Ob Gitarre, Mundharmonika oder Saxofon: Die Band Bosstime beeindruckte beim Kulturgarten mit musikalischen Fähigkeiten. Foto: Hanna Petermann

Mitreißende Stimmung, starke Musik und ein Statement: Die Springsteen-Tribute-Band Bosstime verwandelte den Kursaal in eine energiegeladene Tanzfläche und überzeugte das Publikum.

„What time is it? Bosstime!“ Und zwar den ganzen Samstagabend lang. Die sechs Männer der Bruce Springsteen-Tribute-Band Bosstime sorgten für ein volles Kurhaus und jede Menge Stimmung.

 

Aufgrund der schlechten Wetterlage wurde das Kulturgarten-Konzert vom Kurgarten in den großen Kursaal verlegt, was jedoch kein Hindernis für Band, Catering oder Besuch gewesen sei, erzählte Veranstaltungsleiterin Corinna Gerlach. Im Gegenteil: Mit 420 Besuchern sei das absolute Maximum erreicht worden, mehr Menschen hätten nicht in den Saal gepasst. Neben Tischen und Stühlen waren einige Stehtische aufgestellt und eine große Tanzfläche vorhanden.

Freudenstadt tanzt ab der ersten Minute

Kaum war um 19 Uhr Einlass, strömten die Besucher hinein: Vor allem Menschen über 50 prägten das Bild. Um Punkt 20 Uhr gab die Band mit dem Springsteen Hit „Ghosts” den Startschuss. Schon ab dem ersten Lied füllte sich die Tanzfläche mit einem klatschenden und tanzenden Publikum, das vor guter Laune nur so sprühte. Eine Energie, die den ganzen Abend nicht abnahm, sondern immer mehr Menschen im Kursaal mitriss.

Auch Leadsänger Thomas Heinen machte immer wieder klar, dass diese Stimmung genau das sei, was er bei einem Konzert der Band erreichen und auch erwarten würde. „Sitzen is fürn Arsch, sagen wir im Rheinland“, animierte er die Besucher auf den Sitzplätzen zum Aufstehen und Mittanzen.

Klares politisches Statement

Zwischen beeindruckenden Gitarrensoli und Mundharmonikaeinsätzen ließ es sich Heinen allerdings nicht nehmen, auch ein paar ernstere Töne anzuschlagen. Zwar immer mit einer Prise Humor, doch sehr klar und deutlich: „Wir brauchen keine hellblauen Plakate, die uns irgendeine Scheiße erzählen wollen”, äußerte er sich bestimmt. Ihm sei wichtig, die „Freude in Deutschland mit offenen Grenzen und all der Weltoffenheit“ zu behalten. „Die Erde ist rund und jeder soll so weit laufen und dort anhalten, wo er möchte.“ Ein klares politisches Statement, das beim jubelnden Publikum gut ankam und mit dem Lied „Chimes of Freedom“ sofort musikalisch untermauert wurde.

Publikum feiert den Springsteen-Sound

Die Band setzte mit „Dancing in the Dark“ den Schlusspunkt ihres Auftritts und sorgte damit noch einmal für ausgelassene Stimmung im Saal. Mit viel Energie und sichtbarer Freude wurde das letzte Lied gefeiert, sodass der Abend in einem stimmungsvollen Finale endete.

Auch das Feedback nach dem Konzert fiel entsprechend positiv aus. Veranstaltungsleiterin Gerlach berichtete, eingefleischte Springsteen-Fans hätten von einem nahezu identischen Sound zum Original geschwärmt.

Begeistert zeigten sich auch Heike und Micha Wirth, die zum ersten Mal ein Konzert der Band besuchten. Sie würden sofort wieder kommen. Die Band hätte definitiv noch mehr Publikum verdient. Neben den musikalischen Fähigkeiten beeindruckte sie vor allem die mitreißende Ausstrahlung und der Mut, ein klares politisches Statement abzugeben.