Entstanden aus dem Agenda-Prozess für nachhaltige Entwicklung, hat sich Steinens Initiative „Kunst und Kultur“ zu einer festen Größe in Steinen entwickelt.
Ausstellungen, Lesungen, große Open-Airs und eher kleinere Kammerkonzerte: Steinens Initiative „Kunst und Kultur“ bereichert seit 20 Jahren das kulturelle Leben der Gemeinde. Was deren Engagement seit Gründung durchzieht, ist der Wunsch nach einem adäquaten Veranstaltungsort.
Aus einem Bürgerwunsch heraus entstanden
Während des Agenda-Prozesses 2003 war für einige Bürger in Steinen das kulturelle Angebot zu wenig sichtbar. Es gab da und dort Ausstellungen oder Konzerte, aber es wurde der Wunsch laut, man müsste die Angebote bündeln. Daraus entstand erst eine Rubrik im Amtsblatt. Und weil man schon mal dabei war, kam die Idee auf, selbst Konzerte zu veranstalten.
Das erste Konzert mit Sandy Williams und Henry Uebel im Jahr 2006 in der Schule in Steinen war ein Riesenerfolg. Die Kulturförderer waren begeistert, weitere Konzerte folgten. Doch für kleinere Veranstaltungen brauchte es einen intimeren Raum. Die Kaffeemühle, das Begegnungscafé des Seniorenzentrums mitten im Ort bot sich an. Es gab Parkplätze, und auch das Seniorenzentrum Mühlehof war wie die Kulturinitiative aus der Bevölkerung heraus entstanden. Man förderte sich also gegenseitig.
Blues, Pop, Global-Pop-Konzerte gab es plötzlich auch in Steinen. „Wir hatten auch alle Kinder, deshalb wollten wir Veranstaltungen im Ort“, betont die erste Vorsitzende Christel Mohr im Rückblick. Immer kamen die Ideen von Bürgern. Da lud die Kaffeemühle zum Tangokonzert mit anschließender Milonga (Tango-Tanzabend) ein. Einen Chanson-Abend mit französischem Buffet gab es. Oder ein Konzert nach einer Begegnung im Urlaub: Die beiden Gitarristen kamen aus auf Einladung von Berlin nach Steinen. Vereinsmitglieder sorgten für die Tapas-Angebote. Dann kam die Idee mit den Bildvorträgen, und zwar immer noch in der Kaffeemühle. Man holte die weite Welt nach Steinen. Denn auch unter den Vereinsmitgliedern gab es passionierte Fotografen, weit gereiste Globetrotter, die von ihren Reisen oder ihren Begegnungen mit der Natur oder der fremden Kultur erzählen konnten. Herausragend sicher der Vortrag im November 2024 mit Thomas Schwab aus Lörrach, der mit Hilfe von Mikrofotografie eine völlig neue Sicht auf die Welt der Insekten ermöglichte. Die Bildvorträge gibt es noch immer. So begeisterten jüngst Marion und Ralf Hermann aus Grenzach mit ihrer Reise nach Sizilien das Publikum. Viele reisen nach Italien, aber nur wenige reisen mit einer zum Wohnmobil ausgebauten Vespa-Ape ins Land, wo die Zitronen blühen.
Freiluftkonzerte kommen bei den Besuchern an
Eine große Erfolgsgeschichte ist Steinens Open-Air. Jürgen Vosskuhl hatte den Konzertveranstaltern seine Gärtnerei angeboten. Hier feierte Steinens Bevölkerung ausgelassen ihre unvergessenen Sommerpartys. Als Ort folgte das Schwimmbad. Als Notlösung während der Auflagen unter Corona entstanden, zieht die Idee, Konzerte mit einem mitgebrachten Picknick zu verbinden, mittlerweile weite Kreise. „Anders“, die badische Boygroup, war hier zu gegen. Die südafrikanische Sängerin Thabilé, Thomas Scheytt oder eben zu Beginn Steffi Lais und Sandy Williams mit musikalischen Freunden. Die Vorbereitungen für das nächste Konzert im Sommer laufen.
Als regelmäßige Veranstaltung hat sich die Reihe Klassik@5 etabliert. In Zusammenarbeit mit der Musikschule Mittleres Wiesental präsentieren sich deren Lehrer in verschiedenen Ensembles und in verschiedenen Genres.
Auch Ausstellungen veranstaltet Kunst und Kultur. Hier hat sich die Zusammenarbeit mit der Christuskirche bewährt, deren Gemeindesaal ist immer wieder Veranstaltungsort für Ausstellungen hiesiger Künstler.
27. Februar 19 Uhr: 20 Jahre Kunst und Kultur in Steinen im Foyer des Meret-Oppenheim-Schulzentrums, Eisenbahnstraße 26; Festabend mit dem Chor Harmonie aus Weitenau und dem Saxofon-Ensemble „Sax4“ der Musikschule. Die Festrede hält Uli Führe. Der Eintritt ist frei. Einlass ist um 18.30 Uhr. 28. Februar. 19.30 Uhr: Konzert mit dem Gitarrenduo The Bruskers aus Italien. Der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis (Einlass ab 19 Uhr).