Zum Pressegespräch mit Regisseur Michael Giese hatten sich auch Regieassistent Rolf Hammann und Darsteller der Inszenierung über den Bauernkrieg vor 500 Jahren eingefunden Foto: Manfred Köncke

Die Kulturwerkstatt Simmersfeld präsentiert ab Ende Juli wieder eine Eigenproduktion. Thema dieses Mal: der Bauernkrieg.

Regisseur Michael Giese aus Rottenburg hat das Script „1525 - ein Tanz, und das Leben geht weiter“ verfasst. Er ist ein alter Bekannter der Kultureinrichtung im Oberen Wald. Beim „Kalten Herz“, der ersten Eigenproduktion im Jahr 1997, damals noch im Freien beim Skilift am Waldrand, hatte er eine Rolle als Schauspieler übernommen, führte beim Wintertheater „Vom Weggehen“ und bei „Hebbels Garage“ Regie.

 

Michaela Katz vom Stammpersonal der Kulturwerkstatt hatte Giese gefragt, ob er sich vorstellen könne, ein Stück über das Aufbegehren des Dritten Standes in Schwaben und Württemberg vor 500 Jahren zu schreiben und unter seiner Regie aufzuführen. Der 69-Jährige Freiberufler sagte zu.

Nach einem erfüllten Berufsleben als Schauspieler – sechs Jahre beim Lindenhof in Melchingen –, Regisseur, Theaterpädagoge und Vortragsredner hat er genügend Zeit zum intensiven Proben. Und kann auf 18 hochmotivierte Spieler zwischen 17 und 70 Jahren zurückgreifen, die zum 40-jährigen Bestehen der Kulturwerkstatt im vergangenen Jahr auf der Bühne des Festspielhauses standen.

Viele kommen aus der Region, manche reisen aus einiger Entfernung an. Gesprochen werden unterschiedliche Dialekte, die Giese zu Wort kommen lassen will.

Das Festspielhaus in Simmersfeld hat schon einige Eigenproduktionen der Kulturwerkstatt gesehen. Foto: Manfred Köncke

Begonnen wurde das Projekt vor drei Wochen mit einem Workshop. Die erste gemeinsame Probe findet am 23. Mai statt, die Premierenvorstellung am 24. Juli. Alle Aufführungen finden auf der Außenbühne hinter dem Festspielhaus statt.

Themen sind Armut und Unfreiheit

Unterstützt wird Giese von Regieassistent Rolf Hammann. Die Themen Armut, Unfreiheit, unverhohlene Ausbeutung durch Obrigkeit und Klerus will der Regisseur in einer besonderen Form umsetzen. Alle Schauspieler sollen bei den Choreografien in Bewegung bleiben und nicht nur Lieder des Widerstandes aus jener Zeit erklingen.

Der Aufstand der Bauern und vieler Städter im Mittelalter sei nicht der einzige, aber ein besonders eindrücklicher, betont Giese. Ihm schwebt auf der Bühne in Simmersfeld eine bunte Theater- und Gauklertruppe vor, die die Geschichte der kriegerischen Auseinandersetzung auf eine ganz eigene Weise erzählen und Bezüge zur Gegenwart herstellen soll. Was ist von der damaligen Zeit übrig geblieben? Das ist für ihn eine Kernaussage des Stücks mit den zwölf Memminger Artikeln der Aufständischen im Bauernkrieg. Außerdem fragt er, welche Rolle Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks gespielt hat und was sich in den nachfolgenden Jahrhunderten ereignete.

Sieben Aufführungen

Deshalb sollen die Mitwirkenden auch nicht von vornherein mit Kostümen der damaligen Zeit eingekleidet werden. Man darf gespannt sein, welche Einfälle der Regisseur noch hat und wie er seine Ideen auf der Bühne umsetzen will.

Aufgeführt wird das Stück nach der Premiere noch sechs Mal – vom 25. bis zum 27. Juli und vom 31. Juli bis zum 2. August.