Die erste Konzertveranstaltung mit "Cabanaz" findet am Samstag, 26. Juni, statt. Foto: Veranstalter

Ein Feuernachtstraum mit Theateraufführung, Musik und Naturfeuerwerk, ein Konzert, bei dem man "am liebsten tanzen möchte" und eine Band, die mit "Lemon Tree" einen Welthit gelandet hat: Die coronabedingte Zwangspause der Kulturwerkstatt Simmersfeld ist beendet.

Simmersfeld - Der zweite Lockdown hat die Kultureinrichtung hart getroffen. Von November 2020 bis April 2021 mussten alle geplanten Veranstaltungen – und das waren nicht wenige – abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben werden. "Untätig waren wir aber auch in dieser Zeit nicht", sagt der neugewählte Vorsitzende des eingetragenen Vereins, Max Schweizer. Das Festspielhaus wurde mit einem 32 Quadratmeter großen Vordach ausgestattet, die Eingangsstufen entfernt und ein barrierefreier Zugang geschaffen. Eine Seitenwand wurde geöffnet und die Spielstätte mit einem Technik- und Stuhllager erweitert. Künstler müssen nicht mehr in einem schmalen Gang neben der Bühne auf ihren Einsatz warten, sie haben jetzt einen eigenen Backstage-Bereich.

Der Container ist über einen Holzsteg mit dem Festspielhaus verbunden. Eingerichtet wurde er mit einer kleinen Teeküche, Sitzgelegenheiten, Dusche, Toilette, Schminkecke und einer Videoverbindung zur Bühne, um zu wissen, wann der Auftritt naht. Der Holzboden auf der Freilichtbühne wurde teilweise ausgewechselt. Dort finden, wenn es das Wetter zulässt, alle geplanten Veranstaltungen der nächsten Zeit mit bis zu 120 Zuschauern statt – regulär sind es sonst 250.

Vorverkauf hat begonnen

Der Programmausschuss mit Markus Heintel, Roland Schweizer Max Schweizer und – neu – Andrea Walcher hat sich zu Videokonferenzen getroffen und einen abwechslungsreichen Sommer-Spielplan auf die Beine gestellt.

4000 Programmhefte wurden gedruckt und eingetütet. Ausgelegt werden sie an 130 Stellen in den Kreisen Freudenstadt und Calw und im Enzkreis. Treue Besucher bekommen das Heft zugeschickt. Inzwischen hat der Vorverkauf unter www.kulturwerkstatt-simmersfeld.de begonnen.

Für die erste Konzertveranstaltung mit "Cabanaz" am Samstag, 26. Juni, seien bereits zahlreiche Kartenbestellungen eingegangen", freuen sich die Verantwortlichen der Kulturwerkstatt. Die Band aus Freudenstadt war bereits zweimal in Simmersfeld zu Gast. Das Publikum erwartet laut Vorankündigung "eine erfrischende Mischung aus Jazz, Latin und Funk mit Balladen-Klangwelten, brasilianischer Lebensfreude und einer Sängerin mit einer wandelbaren und ausdrucksstarken Stimme".

Von seinem Heimathafen in Stuttgart dampft "Berta Epple" am Samstag, 10. Juli nach Simmersfeld. Gesteuert wird die Namenspatronin des Neckarschiffes von Veit Hübner, Bobbi Fischer und Gregor Hübner. Aufmerksam wurde die Kulturwerkstatt auf den Kulturpreisträger bei der letztjährigen "Tour der Sieger" im Festspielhaus. Neun Musiker stehen beim Gastspiel von "Dr. Mablues" aus dem Remstal am 17. Juli um 20.30 Uhr auf der Bühne in Simmersfeld. Die Truppe hatte sich vor drei Jahren aufgelöst und wieder zusammengefunden.

Spezialität der "Doktoren" sind bläserbetonte Blues-, Rock- und Soul-Rhythmen. Obendrauf gibt es fesselnde Wortspielereien und "unwiderstehliche Verbal-Akrobat ik" zwischen den Songs.

Eigenproduktion ist Höhepunkt des Programms

Als Peter Freudenthaler und Volker Hinkel aus Pforzheim 1991 "Fools Garden" gründeten, ahnten sie nicht, dass die Band mit "Lemon Tree" einen Überhit landen würde, der von Norwegen bis Singapur im Radio rauf und runter gespielt wurde. In Simmersfeld stellt Fools Garden – durch Gabriel Holz ist aus dem Duo inzwischen ein Trio geworden – sein neuestes Programm vor.

Ein absoluter Höhepunkt im Sommerprogramm verspricht der Feuernachtstraum am 24. und 25. Juli, jeweils um 20.30 Uhr zu werden. Die Eigenproduktion der Kulturwerkstatt beginnt auf der grünen Wiese vor dem Festspielhaus. 18 Schauspieler proben seit Wochen für den szenischen Prolog von Boccaccios "Decamerone".

Die Handlung entführt das Publikum ins Jahr 1348. In Florenz wütet die Pest. Eine Gruppe Frauen und Männern beschließt, die Stadt zu verlassen und auf dem Lande zu leben, bis das Schlimmste überstanden ist.

Nach dem Auftakt-Theater wandern die Zuschauer durch das Festspielhaus auf die Freilichtbühne und werden dort bereits von den "Haiducken" erwartet.

Die Band aus Freiburg spielt unter dem Kirschbaum träumerisch-sehnsuchtsvolle Klezmermusik und Balkanstücke mit solistischen Zwischentönen auf der Gitarre und dem Akkordeon. Wenn es Nacht wird über Simmersfeld und den Schauplatz werden Skulpturen aus Holz entzündet, Feuervögel tauchen die Kulisse in bengalisches Licht, überall züngeln Flammen, Funken sprühen und zum Schluss gibt es eine "Überraschung". Auch andeutungsweise will man im Vorfeld nichts verraten.

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