Ein Stück des Ostdorfers Thomas Haug ist in Oberaudorf aufgeführt worden. Foto: privat

Vor allem: Spaß machen, sagt Thomas Haug. Er schreibt Theaterstücke, die quer durch die Republik gespielt werden. Jetzt gründet er seine eigene Truppe.

Wenn ein fiktives Dorf plötzlich ein Großevent ausrichten soll, dann ist das „Radau auf der Gartenschau“. So zumindest heißt das Theaterstück aus der Feder von Thomas Haug. Beim Publikum und bei den Schauspielern und Regisseuren kommt die Story bestens an, das Stück wurde vielfach aufgeführt.

 

Das elfte Stück hat Haug, der in Stuttgart Film studiert hat, gerade abgeschlossen. Die Tinte ist noch nicht trocken, da drängt sich schon die nächste Idee ans Tageslicht. Worum es geht? Das wird nicht verraten, denn der Autor träumt von einer Uraufführung in seinem Heimatort Ostdorf.

Es soll ein ganzes Festival werden

Ganz unrealistisch ist das nicht: noch vor dem offiziellen Aufruf haben sich bereits Schauspieler, Techniker, Maskenbildner oder Organisatoren bei Thomas Haug gemeldet. Sie alle wollen mitmachen beim „Theater Ostdorf“. An Haugs Seite ist dabei Waltraut Trick, die lange Zeit die Theatergruppe des Musikvereins Ostdorf geleitet hat.

Kleine Brötchen backen will Haug, dessen Stücke von einem renommierten Theaterverlag vertrieben werden, dabei nicht. Er träumt von einem jährlichen „Mundart-Theater-Festival Ostdorf.“ Das findet man offenbar auch an anderer Stelle gut, Haug wird unterstützt vom Verein Freiraum kreativ.

Thomas Haug Foto: Thiercy

Haugs Leidenschaft fürs Theater wurde bei der – mittlerweile nicht mehr aktiven – Volksbühne Balingen geweckt. „Anfangs war ich dort Techniker“, erzählt Thomas Haug beim Besuch in unserer Redaktion. Die Volksbühne kaufte die Stücke von Verlagen. „Ich dachte, das kann man sich sparen.“ Haug lacht: kurzerhand hat er sein eigenes Stück gezimmert.

„Hotel Papa – Vorsicht auf Gleis drei“ wurde 2019 uraufgeführt. Schon damals hat er einige Rollen den Schauspielern auf den Leib geschrieben, das soll auch in Ostdorf so sein.

„Radau auf der Gartenschau“

Jüngst war Haug mit seiner Frau und den beiden Kindern in Oberaudorf, um sich eine Inszenierung von „Radau auf der Gartenschau“ anzusehen. Für den Autor sind solche Abende immer eine Wundertüte. „Jede Truppe macht das Stück zu ihrem eigenen.“ Das überrascht den Autor immer wieder, wie er zugibt. Meistens im guten Sinn. „Aber wenn was weggestrichen wird, dann finde ich das schon auch schade.“

„Jakobs Weg in die Rumpelkammer“ ist übrigens der aktuelle Bestseller von Thomas Haug. Sechs Volkstheatergruppen landauf, landab haben das Stück in dieser Saison parallel inszeniert. Wie alle seine bisherigen Stücke ist es ein heiteres Thema: Ein Vater will den Jakobsweg wandern, allerdings hocken schon an der ersten Kreuzung Klimakleber. Der Mann wird von der Polizei mit Fußfesseln ausgestattet und nach Hause geschickt – dort allerdings wohnt sein Chef zur Untermiete und der Protagonist sieht keine andere Wahl, als sich als Haushälterin auszugeben.

Wie einem der Schnabel gewachsen ist

Wo nimmt Thomas Haug die Ideen her? „Die Figuren sind einfach irgendwann da und entwickeln sich von selbst“, sagt er. Manchmal kenne er das Ende der Geschichte, manchmal nicht.

Wichtig ist ihm zu sagen, dass man auch ohne Bühnenerfahrung willkommen sei. Und wegen des Dialekts müsse man sich auch keine Sorgen machen: „Schwäbisch sprechen ist keine Voraussetzung.“ Mundart bedeute, dass jeder so reden kann, wie einem der Schnabel gewachsen sei.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.theater-ostdorf.de