Moritz Keller (links) und Rafael Hummel brachten ihre Zuschauer mit ihren Sketchen zum Lachen. Foto: Kosowska-Németh

Konzertreihe: "Musik trifft Humor" eröffnet die neue Saison

Die Nagolder Konzertreihe startete in die neue Saison. Den Anfang machten die "Lieblinge" des Nagolder Publikums Rafael Hummel und Moritz Keller (Sketche) sowie Christoph Kieser (Querflöte) und Chaehong Lim (klassische Gitarre). Sie bescherten den Konzertgästen einen entspannten Abend bei "Musik trifft Humor".

Nagold. Das bewährte Konzept, dem Rendezvous von Musik und Witz einen eigenen Charakter zwischen ernst und leger zu verleihen ging wieder voll auf. Sowohl die Instrumentalisten als auch Komiker kamen auf ihre Kosten, wobei musikalische Beiträge die Subtilität der Komik unterstrichen.

Kieser und Lim musizieren seit einigen Jahren zusammen und verstehen sich als Duo-Partner prächtig. Ihre technische Souveränität und musikalische Empfindsamkeit führen zu dieser eindrucksvollen interpretatorischen Einigkeit, welche die klassischen Werke (Carl Philipp Emanuel Bach, Theobald Böhm, Wolfgang Amadeus Mozart) und Unterhaltungsmusik (Tim Wheater, Ian Krouse, Richard Charlton, Yiruma) gleichermaßen mit derselben künstlerischen Sorgfalt anzugehen vermag.

Das stimmungsvolle bis hochvirtuose, dynamisch differenzierte Klangbild korrespondierte nahtlos mit dem Humor des szenischen Geschehens. Sämtliche Texte schrieb der "kunstabhängige" Jurist, Texter, Bratschist und Komponist Hummel, der sein Faible für Bratsche in den Mittelpunkt der meisten Sketsche stellte.

Im Musiker-Milieu kursieren seit eh und je unzählige, harmlos und bissig-böse Witze über dieses zwischen Violine und Cello angesiedelte Instrument. Eine wahre Fundgrube also für den wachen Beobachter Hummel, der dieses Phänomen abermals auf die Schippe nahm.

Absurde Situationen abseits aller Logik

In den absurden Situationen abseits aller Logik stellten Hummel und sein gleich gesinnter Humor-Anbeter und Schulkollege aus der Nagolder Gymnasialzeit Keller ihre szenischen Fähigkeiten und Tugenden zur Schau. Sehr überzeugend wirkte Keller nicht nur in "Künstlereingang" als ein lässiger, wortkarger, stümperhafter und blasierter Türsteher, der dem verspäteten Orchestermitglied mit einem Gewehr im Bratschenkoffer den Einlass in den Proberaum erst nach einem "Probespiel" gewährt. Auch in "Bank-Experience" spielte die Viola eine entscheidende Rolle. Angesichts der Androhung "Hände hoch, oder ich spiele!" händigte der Bankangestellte Keller dem Erpresser Hummel das gesamte Bargeld aus.

Das "Schachspiel" gehört zum eisernen Repertoire der Komiker. Und wieder mal schmunzelten und lachten die Zuschauer über das Abbild der menschlichen Ignoranz, Besserwisserei und fadenscheiniger Argumentation, welche das Gegenüber an den Rand der Verzweiflung bringen.

Echte Lachsalven begleiteten "Die Inspektion", wo der ahnungslose Kunde Hilfe für seine verstimmte Bratsche suchte und leider bei einem, der "alles repariert" landete. Zu guter Letzt nahm der Spaßvogel Keller auf Geheiß des "Solisten" Hummel das Innere des Flügels einschließlich des Chassis mit Taschenlampe und einem Hammer so erfolgreich in Augenschein, dass der Schlussakkord doch vortrefflich gelang.

Mit einem fulminanten Applaus bedankte sich das Publikum bei der Kleinkunst-Truppe für den heiteren und abwechslungsreichen Abend in der Stadthalle. Einige Gäste bedauerten, dass die Vorstellung nach "nur" anderthalb Stunde zu Ende ging. Ein schönes und überaus verdientes Kompliment.