Emilie Caupin brachte Carmen und La Cieca in den Mindersbacher Bürgersaal. Foto: Maria Kosowska-Németh

Der Kulturwinter schloss die Saison 2025/26 mit einem Besucherzahlen-Rekord ab. Der Mindersbacher Bürgerhaussaal platzte aus aller Nähten.

Das Publikumsinteresse am Liederabend mit der Mezzosopranistin Emilie Caupin bereitete den Organisatoren Freude und Kopfzerbrechen zugleich. Obwohl sich der Saal längst prall gefüllt hatte, begehrten noch viele Besucher Einlass. Der Notstand wurde mit allerletzten Sitzgelegenheiten behoben.

 

Emilie Caupin begann ihre Gesangsausbildung an der Nagolder Musikschule und errang 2016 zusammen mit Konrad Sautter (Klavier) den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Das Gesangsstudium in Karlsruhe und an der Musikakademie Tallinn in Estland vervollständigte ihren Werdegang als Opern- und Liedsängerin. Mit Unterstützung ihrer Familien bieten Caupin und Sautter seit 2020 jungen Talenten aus der Umgebung eine Auftrittsbühne im bezauberten Ambiente des Lindenhofes Mötzingen im Rahmen der jährlichen Konzertreihe „Café of Arts“.

Mit kräftiger, klarer und in allen Registern ausgeglichener Stimme von beachtlichem Tonumfang sowie mit großem Einfühlungsvermögen führte die Mezzosopranistin die Mindersbacher Zuhörerschaft in die romantische Gefühlswelt mit Liedern von Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms und Edvard Grieg ein. Ihr reichhaltiges Timbre wirkte in Verbindung mit der apart-jugendlichen Ausstrahlung besonders suggestiv in den Arien, wo sie den Opern-Figuren wie Carmen (George Bizet) und La Cieca (Amilcare Ponchielli) bildhafte Charaktere verlieh und diese mit Gesang, Gestik, Mimik sowie beeindruckender Bühnenfreiheit in lebendige Personen verwandelte.

Blumen und Honig für die Akteure: Martin Kalmbach (von links), Corinna Geißler, Konrad Sautter, Emilie Caupin und Dominik Dörrenbächer. Foto: Maria Kosowska-Németh

Das Publikum war hin- und hergerissen von hohem Niveau aller Darbietungen und applaudierte heftig sowohl der Sängerin Caupin als auch ihrem aufmerksamen Klavierbegleiter Konrad Sautter. Auch der Moderator Martin Kalmbach sowie Corinna Geißler (Violine) und Dominik Dörrenbächer (Klarinette), die sich zum Gesang gesellten, freuten sich über den frenetischen Empfang.

Feuriger Tango als Zugabe

Bevor das Gesamtensemble einen feurigen Tango als Zugabe kredenzten, bekamen alle Mitwirkenden traditionell je ein Gläschen Honig ausgehändigt (ein Dankeschön von Florian Hummel und seinen Kulturwinter-Team Michael Kalmbach, Peter Frey und Margret Hummel). Obendrein überreichte Stephanie Caupin den Damen kleine Blumensträuße, für die Herren hatte sie andere Aufmerksamkeiten parat.

Während einer minutenlangen Ovation in der froh-familiären Atmosphäre wurden dann die Gesangspädagoginnen von Emilie Caupin auf die Bühne gerufen. Barbara Ehmann und Leili Tammel – die extra aus Estland anreiste – waren sichtlich gerührt, umarmten die talentierte Jungsängerin und gratulierten ihr zu dem berauschenden Erfolg.