darf und wer nicht. Doch auch der Wettbewerb wurde dieses Jahr abgesagt. Stattdessen nehmen an der Ausstellung sieben Künstler Teil, die in den letzten Jahren bereits gewonnen haben, darunter Kirsten Hohaus, Menuja Stevenson und Albrecht A. Bopp.

Die Vernissage, die sonst in der alten Seminarturnhalle stattfindet, gibt es dieses Jahr nur in verkleinerter Form im Steinhaus mit begrenzter Teilnehmerzahl. So wird am 30. September ab 18 Uhr die Ausstellung im kleinen Rahmen eröffnet. Wer teilnehmen möchte, muss sich bis spätestens einen Tag vorher anmelden.

Damit aber die Kunst dennoch auf "Abwege" geraten kann und außerhalb des Museums zu sehen sein wird, haben sich die Organisatoren etwas überlegt. So werden einige der Kunstwerke auf Banner gedruckt, die dann in der Innenstadt aufgehängt werden. "Wir tragen die Kunst aus den Museen in die Stadt hinein", erklärt Wohlfarth.

Am 10. Oktober gibt es dann die Gelegenheit, zusammen mit den Künstlern durch die Stadt zu spazieren. Der Weg führt an den verschiedenen Kunst-Bannern vorbei und die Teilnehmer können auf dem Weg mit den Künstlern ins Gespräch kommen. Los geht der Kunstspaziergang um 15 Uhr. Anschließend werden die Künstler auch im Steinhaus sein, um sich mit Besuchern über ihre Arbeiten zu unterhalten.

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