Perfekte Vorbereitung: Patrick Kolb (von links), Fabian Walter und David Walter von der Kulturgemeinschaft Empfingen freuen sich auf ein ereignisreiches Fest-Wochenende. Foto: Jürgen Baiker

Empfingen richtet anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Kulturgemeinschaft das Ringtreffen des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu aus.

Die Gemeinde Empfingen steht vor einem der größten Ereignisse der vergangenen Jahre: Von Freitag, 30. Januar, bis Sonntag, 1. Februar, richtet die Kulturgemeinschaft Empfingen anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens das Ringtreffen des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu aus. Mit 26 Ringzünften sowie zahlreichen befreundeten Zünften wird der Ort für drei Tage zur Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet.

 

Harte Arbeit liegt hinter den Verantwortlichen – jetzt läuft der Endspurt. Die letzten Tage waren intensiv, doch die Vorbereitungen laufen bereits seit dem letzten Ringtreffen in Horb vor zwei Jahren auf Hochtouren. Ein großes Organisationsteam feilt seitdem an jedem Detail, vom Festgelände über die Umzüge bis zum Programm in der Täleseehalle.

Das Programm Das närrische Wochenende startet am Freitag, 30. Januar, um 18.30 Uhr mit dem Freundschaftsabend in der Täleseehalle. Am Samstag, 31. Januar, folgt ab 13.30 Uhr der Kinderumzug durch den Ort mit anschließendem Kindernachmittag. Abends steht ab 18.30 Uhr der Brauchtumsabend mit Zunftvorstellungen in der Täleseehalle auf dem Programm.

Die Gäste können kommen. Es ist so gut wie alles hergerichtet. Foto: Jürgen Baiker

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit der Narrenmesse in der Pfarrkirche St. Georg, gefolgt vom Zunftmeisterempfang im Rathaus (11 Uhr, geladene Gäste). Höhepunkt ist der große Jubiläumsumzug am Sonntag ab 13.30 Uhr, wenn Schellen, Masken und bunte Häser durch Empfingen ziehen.

Das Fasnet-Epizentrum Zentrum des Geschehens ist die Täleseehalle mit Festzelt, wo an allen drei Tagen gefeiert wird. „Für Speisen, Getränke und musikalische Unterhaltung ist bestens gesorgt“, heißt es in der Ankündigung. Ergänzt wird das Programm durch die traditionelle Fleggafasnet, bei der auch viele Empfinger Vereine mitwirken und die vor allem zivilen Gästen einen offenen Zugang zur Fasnet ermöglicht, wie auch in der Festschrift berichtetet wird.

Besucher sollten sich auf ein hohes Gästeaufkommen einstellen und nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrgemeinschaften nutzen. Entlang der Umzugsstrecken kann es zu Straßensperrungen kommen.

Mit viel Herzblut, Erfahrung und Gemeinschaftssinn bereitet sich Empfingen auf ein närrisches Großereignis vor. Das Ringtreffen 2026 verspricht drei Tage voller Brauchtum, Musik und Begegnungen – und ein würdiges Jubiläum für 75 Jahre Kulturgemeinschaft.

Schöne Gestaltung: Die Wandvertäfelung wird sicher auch beim Zunftmeisterempfang gut ankommen. Foto: Jürgen Baiker

Ringtreffen trifft Gemeinde mit alter Tradition Das Ringtreffen macht Station in einer besonderen Fasnetsgemeinde. Die Empfinger Fasnet blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück und ist geprägt von einer lebendigen Flecken- und Straßenfasnet, die bis heute frei gelebt wird. Neben der organisierten Narrenzunft existieren in Empfingen zahlreiche ursprüngliche Bräuche, die von Kameradschaften und Cliquen getragen werden – ein Alleinstellungsmerkmal, auf das man vor Ort stolz ist. Typisch für Empfingen sind die vielfältigen historischen Figuren wie Strohbären, Rußhexen, Ausgestopfte, Kneller, Bäuerle, Domino oder Bajass.

Besonders der „Ruaßige Dauschtig“, an dem die Rußhexen durchs Dorf ziehen und die Menschen mit Ofenruß schwärzen, gehört zu den archaischen Bräuchen, die bis heute gepflegt werden. Insgesamt sind mindestens zehn unterschiedliche Narrentypen bekannt, die das Bild der Empfinger Fasnet prägen und jedes Jahr neu beleben. Bis heute legt die Kulturgemeinschaft großen Wert auf Traditionspflege – mit historischen Häsfiguren, Musik, Tanz und der Weitergabe des Brauchtums von Generation zu Generation.

Die Empfinger Fasnet gilt damit als authentisches Beispiel schwäbisch-alemannischer Fastnacht, in der Geschichte, Gemeinschaft und gelebte Kultur eng miteinander verbunden sind.