Zur 94. Hammond Jazz Night hat der „Jazz & Soul Genius“ Jürgen Waidele den Sprung vom Kulturbesen in die Szene 64 geschafft.
Wie ein wiedergefundener Freund wurde der Bandleader von Conversation aufgenommen von seinen Fans in der bis in die letzten Reihen voll besetzten Szene 64.
Auch die Musiker kennen sich aus den Kulturszenen in der Stadt von der Majolika 1997 über die Jazz-Initiative beim Moos bis zum Kulturbesen in den 20er-Jahren dieses Jahrhunderts. Die Musiker der Hammond Jazz Night kannten sich schon seit der ersten Jazz Night im Park Hotel 2006. Bei Waidele liefert sein kongenialer Partner Arno Haas seit 30 Jahren den warmen und genau so oft den fetzigen Sound auf der Route 66 von Conversation. Mit dem Intro spielte Reinhold Hettich an der Hammond eine stimmungsvolle Passage zur Adventszeit ein, und Jürgen Waidele nahm den Hinweis auf und eröffnete mit „These Are The Days“ von Jamie Cullum und war damit schnell in seinem Element mit Soul und Blues, verstärkt durch Rares Popsa an der Gitarre und natürlich durch den Saxofon-Drive von Arno Haas. Spätestens zu „Light my fire“ hatte Jürgen Waidele bei seinen Zuhörer das Feuer für Soul entfacht, zumindest auflodern lassen für eine fließende Conversation. Und die floss auch zwischen den Musikern auf der Bühne, so dass Jörg Bach sein Drum-Solo zelebrierte und Rares Popsa Raum für seine gefühlvollen Gitarrensolos fand.
Hammond, Bebop und feine Ironie
Reinhold Hettich konnte erklären, dass der Föhn nicht nur für seine Lockenpracht sorgt, sondern für fließendes Öl in der Orgel.
Das brachte er auch zu Gehör im obligatorischen Bebop, bei dem einfach alles möglichst flott im Fluss sein muss. Für ihre Hymne „Georgia“ werden Jürgen und Arno irgendwann Mal dort zu Ehrenbürgern, wie der selige Komponist Ray Charles. Ihre romantischen Seiten legten sie im Duo im zarten Love Song auf die Tasten. Auf der Route 66 und der Zugabe ging es quer durch eine USA, die wie die ehemalige Road der Sehnsucht nicht mehr existiert.