Die Kulturwerkstatt Simmersfeld feiert 2024 ihr 40-jähriges Bestehen und das Festspielhaus (Bild) wurde vor 20 Jahren erbaut. Foto: Köncke

Die Bilanz der ersten Spielzeit der Simmersfelder Kulturwerkstatt fällt positiv aus. Sowohl bei den Zuschauerzahlen als auch beim bunt gemischten Programm.

Das Rockkonzert mit „Voice“ , das Gastspiel von Claus Müllers Allstar-Band, der Auftritt von „Tanglefoot“, die 80er und 90er-Party: Bei allen Veranstaltungen sei das Festspielhaus entweder ausverkauft gewesen oder man habe viele Tickets verkauft, zeigten sich Vereinsvorsitzender Max Schweizer und Geschäftsführer Kai Hoffmann im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten „sehr zufrieden“. Auch die neu ins Repertoire aufgenommenen Autorenlesungen und der Bericht über eine Reise per Anhalter vom Bodensee nach Fernost hätten die Erwartungen erfüllt.

 

Gestartet wurde im Januar mit dem Rockkonzert von „Voice“ aus Freudenstadt. Dass die mit 40 Jahren eine der ältesten Bands im süddeutschen Raum auf große Zustimmung stoßen und viele Fans aus dem Nachbarkreis nach Simmersfeld mitbringen würde, hatte man erwartet; aber nicht, dass das Festspielhaus aus allen Nähten platzt. Auch bei der 80er und 90er-Party mit DJ „Siggi“ war der Zuspruch groß. Claus Müller und seine Begleiter aus dem Raum Pforzheim wandelten auf den Spuren des berühmten amerikanischen Gitarristen und Komponisten Jimi Hendrix, der mit seiner Musik eine ganze Generation beeinflusste.

„Tanglefoot“ sind in Simmersfeld fast schon ein Selbstläufer. Foto: Kulturwerkstatt

Celtic Folk mit „Tanglefoot“ ist nach mehreren Auftritten im Festspielhaus fast schon ein Selbstläufer und begeisterte auch diesmal das Publikum mit einer Mischung aus jahrhundertealten Traditionals und modernen musikalischen Elementen.

Seit diesem Jahr finden Autorenlesungen statt

Seitdem die pensionierte Deutschlehrerin Margret Levan aus Altensteig dem Programmausschuss der Kulturwerkstatt angehört und um weitere Zuschauerkreise zu gewinnen, finden seit diesem Jahr Autorenlesungen statt. Annette Maria Rieger hat im Februar aus ihrem Buch „Der Walder vom Schwarzwald“ über den Revierförster, Wald- und Umweltschützer Walter Trefz vorgelesen und viele hörten ihr zu. „Daumen hoch“ haben Viviane und Bastian Maria ihre Abenteuerreise per Anhalter vom Bodensee nach Fernost überschrieben. Die 120- Minuten dauernde Multivisionsschau kam gut an.

„Die Toten Ärzte“ kann man sich gerade noch leisten

Dass sich das wiederholte, gemeinsame Singen, überwiegend englischer Titel unter Leitung von Bettina Zens, begleitet von einer kleinen Band, totlaufen würde, hat sich nicht bestätigt. Allen Unkenrufen zum Trotz waren am 23. Februar 70 Sängerinnen und Sänger zur Stelle. Mit dieser Resonanz wird auch beim Singabend am Freitag dieser Woche, 12. April, um 20 Uhr im Festspielhaus gerechnet.

Dann naht mit Riesenschritten das Gastspiel der ultimativen Coverband „Die Toten Ärzte“ mit Frontsänger Sebastian Zierof, der bei „Voice of Germany“ auf SAT 1 weit vorne landete. Die Truppe reist aus Lübeck an, übernachtet in einem Gasthof und verlangt eine Gage, die sich die Kulturwerkstatt, laut Geschäftsführer Kai Hoffmann „als Gesamtpaket gerade noch leisten kann“. Deshalb hofft der Veranstalter am Samstag, 27.April, um 20.30 Uhr auf ein volles Haus.

Von Mitte Mai bis Ende September keine Aufführungen

Die Kulturwerkstatt Simmersfeld besteht inzwischen 40 Jahre und 1994 wurde das Festspielhaus in der Ortsmitte eingeweiht. Das doppelte Jubiläum wird am Freitag, 22. November, mit einem Festakt für geladene Gäste mit wenig Ansprachen, viel Musik und einer kleineren Theateraufführung gefeiert und einen Abend später mit einem Konzert der Rock- und Polkaband „Hiss“ aus Stuttgart.

Von Mitte Mai bis Ende September finden keine Aufführungen im Kulturtempel statt. Der Boden im Saal musste wegen Durchfeuchtung komplett erneuert werden. Und die Verkabelungstechnik wird digitalisiert. Die zweite Spielzeit beginnt am 12. Oktober mit dem ersten Tag eines Black-Forest-Jazz-Festivals.