Daumen hoch für die Kulturnacht 2024: Die Grundstimmung ist den ganzen Abend durchweg positiv, so auch bei dieser fröhlichen Besuchergruppe. Foto: Jochen Schwillo

Die Kulturnacht 2024 ist Geschichte. Und auch wenn sie bestimmt nicht als Sommernachtsparty in Erinnerung bleiben wird, hat sie Eindruck hinterlassen. Unsere Redaktion hat sich unter Akteure und Besucher gemischt und Meinungen eingeholt.

Samstagnacht, kurz nach halb zwei: Auf dem Muslenplatz wird schon seit rund anderthalb Stunden die Bühne zurückgebaut, und auch an den übrigen Veranstaltungsorten der Schwenninger Kulturnacht gehen allmählich die Lichter aus. Sandra Bummel, Projektleiterin im Kulturamt, läuft die Bürkstraße hinunter und zieht zwei gelbe Tonnen hinter sich her.

 

Sie wirkt erleichtert, auch wenn für sie noch lange kein Feierabend ist. „Wir können zufrieden sein. Trotz des Regens hat alles gut geklappt und es konnte alles wie geplant stattfinden können“, zieht sie ein erstes Fazit.

„Sehr friedlicher Verlauf“

Auch in der Einsatzzentrale im Rathaus ist man froh, dass es, zumindest bis zum offiziellen Ende der Kulturnacht, ruhig geblieben ist. Mit einen Ausschlag habe dabei auch das EM-Fußballspiel zwischen der Türkei und den Niederlanden gespielt, sagt Stadtpressesprecherin Madlen Falke, die ebenso im Rathaus sitzt. Denn: Im Falle eines Sieges der türkischen Mannschaft hätte man sich auf einen ausgedehnten Autokorso rund um die sowie schon teils abgesperrte Innenstadt mit Polizeiaufgebot einstellen müssen. Doch auch in und zwischen den Kreisverkehren blieb es ruhig.

Hatten Stadt und Polizei bereits Samstagnacht eine erste positive Bilanz ohne größere Vorkommnisse gezogen, gibt es am Montag das abschließende Fazit in einer weiteren gemeinsamen Pressemitteilung: „In Anbetracht des Umfangs der Veranstaltung kann von einem sehr friedlichen Verlauf gesprochen werden.“ Drei Straftaten – eine Körperverletzung, ein Diebstahl sowie eine Bedrohung – seien zur Anzeige gebracht worden.

Das Thema Sicherheit auf der einen, das Thema Wetter auf der anderen Seite: Was sagen eigentlich die Besucher zur diesjährigen Kulturnacht? „Man merkt, dass mehr Polizei-Einsatzkräfte unterwegs sind. Das gibt mir und meiner Tochter ein sicheres Gefühl“, sagt Dorothee Blume. Überhaupt sei die Atmosphäre relativ entspannt. „Das mag ich“, fügt sie hinzu.

„Lassen Sie sich vom Wetter nicht beeinflussen“, gibt Oberbürgermeister Jürgen Roth bei der regnerischen Eröffnung um 18 Uhr als Tipp mit auf den Weg. Und die meisten nehmen es locker hin, dass das Wetter einmal nicht so beständig ist wie aus den Vorjahren gewohnt. „Es ist schade für die Teilnehmer“, findet Elisa Grömmel. „Ansonsten stört es mich nicht. Im Gegenteil: Ich muss nicht solange an den Ständen anstehen.“

Umsatzminus bei Vereinen

Das aber ist wiederum schlecht für die Standbetreiber, die stellenweise große Umsatzeinbußen in Kauf nehmen und ihre Waren wieder mitnehmen müssen. „Wir haben im Vergleich zu letztem Jahr bisher nur rund ein Viertel der Getränke verkauft“, berichtet Alexander Müller am Stand des Lions Club Schwenningen vor dem Muslenzentrum. Denn: Es seien nicht nur deutlich weniger Besucher vor Ort, durch die niedrigen Temperaturen würden auch grundsätzlich weniger Getränke konsumiert, stellt Müller fest. Der Erlös wandert, wie bei allen Service-Clubs, die an der Kulturnacht teilnehmen, natürlich in die eigene Tasche: Der Lions Club unterstützt damit lokale Projekte wie die Leseförderung und die Freizeitwerkstatt.

Karin Seifert mag die Vielfalt bei der Kulturnacht. Foto: Jochen Schwillo

Für Karin Seifert ist es die Vielfalt, die die Kulturnacht ausmacht. „Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei und es bringt die Schwenninger zusammen“, findet sie. Auch sei man als Schwenninger Heimatverein immer gerne bei dieser Veranstaltung dabei, erklärt die Vorsitzende der Trachtengruppe. Das Besondere sei auch, dass Kultur und Moderne vereinbar sind, auch wenn das Wetter einmal nicht so mitspiele. „Den Spaß und die Freude lass ich mir dadurch nicht verdrießen“, stellt sie fest.

Martin Hüllemann setzt auf das breitgefächerte Publikum bei der Kulturnacht. Foto: Jochen Schwillo

Martin Hüllemann aus Kappel ist ein eifriger Kulturnachtgänger. Für ihn als Musiker der FZ Musikband Dauchingen ist es es ein interessanter Auftritt: „Weil man hier ein breitgefächertes Publikum hat, vor dem man musizieren kann.“ Alle zwei Jahre tritt man bei der Kulturnacht auf, so der Vorsitzende der Musikband. Auch sei es ein besonderer Reiz, einmal die Kultur zu erleben, die es quer durch Schwenningen gibt und die die Vielfalt der Stadt zeigt, unterstreicht Martin Hüllemann seine Beweggründe, hierher zu kommen.

Für die Schwenningerin Elke Kromer spielt das Wetter keine entscheidende Rolle. Foto: Jochen Schwillo

Bei der Kulturnacht trifft man immer Freunde, die man meist nur an der Fasnet sieht, sagt Elke Kromer. Außerdem lerne man die unterschiedlichsten Kulturen kennen, betont die Schwenningerin. „Man bleibt mal hier und mal dort stehen und schaut sich die verschiedenen Vorführungen und Auftritte an“, so Kromer. Was das Wetter dabei macht, sei ihr egal.

Für Cornelia Gasch gehört die Kulturnacht einfach zu Schwenningen dazu. Foto: Jochen Schwillo

Für Cornelia Gasch gehört die Kulturnacht einfach zu Schwenningen dazu. „Jedes Jahr Anfang Juli, freue ich mich erneut darauf“, sagt die Schwenningerin. Es ist die Vielfalt in der Stadt, die für sie den Reiz ausmacht. „Die Kulturnacht ist ein Muss“, bekennt sich Cornelia Gasch eindeutig zu dieser Veranstaltung. Zu ihren Höhepunkten zählte die Eröffnung. Obwohl wetterbedingt nicht so viele Leute auf den Muslenplatz kamen, betont Cornelia Gasch, das selbst der Regen den Beginn der Kulturnacht nicht trüben könne.