Das Publikum erlebte im Café Hirschbrunnen ein Konzert voller Nähe, Energie und großer Jazzmomente. Foto: Karin Zeger

Kurz vor ihren nächsten Auftritten in Zürich und Barcelona machten Nadja Brezger und Valentin Melvin Station in der Talstadt.

Die nächsten Auftritte in Zürich und Barcelona stehen kurz bevor – und dazwischen machten zwei Musiker Station im Herzen von Schramberg: Nadja Brezger (Gesang) und Valentin Melvin (Piano). Am Freitagabend blickten sie im Café Hirschbrunnen in viele vertraute Gesichter. Beide haben familiäre Wurzeln in Schramberg – und gewannen mit diesem Konzert sicherlich auch einige neue Fans in ihrer Heimat.

 

Wer in Sachen Jazz auf Nummer sicher gehen möchte, lädt sich Valentin Melvin, Jahrgang 1997, ein. Das wissen nicht nur internationale Konzertveranstalter, sondern auch die Schramberger. Seine Musik: überschwänglich. Sein Können: beeindruckend. Der Pianist, Komponist und Klavierlehrer lebt in Zürich, hat seinen Master Pedagogy Jazz 2025 abgelegt, um gleich den Masterstudiengang Performance Jazz zu machen – und augenscheinlich spielend leicht gleich in mehreren Bands erfolgreich unterwegs zu sein.

Erster gemeinsamer Auftritt

Und nun also wieder Schramberg. Und dieses Mal mit Nadja Brezger. Brezger? Ältere Schramberger werden bei diesem Namen aufhorchen: Dieter Brezger war von 1979 bis 1986 evangelischer Pfarrer in Schramberg – und die Künstlerin ist seine Enkeltochter. Die Sopranistin, in Konstanz aufgewachsen, liebt Jazz in allen Facetten und lebt diesen in verschiedenen Projekten aus. Auch sie kann einen Master vorweisen – Jazzgesang mit Schwerpunkt Musikpädagogik – und lernte den Pianisten während ihrer Studienzeit in Mainz kennen. Für ihren ersten gemeinsamen Auftritt haben sich die Künstler jetzt Schramberg ausgesucht – das Publikum im voll besetzten Café wusste es zu schätzen. „Ein Konzert wie eine warme Dusche“, kommentierte ein begeisterter Gast den Auftritt.

Mal klar, mal robust

Bei Stücken wie „Bye Bye Blackbird“, „Skylark“, „Georgia On My Mind“ und „Besame Mucho“ begeisterte Nadja Bregzer mit ihrer Stimme – mal klar, mal robust, aber immer kraftvoll und unverkennbar. Die weit geöffneten Terrassentüren ließen Jazz und Swing hinaus auf die Straße strömen und zogen Passanten beinahe magisch an. Einige ließen sich sogar zu einem Tanz unter freiem Himmel hinreißen.

Nach zwei Zugaben ging ein bewegender Abend mit Jazzclub-Atmosphäre zu Ende.