Über die Verbindung von Unterricht und Praxis am Thomas-Strittmatter-Gymnasium informierte sich Theresa Schopper, Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg bei einem Besuch. Station machte sie auch am TZ-Campus.
Ganz wichtig sei für sie, zu hören, was an der Basis laufe, so die Landtagsabgeordnete Martina Braun, auf die die Einladung zurückging.
Als bodenständige Bäuerin gehe es ihr um die Verbindung von Theorie und Praxis, da Fähigkeiten nicht unbedingt im Schulalltag zutrage träten.
Direktorin Christiane King verwies auf Sozialpraktika in Kooperation mit der evangelischen Altenhilfe und weitere Kontakte mit Firmen. Sehr eng arbeite man auch mit der Stadt zusammen, sei als Club of Rome-Schule stark darauf bedacht, vom Alltag der Schüler aus zu denken.
Bedeutung von Kooperationen
Schopper betonte die Bedeutung solcher Kooperationen im ländlichen Raum angesichts vieler Schüler, die nach dem Abitur weg sind. Schule sei nicht nur Lern- sondern auch Lebensort. Man müsse schauen, Schüler nicht zu überfordern.
Wichtig sei, jedem gemäß den jeweiligen Talenten einen Abschluss zu bieten. Herausfordernd seien neue Themen wie Social Media und Informatik allgemein. Als Vorteil sah der stellvertretende Schulleiter, Alexander Mosbacher, das bestehende Schulnetzwerk. Fragen seien aber, inwieweit man neue Geräte anschaffen könne und wer sich um diese kümmere.
Mehr Unterrichtszeit und Geld
King pochte dringend auf mehr Unterrichtszeit und Geld, um Schülern benötigte Hardware stellen zu können. Ganztagsbetreuung wolle man gern aufgreifen, aber aus normalen Mitteln sei das nicht zu machen.
Man werde keine zusätzlichen Lehrerstunden einbringen können, so Schopper, mit dem zusätzlichen Bedarf allein für Ganztagsschule. Den Digitalpakt müssten die neue Regierung und das Land aber mit Geld unterlegen. Eigentlich brauche es für Service und Wartung auch eine Art digitalen Hausmeister, um Lehrkräfte und Schulleitung zu entlasten.
Bürgermeister Michael Rieger sah es als Problem, dass immer wieder etwas an Aufgaben obendrauf gepackt werde. Angesichts mehr als 50 Jahre alter Schulgebäude müsse die Schulbauförderung unbedingt erhalten bleiben. Ähnlich sei es mit dem Ganztagsbereich.
Gelder für Sanierungen und Neubauten erhöht
Schopper wies darauf hin, dass die jeweils 100 Millionen Euro für Sanierungen und Neubauten auf 450 Millionen erhöht wurden. Auch gab es eine Erhöhung für auswärtige Schüler.
Nach dem Gespräch stellten Schüler Club-of-Rome-Aktivitäten vor, dann ging es zum TZ-Campus. Hier können Jugendliche regelmäßig mit Bausätzen Roboter bauen und programmieren oder AGs in Anspruch nehmen.
Dabei konnten Schüler schon Erfolge einfahren, zum Beispiel mit einem zweiten Platz beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“. Aber auch der Umgang mit Misserfolg der Widerständen ist Thema, zum Beispiel bei Jackson Agbonkhese und Miriam Haase von der Talentsoccer Academy. Dazu stellte sich das Reparaturcafé vor, bei dem laut Werkstattleiterin Antonia Musacchio-Torzilli schon Jugendliche ehrenamtlich teilnahmen. Ansatzpunkt sei, nicht „für“ sondern „mit“ Gästen Geräte zu reparieren.