Das Jaspisbergwerk in Kleinkems hat eine hohe überregionale Bedeutung. Erhalt und Pflege sind nun auch gesichert, falls sich der Museumkreis Efringen-Kirchen auflöst.
Eigentlich sollte sich der Förderverein des Museums in der Alten Schule in seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung kürzlich auflösen. Allerdings waren doch zu viele Mitglieder, Gemeinderäte und Bürger dafür, den Verein weiterzuführen, so dass die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit für die Auflösung nicht zustande kam.
Trotzdem hatte sich der Vorstand im Vorfeld Gedanken gemacht, wie es mit der Patenschaft für das Jaspisbergwerk in Kleinkems oder Vereinsprojekte weitergehen könnte. Darüber zeigte sich die anwesende Bürgermeisterin Carolin Holzmüller erfreut: „Ein dickes Dankeschön, es ist schön, dass Sie nicht einfach hinschmeißen, sondern sich um die Zukunft gekümmert haben, obwohl Sie im Vorstand so dezimiert sind.“
Das einzigartige Feuersteinbergwerk, mit hoher überregionaler Bedeutung, liegt dem Museumsförderverein am Herzen, wie Ehrenvorsitzende Helga Meier im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte.
Für sein Engagement ist der Förderkreis im Jahr 2016 beim „Tag des Bürgerengagements“ vom Landkreis Lörrach ausgezeichnet worden. Um den Erhalt und den Zugang zum Bergwerk sicherzustellen, übernimmt der Förderkreis jährlich Pflegearbeiten, schneidet die Vegetation zurück oder entfernt Humus, der sich gebildet hat.
Nach dessen Auflösung geht die Patenschaft an die Bergwacht Istein über, was per Vertrag mit der Gemeindeverwaltung festgehalten sei, wie Holzmüller erklärte. Deshalb ist auch rechtlich klar geregelt, dass diese nun nach der gescheiterten Auflösung beim Museumsförderverein bleibt.
Doch weil der Verein derzeit mit seiner Interimsvorsitzenden Marion Casper-Merk offiziell ruht und sich derzeit vielleicht nicht um das Bergwerk kümmern kann oder will, bestünde die Möglichkeit zur Kündigung des Vertrags mit einer vierteljährlichen Frist – also die Zeit, die sich der Verein bis zur nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung gegeben hat, um erneut über eine Auflösung zu entscheiden.
„Ich denke, dass wir auf die Bergwacht Istein zugehen könnten, ob sie während dieser Übergangszeit bereits Aufgaben übernehmen kann“, sagte Caspers-Merk bei der Mitgliederversammlung und rannte bei Guido Stark, dem Isteiner Bergwacht-Vorsitzenden, offene Türen ein: er gab bekannt, dass die Ortsgruppe dem Förderkreis auch ganz unbürokratisch zur Seite zu stehe.
Seit 2015 bietet der Förderverein des Museums in der Alten Schule zum Tag des Geotops im September Führungen im Jaspisbergwerk in Kleinkems an, dank Unterstützung der Bergwacht Istein und ihrer großen Leiter.
Ende April 2023 hatte der Verein um Birgit Meier, Joachim Gröbke und Michael Schweitzer mit einem Aktionstag einen zweiten Termin im Jahr angeboten, der mehr als 100 Besucher anlockte: mit Besichtigung des Modells im Museum in der Alten Schule und anschließender Fahrt nach Kleinkems zum Bergwerk.
„Sonderbare Höhle“ als Feuersteinbergwerk identifiziert
Noch im Jahr 1940 war es das erste bekannte jungsteinzeitliche Bergwerk in Europa, heißt es auf der Webseite des Museumsfördervereins. Seinerzeit hatte man eine „sonderbare Höhle“ als Feuersteinbergwerk identifiziert. Holzkohle-Brösel zeigten, dass zwischen 4250 und 4050 vor Christus an der Kleinkemser Felswand Leute gearbeitet haben.
Heute seien zahlreiche Bergwerke und Bergbaureviere auf Feuerstein (Silex, Flint) gefunden und archäologisch untersucht worden, heißt es weiter. Auch in Kleinkems waren mehrfach Archäologen zugegen. Einen Teilbereich der Ausgrabungen von 1951bis 1953 hat man nicht wieder zugeschüttet. Dieser heute sichtbare Teil stelle nur einen kleinen Abschnitt der ehemaligen Abbau-Bereiche dar.
Das Bergwerk ist heute ein geschütztes Kulturdenkmal, heißt es auf der Webseite. Der Zugang sei schwierig, so dass das Bergwerk nur am Tag des Geotops besichtigt werden könne. Kleinkems sei aber deutschlandweit das einzige „Besucherbergwerk“ auf Silex/Feuerstein/Flint. Steinzeitliche Abbauspuren seien nur dort zu sehen.
Verbindungen zu Forschern der Uni Basel
Wegen dieser Zugänglichkeit zog es auch 2003 und 2004 Professor Frank Siegmund und Grabungsleiter Felix Engel von der Universität Basel zu Forschungsgrabungen nach Kleinkems. Das Ergebnis: die Holzkohle stammt aus der Zeit 4250 bis 4050 vor Christus. Darüber hinaus konnten Schutthalden des neolithischen Bergbaus nachgewiesen werden.
Auch derzeit bestehen Verbindungen zu Forschern der Uni Basel, wie Joachim Gröbke, zweiter Vorsitzender des Museumsfördervereins, in der Versammlung erklärte.
Er selbst und das jüngste Mitglied Michael Schweitzer gaben bekannt, sich auch nach der möglichen Auflösung des Museumsförderkreises für das Japisbergwerk zu engagieren. Interimsvorsitzende Marion Caspers-Merk schlug vor, die Kontakte zur Uni Basel für Vorträge zu nutzen – auch unterm Jahr. Die Anwesenden bei der Versammlung – Mitglieder, Gemeinderäte und Bürger – nahmen diese Idee wohlwollend auf.