Am Samstagabend, 18. April, steigt die elfte Rottenburger Kulturnacht. Geplant sind mehr als 80 Veranstaltungen an 25 Orten. Viele dauern eine halbe Stunde, danach zieht man weiter.
Man kauft sich einen Einlassbändel („Keyholder“) und zieht los, lässt sich treiben und von den Klangfetzen locken. Wenn der erste Veranstaltungsort schon überfüllt ist, dann bummelt man halt weiter zum nächsten. Oder man nimmt sich das Programmheft vor und arbeitet einen minutiös getakteten Rundgang zu denjenigen Aufführungen aus, die man unbedingt erleben will. Es ist wieder Kulturnacht in Rottenburg, die elfte Auflage, im Zwei-Jahres-Rhythmus. Auf ins Getümmel!
Zwei Dutzend Locations sind dabei, quer durch die Rottenburger Altstadt: vom Römermuseum am Eugen-Bolz-Platz bis zum Weinhaus Stanis an der Staig und zum Jugendhaus Klause oberhalb des Bahnhofs. Sie bieten den ganzen Samstagabend, 18. April, ein vielfältiges Programm: Konzerte, Theater, Filme, Comedy, Tanz, Lesungen, Ausstellungen. Zum Zuhören, zum Anschauen und zum Do-It-Yourself. Manches steigt auch unter freiem Himmel. Die Wettervorhersage ist vielversprechend.
Kultur-Speed-Dating
Viele Akteure des Samstagabends sind in Rottenburg bekannt. Sie treten auch sonst in der Stadt auf, oft mit abendfüllenden Veranstaltungen. Die Kulturnacht dagegen lockt mit kleinen Häppchen. Die meisten Aufführungen dauern nur eine halbe Stunde, danach zieht man weiter. Mit diesem Speed-Dating erlebt man einen schönen Querschnitt durch die regionale Kulturszene.
Manche Locations machen nur kurz auf, für ein oder zwei Acts. Andere haben den ganzen Abend über geöffnet und bieten wechselnde Aufführungen. Die meisten Künstler treten übrigens ohne Gage auf.
Stadtkapelle und Shanty-Chor
Den Auftakt gibt um 17 Uhr die Rottenburger Stadtkapelle, und zwar nicht in ihrem natürlichen Habitat (Festhalle und neue Musikschule), sondern: im Bischöflichen Ordinariat in der Oberen Gasse. Das sinfonische Ensemble hat ein halbstündiges Programm unter dem Titel „Sounds of Heimat“ ausgearbeitet (Wiederholung um 19 Uhr). Und auf dem Marktplatz kann man ab 17.15 Uhr vorglühen, mit dem Musikschul-Chor „Sing it!“ unter Leitung von Gwendolyn Kurz.
Ab 18 Uhr geht es dann Schlag auf Schlag. Die Einzelheiten können wir hier nicht aufzählen: Geplant sind mehr als 80 Aufführungen (manche mehrmals hintereinander) an 25 Orten. Allein im Doppelgebäude Volkshochschule/Musikschule könnte man schon den halben Abend verbringen, so viel wird dort geboten. In der Zehntscheuer tritt unter anderem der Shanty-Chor der Marinekameradschaft auf. Auch Dom und Morizkirche laden ein, ebenso wie manche Örtlichkeiten, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind: beispielsweise der Gaisholzturm am Stadtgraben.
Die „Nacht“ läuft früh aus
Am besten orientiert man sich am Programmheft, das an den einschlägigen Stellen ausliegt. Trotz der großen Vielfalt habe es bisher keine nennenswerten Änderungen oder gar Absagen gegeben, teilte die städtische Pressestelle auf Nachfrage mit.
Nicht im Programmheft enthalten ist ein „KI-Event“ auf dem Eugen-Bolz-Platz. Diese Veranstaltung beginnt bereits um 13 Uhr und bietet ebenfalls eine bunte Mischung aus Performance, Comedy und visueller Kunst, rund um das Thema „Künstliche Intelligenz“. Am Abend geht sie sozusagen nahtlos in die Kulturnacht über (bis 22 Uhr).
Nach 23 Uhr sind nur noch wenige Locations bespielt. Die Rottenburger Kultur„nacht“ klingt allmählich aus. Wer sich das Motto „Wach bleiben!“ wirklich zu Herzen nehmen will, der muss nach Mitternacht an die Ränder ausweichen: Im „Haus am Nepomuk“ spielt dann noch die Hausband Fayr, und im Theater Hammerschmiede (draußen beim Freibad) ist „Kulturbar“ mit regionalen Weinen und veganem Fingerfood. Nur im Jugendhaus Klause kann man beim wilden Auftritt der Neurutics und DJ-Disco dem Sonnenaufgang entgegentanzen.
Vorverkauf und Abendkasse
Die Einlassbändel
bekommt man bis einschließlich Freitag bei der städtischen WTG am Marktplatz und im Bahnhof. Im Vorverkauf kosten die Bändel elf Euro, Schüler und Studierende zahlen acht Euro, Kinder unter 14 Jahren kommen überall kostenlos rein.
Für die Abendkasse
am Samstag gibt es fünf Verkaufsstellen: bereits ab 17 Uhr in der Stadtbibliothek, ab 17.30 Uhr in der Zehntscheuer, später auch im Römermuseum, in der Eintracht und im Jugendhaus Klause.
Das bedeutet:
An den meisten Locations gibt es keinen Ticketverkauf! Am Samstag kosten die Bändel 13 Euro, ermäßigt 9 Euro.