Die skurrilen Puppengeschichten von Bauchrednerin Murzarella sorgen in Dornhan für Begeisterung und lange Beifallsstürme.
Pfiffe der Begeisterung und Beifallsstürme – so feierte das Publikum im ausverkauften Bürgersaal Murzarella mit ihren vier kuriosen Puppenfreunden Frau Adelheid, Dudu, Kalle und Leonie, engagiert von KKF.
Die gebürtige Gelsenkirchenerin, die einzigartige Bauchrednerin und -sängerin, verleiht ihren Figuren nicht nur Sprache, sondern auch Gesang – vom zarten Säuseln über luftiges Trällern und Schmettern bis hin zum kraftvollen Röhren und leichten Krächzen – und das, ohne die Lippen zu bewegen. Selbst hat sie den allergrößten Spaß, den plüschigen Kollegen ihre Stimme zu leihen.
Pop, Rock und Puppen
Sprachlos verfolgten die Zuschauer, wie vielfältig sie sich wandeln konnte. Dabei interpretierte sie bekannte Melodien aus unterschiedlichsten Genres – klassisch, populär, rockig oder swinghaft – und versah sie mit neuen, witzigen, perfekt auf ihre Puppenfiguren zugeschnittenen Texten. Die Puppen ließ sie so lebendig wirken, dass man sie fast für real hielt.
Mit dem neuen Programm „Ab in die zweite Runde“ erzählen die Puppenkünstler von ihren eigenen Erfahrungen als talentierte Kunstschaffende – liebevoll poliert. Klar doch, wer gibt schon Niederlagen zu?
Romantik im Zuschauerbereich
So bewarb sich Frau Adelheid kurzerhand am Liceu in Barcelona für die Rolle der Carmen – wobei die Mailänder Scala ihrer herrlichen Stimme wohl eher angemessen gewesen wäre. Auch beim Thema Dating bewies sie nicht immer das glücklichste Händchen.
Zwischendurch flirtete sie mit einem Besucher aus der ersten Reihe: „Komm nach der Vorstellung zu mir in die Garderobe“, hauchte sie und stimmte – den Pariser Spatz imitierend – ein leidenschaftliches „Non, je ne regrette rien“ an. Das Publikum tobte.
Ruhrpott-Ratte Kalle
Dudu, der Kakadu, wusste natürlich immer alles besser – vor allem bei Vogelreimen. Trotzdem wollte er eigentlich nur für immer bei Murzarella bleiben, gestand er mit überschwänglicher Mimik und Gestik.
Die Ruhrpott-Kanalratte Kalle verwechselte beim Vorsingen „Highway to Hell“ mit „Stairway to Heaven“ – und landete prompt als Judas, statt als Jesus, der ja immerhin Wasser in Wein verwandeln konnte. Ach, Bier wäre ihm sowieso lieber gewesen.
„Bis die Tage!“
Die kleine, süße Löwin Leonie bekam die gewünschte Stelle als Praktikantin bei Murzarella. Ganz nebenbei erzählte sie von ihrer ungewöhnlichen Freundschaft mit einer Antilope – und gestand freimütig, dass sie Vegetarierin sei.
Zum Abschied erklang „Time to say Good-by“, während Kalle noch rief: „Bis die Tage!“