Auf dem Siegertreppchen (von links): Eric Schneider (3.) Lydia Asal (2.), Steffi Schneider (1.) und Robin Kruppa (3.). Foto: Reinhardt

Das Moststüble in der altehrwürdigen Zehntscheuer bebte. Zum ersten Mal wurde mit Steffi Schneider eine Frau Mostkönigin.

Das heimelige Moststüble in der altehrwürdigen Zehntscheuer bebte unter dem genüsslichen Schmatzen und fachkundigen Naserümpfen der Most-Affineure.

 

Der Freundeskreis Natur. kultur hatte zur zwölften Auflage seiner legendären Mostprobe geladen, und das Publikum – neun ambitionierte Mostproduzenten und zwei gestrenge Juroren – war in bester Laune erschienen, um den neuen Mostkönig (oder eben die neue Mostkönigin!) zu küren.

Einziger Wermutstropfen im ansonsten heiteren Geschehen: Ein Kandidat musste seine flüssige Hoffnung vorzeitig zurückziehen. Sein Most hatte sich wohl zu sehr ins Zeug gelegt und war kurzerhand zum Essig mutiert.

Doch die verbliebenen acht Proben präsentierten sich in all ihren goldenen, trüben und bernsteinfarbenen Facetten und wurden von der kritischen Jury nach Herzenslust beäugt, beschnuppert und natürlich – das Wichtigste – abgeschmeckt.

Drei Extrapunkte

Für zusätzliche Spannung sorgte die charmante Sonderregel, dass die Erkennung des eigenen Tropfens mit drei Extrapunkten belohnt wurde. Immerhin vier findige Mostmacher bewiesen hier untrügliches Gespür für ihr eigenes Gebräu und heimsten die Zusatzpunkte ein.

Die durchaus ernste Angelegenheit der Mostbewertung wurde auf köstliche Weise durch Martin Zehnder aufgelockert, der mit seinen launigen Mostgedichten wahre Lachsalven im Stüble entfachte. So vergingen die anderthalb Stunden der konzentrierten Verkostung wie im Flug.

Thomas Zihsler von der Gruppe Natur.kultur überreicht den Siegerkrug an Steffi Schneider. Foto: Reinhardt

Und dann stand das Urteil fest – und es brachte eine kleine Revolution in die Lauffener Mostgeschichte. Zum ersten Mal in der Geschichte der Mostprobe thront eine Frau an der Spitze: Steffi Schneider sicherte sich mit ihrem herausragenden Most den begehrten Titel der Mostkönigin. Die Freude war riesig.

Vier auf dem Treppchen

Doch auch die anderen Podestplätze wurden hart umkämpft: Lydia Asal erreichte den zweiten Rang, während sich Eric Schneider und Robin Kruppa den dritten Platz teilten. Die strahlende Siegerin, Steffi Schneider, durfte den prachtvollen Mostkrug als Wanderpokal entgegennehmen und sich über ein edles Fläschchen regional gebrannten Apfelschnaps freuen; destilliert aus der sonnenreichen Ernte des Jahres 2018 von den von der Gruppe Natur.kultur gepachteten Streuobstwiesen.

Kultur in Lauffen

Nach der feierlichen Krönung wurde die gelungene Mostprobe ausgiebig gefeiert. Die neuen Most-Majestäten und ihre Mitstreiter ließen es sich bei einem zünftigen Vesper schmecken und stießen auf die Vielfalt und den Genuss des heimischen Mosts an.

Der Freundeskreis Natur. kultur hat einmal mehr bewiesen: Most ist nicht nur ein Getränk, sondern ein Stück lebendige Kultur in Lauffen.