Das italienisch-französische Duo ChordaCordis war bei Kulturo Rümmingen zu Gast. Foto: Susanna Wipf Fischer

Beim zweiten Konzert der neuen Saison von Kulturo Rümmingen wurde das Publikum auf eine musikalische Reise mitgenommen, die lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Die Musiker begeisterten mit außergewöhnlicher Musikalität, großer Spielfreude und einer faszinierenden Sammlung historischer Instrumente.

 

Schon beim Betreten der „Bühne“ wurde klar: Dieser Abend würde kein gewöhnliches Konzert werden. Zwischen Oud, Schlüsselfidel, Guiterne, Baritonvioline, Bouzouki und weiteren seltenen Instrumenten entstand eine beinahe magische Atmosphäre. Der künstlerische Leiter von Kulturo Rümmingen, Julian Moreen, führte das Publikum mit viel Charme und Hintergrundwissen in diese klangvolle Welt ein und machte neugierig auf das, was folgen sollte.

Mit Tänzen der Renaissance, orientalisch angehauchten Klangwelten und europäischen Volksmelodien spannten Sara Maria Fantini und Colin Hellner einen faszinierenden musikalischen Bogen über mehrere Jahrhunderte. Selbst eine augenzwinkernd angekündigte „Suite de Noël“ aus St. Louis fand mitten im Frühling ihren Platz im Programm und sorgte für besondere Momente. Dabei wirkte die Musik nie museal oder fern, sondern überraschend lebendig und unmittelbar.

Die beiden Musiker verstanden es von der ersten Minute an, ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen. Mit beeindruckender Virtuosität, feinem Gespür für Dynamik und spürbarer Leidenschaft ließen sie die Musik aus Renaissance und Weltmusiktraditionen frisch und modern erscheinen.

Aus dem Moment heraus

Besonders faszinierend war das Zusammenspiel der beiden Künstler: Immer wieder konnte man beobachten, wie kleine Gesten, Blicke oder ein Lächeln den musikalischen Dialog bestimmten. Vieles entstand aus dem Moment heraus – improvisiert, spontan und voller gegenseitigem Vertrauen.

Gespannt verfolgte das Publikum auch den Einsatz der ungewöhnlichen Instrumente, allen voran der fast futuristisch anmutenden Schlüsselfidel, die in den Händen von Colin Hellner erstaunlich violinähnliche Klänge entfaltete. Überhaupt war es beeindruckend, mit welcher Hingabe und welchem Können beide Musiker ihren seltenen Instrumenten eine unglaubliche Vielfalt an Klangfarben entlockten.

Künstler zeigen sich nahbar und mitreißend

Dass Fantini und Hellner an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis studiert haben, war deutlich zu hören: Musikalisches Können verband sich mit Offenheit, Kreativität und großer Bühnenpräsenz. Dabei wirkten die beiden Künstler nie distanziert, sondern nahbar und mitreißend.

Zum Abschluss erklang mit „March Nr. 4“, einer modernen Komposition eines Mentors Hellners aus Nizza, nochmals ein überraschender musikalischer Akzent, der eindrücklich zeigte, wie mühelos ChordaCordis Brücken zwischen alter und zeitgenössischer Musik schlagen kann.

Publikum ist begeistert

Das Publikum dankte den Künstlern mit langanhaltendem begeisterten Applaus. Wieder einmal zeigte Kulturo Rümmingen, dass außergewöhnliche Konzerterlebnisse nicht große Säle brauchen, sondern Leidenschaft, Mut zum Besonderen und Künstler, die Musik mit Herzblut leben.