Über steigende Besucherzahlen freut sich das „ErfinderZeiten“ Museum. Foto: Behrens

22 000 Besucher im „ErfinderZeiten“, stabile Zahlen im Eisenbahnmuseum und ein Plus im Stadtmuseum: Trotz steigender Kosten bleibt das Interesse an ungebrochen.

Während vielerorts Museen mit sinkenden Besucherzahlen und steigenden Kosten zu kämpfen haben, entwickeln sich die Häuser in Schramberg weiter positiv. Egal ob Technik, Stadtgeschichte oder Eisenbahnnostalgie, das Interesse in Schramberg ist weiterhin ungebrochen. Besonders das Auto- und Uhrenmuseum „ErfinderZeiten“ verzeichnet erneut steigende Besucherzahlen. Gleichzeitig stehen auch die Schramberger Museen – wie viele kommunale Einrichtungen – unter finanziellem Druck.

 

„Schramberg bietet die größte Indoor-Museumslandschaft im Mittleren Schwarzwald“, sagt Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr auf Anfrage unserer Redaktion. Neben dem „ErfinderZeiten“ und dem Stadtmuseum Schramberg unterstützt die Stadt auch das Eisenbahnmuseum Schwarzwald sowie über die kostenfreie Bereitstellung eines Gebäudes das Tennenbronner Heimathaus. Gerade im Tourismusverbund mit dem Kinzigtal werde Schramberg für sein „Schlechtwetterprogramm“ sehr geschätzt.

Besucherzahlen auf stabilem Niveau

Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht diese Bedeutung. Das „ErfinderZeiten“ verzeichnete 2025 rund 22 000 Besucher – nach 21 000 im Jahr 2024 und 20 000 im Jahr 2023. Auch das Eisenbahnmuseum zeigt Konstanz: In den vergangenen drei Jahren kamen jeweils rund 12 000 Gäste. Das Stadtmuseum konnte seine Besucherzahlen nach dem Corona-Einbruch deutlich steigern: von etwa 2000 im Jahr 2021 über rund 5000 in 2022 und 7000 in 2023 auf nun rund 8000 im vergangenen Jahr. Für Eisenlohr ist die Rolle der Museen klar: „Die Museen sind nicht nur Vermittlungsorte für Geschichte und Kultur, sondern sorgen mit ihren vielfältigen Veranstaltungsformaten auch für lebendigen Austausch und Begegnung.“ Alle Museen, „natürlich auch diejenigen, die sich in privater Hand befinden“, trügen zur Attraktivität Schrambergs für Einheimische und Gäste bei.

Das Stadtmuseum konnte seine Besucherzahlen seit Corona deutlich steigern. Foto: Behrens

Personell arbeiten die Häuser mit einer schlanken Struktur: eine Leitung in Vollzeit sowie mehrere Teilzeitstellen. Hinzu kommt starkes ehrenamtliches Engagement. Im Auto- und Uhrenmuseum unterstützen acht bis zehn Ehrenamtliche aus dem Förderverein Technikmuseen, im Stadtmuseum engagieren sich rund zehn Ehrenamtliche regelmäßig.

Hohe Kosten und begrenzte Einnahmen

Finanziell bewegen sich die Museen im üblichen Spannungsfeld kommunaler Einrichtungen. „Der Aufwand besteht aus Personal- und Sachkosten“, erklärt Eisenlohr.

Die Gesamtkosten des Stadtmuseums belaufen sich 2025 nach heutigem Stand auf etwa 300 000 Euro, beim „ErfinderZeiten“ auf rund 500 000 Euro. Dem stehen Einnahmen von etwa 9000 Euro im Stadtmuseum – vor allem aus Shopverkäufen und Trauungen – sowie rund 177 000 Euro im „ErfinderZeiten“ aus Eintrittsgeldern, Führungen, Shopverkäufen, Kombikartenabrechnungen und Raummieten gegenüber.

Seit Jahren schreibt das Eisenbahnmuseum konstante Besucherzahlen. Foto: Behrens

Regelmäßige Förderprogramme gebe es nicht, wohl aber projektbezogene Zuschüsse. Zudem erhielten beide Häuser regelmäßig Spenden aus der Bürgerschaft. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung wurden dennoch Anpassungen vorgenommen. Beim „ErfinderZeiten“ wurden zum 1. Januar die Eintrittspreise erhöht und Anzeigenschaltungen reduziert.

Trotz steigender Kosten beantwortet Eisenlohr die Frage nach dem „Lohnen“ eindeutig: Die Einrichtungen seien „nicht nur Vermittlungsorte für Geschichte und Kultur, sondern sorgten mit ihren vielfältigen Veranstaltungsformaten auch für lebendigen Austausch und Begegnung“.