Der Kulturbeauftragte der Stadt Trossingen Frank Golischewski ist glücklich: Die Kultursaison 2024/25 ist gut gestartet.
„Wir sind völlig begeistert von dem Publikumsinteresse“, berichtet Frank Golischewski, Kulturbeauftragter der Stadt Trossingen. Gemeint ist der bisherige Verlauf der Kultursaison 2024/25 mit Veranstaltungen im Hohner-Konzerthaus sowie im Kesselhaus.
Dieser große Zuspruch ist in Nach-Pandemie-Zeiten nach wie vor im Kulturbereich nicht selbstverständlich. Vielerorts macht man die Erfahrung, dass es schwer geworden ist, das Publikum zurück zu gewinnen in die Theater und andere Kulturstätten. Dementsprechend dankbar ist Golischewski über die Resonanz in der aktuellen Kultursaison in Trossingen. „Die Zuschauer fühlen sich sicherer – es sind nur vereinzelt Personen mit Masken auszumachen“, sagt er. Außerdem habe man in dieser Saison das Glück, über Kooperationen beispielsweise mit der Musikhochschule hochkarätige Angebote machen zu können. „Es ist augenfällig, dass bislang jede Veranstaltung bei einer Auslastung von mindestens 90 Prozent lag.“
Starker Auftakt
Mit dem erwarteten Publikumsrenner gelang ein verheißungsvoller Auftakt der Kultursaison mit „Mnosil Brass“. Schnell war ausverkauft, und die Warteliste umfasste rund 80 Personen. „Ich bin an der Band seit vier Jahren dran gewesen. Als die Musikhochschule als Mitveranstalter eingestiegen ist, klappte es. Auch das Timing war mit dem Abend des 2. Oktobers, vor dem Feiertag, günstig. Da war die Band noch frei.“ An der Hochschule für Musik fand außerdem ein Workshop für Studierende mit Mitgliedern der Band statt. „Und dann ging es ab, schon der Vorverkauf lief sehr gut.“ Vier Flügel, acht Pianisten, 16 Hände – so umgesetzt wurde das Konzert zu 35 Jahren Baynov-Ensemble. Außerdem eine Kooperation mit dem Klavierhaus Hermann in Trossingen. „Auch dieses Konzert war sehr gut besucht. Das wollten wir eigentlich schon zu 30 Jahren Baynov-Ensemble machen, mussten dann aber mehrfach schieben“, so Frank Golischewski.
Publikum aus der Region
Letztes Jahr war dann ein Knopf dran. Zu diesem Konzert seien viele Besucher aus anderen Landkreisen gekommen. Denn das Ensemble ist sowohl international als auch in der Region aufgetreten und hat viele Fans. Über die verfügt auch Max Mutzke. Sein Auftritt zusammen mit Marialy Pacheco im Hohner-Konzerthaus war ebenfalls ausverkauft – mit Warteliste. „Eine Mutter aus Freiburg hat ihre Tochter zum Konzert gebracht, selber aber keine Karte mehr bekommen. Die Mutter konnte dann doch noch die Veranstaltung mit ihrer Tochter erleben“, erzählt Frank Golischewski.
„Ausverkauft“ hieß es außerdem für „Von Liebe, Lust und Leidenschaft“ mit Ulrike Neradt, Martin Seidler und Frank Golischewski selbst. Neradt und Seidler sind bekannte SWR-Moderatoren und daher einem breiten Publikum bekannt. Klassische Konzerte haben ebenfalls ihr Publikum in der Musikstadt Trossingen. Hier kann man – auch wegen der Musikhochschule – hochkarätige Ensembles willkommen heißen. Die nächste große Veranstaltung im Hohner-Konzerthaus ist der Neujahrsempfang der Bürgermeisterin am Sonntag, 12. Januar. Zum Programm gehören neben der Ansprache von Susanne Irion und Ehrungen auch Musik und ein Stehempfang. Los geht es um 17 Uhr im großen Saal.
Neujahrsempfang Sonntag
Die Kultursaison wartet auch 2025 mit attraktiven Veranstaltungen auf, so der Hinweis des Kulturbeauftragten. Golischewski freut sich beispielsweise auf „The Magic of Queen“ am Freitag, 14. Februar, im Konzerthaus – am Valentinstag. Mehr als 500 Karten seien bereits verkauft. Diese Art von Musiktheater ist beim Publikum beliebt. Das hat sich in Trossingen mit vergangenen Veranstaltungen wie „Azzurro“ (italienische Schlager) oder „Abba“ (Hits der ehemaligen schwedischen Popgruppe) gezeigt. Bereits am Samstag, 8. Februar, gastiert im Konzerthaus die Württembergische Philharmonie Reutlingen. Klein, aber fein: Das verspricht der Auftritt eines traditionsreichen Kabaretts. Die Herkuleskeule Dresden zeigt , ebenfalls im Konzerthaus, das Programm „Tunnel in Sicht!“ Nachdem vor allem die Sparte Comedy in den vergangenen Jahren beim Publikum landauf, landab punktet, wird es spannend, ob gutes Kabarett weiterhin gefragt ist – auch in Trossingen und der Region.
„Wir werden sehen, ob sich das Publikum darauf einlässt – wir versuchen es“, sagt Frank Golischewski. Weitere Veranstaltungen erstrecken sich vom Slam-Varieté über einen Abend mit Lisa Federle und Bernd Kohlhepp bis zur Mozart-Group und den Literaturgärten im Sommer.