Die Kulturtankstelle mit dem Dorfmuseum in Börstingen ist am Sonntag mit einer Ausstellung von Christina Schweizer aus Bierlingen eröffnet worden. Thema: „Starzach unterm Pinsel“.
Das Besondere an den Bildern ist: Sie sind, zumindest die meisten, in kurzer Zeit gemalt worden. Christina Schweizer ist Schnellmalerin – und obendrein Vielmalerin.
Ein Bild im DIN-A-5-Format entsteht innerhalb einer halben Stunde. Jeden Tag malt und zeichnet sie ununterbrochen seit 2022 Bilder, die sie in ihren WhatsApp-Status oder ins Instagram stellt. Hat sie das einmal vergessen, so muss sie damit rechnen, daran erinnert zu werden, dass im Status nichts war. Ihre Follower freuen sich nämlich täglich auf neue Bilder.
Jeden Abend eine Stunde für zwei Werke
„Ich habe Spaß am Malen, andere sollen Spaß an den Bildern haben“, erklärt sie. So setzt sie sich jeden Abend eine Stunde hin, um zwei Werke aufs Papier zu bringen. Am Tag der Ausstellung waren es genau 2100 Aquarelle. Doch woher bekommt sie die Ideen für so viele Motive? Eigentlich braucht sie nur aus dem Fenster zu schauen. Da sieht sie bis zur Schwäbische Alb. Oder sie läuft durchs Dorf, fährt mit dem Rad, geht spazieren. Dabei fällt ihr immer etwas auf.
Ihre Ausstellung zeigt unter anderem markante Gebäude, so das Starzacher Rathaus, die Kulturtankstelle in Börstingen, das Schloss Weitenburg, die Bierlinger Kirche, auch Ecken im Dorf, die weniger beachtet werden, dennoch aber ihren Reiz haben. „Urban Sketching“ ist der Begriff dafür, etwas schnell in einer Stadt oder einem Ort zu skizzieren. Dabei kommt es keineswegs auf den genauen Strich, geschweige denn die fotografisch genaue Wiedergabe an. Es besteht kein Anspruch auf Perfektion. Was dabei herauskommt, ist auch für Christina Schweizer, die seit 2002 in Bierlingen lebt, spannend.
Erklärende Worte von Leo Bader zur Ausstellung
Leo Bader sprach einige erklärende Worte zur Ausstellung. Die Werke von Christina Schweizer gebe die Freude am Kleinen wieder und zeige das Glück des Augenblicks. Er überreichte der Künstlerin einen „Oskar“ - dies in Erinnerung an den Schnellzeichner Oskar, mit bürgerlichem Namen Hans Bierbrauer, der durch die Fernsehshow „Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal bekannt wurde.
„Oskar“ stehe für Originalität, Spontaneität, Kunstfertigkeit, Aufmerksamkeit, Respekt. Damit beschrieb Bader treffend, was die Werke von Christina Schweizer ausmachen. Auch nach der Ausstellung macht sie mit ihrer Kunst weiter. „Ich glaube nicht, dass mir die Motive ausgehen“, versichert sie.
Die Kulturtankstelle ist ab sofort wieder jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet.