Das Jugendorchester Baden-Württemberg brillierte in Burladingen mit zwei Werken von Mozart und Bruckner. Solches Tonvolumen hat man bis dato in der Halle noch selten gehört.
Ein Jugendorchester muss sicherlich noch viel üben, um zur Perfektion zu gelangen – könnte man als Laie glauben. Das mag in manchen Fällen so sein. Was das Landesjugendorchester Baden-Württemberg vor Kurzem in der Stadthalle Burladingen darbot, unterschied sich in Perfektion und Präzision jedoch in keiner Weise von einem Profi-Orchester wie etwa dem der Staatsoper Stuttgart.
Rund 140 Besucherinnen und Besucher wohnten dem Konzert bei. Wenn das Orchester auch gewöhnt ist, in größeren Hallen vor ausverkauften Sitzen zu spielen, war die Zahl auf der eher wenig Klassik-affinen Alb doch ansehnlich. Freilich lässt sie sich bei künftigen Veranstaltungen dieser Art noch steigern.
Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C-Dur
Daran will Christoph Kolb, Leiter der Jugendmusikschule, der das Orchester engagiert hatte, noch arbeiten. Die Unterstützung der Stadtverwaltung hat er. Und sicher auch diejenige der Zuhörerinnen und Zuhörern, die an dem Abend den Weg in die Halle gefunden hatten.
„Grandios“, kritzelte jemand Unbekanntes in großen Lettern und Ausrufezeichen auf den Block des Redakteurs unserer Redaktion, als der gerade nicht hinschaute. Dieselbe Ansicht vertraten, wenn auch in anderer Ausdrucksweise, alle Besucherinnen und Besucher, mit denen wir sprachen.
Im ersten Teil führten die Jugendlichen Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C-Dur auf. Wundervoll, insbesondere die Solistinnen Amerie Schlösser (Harfe) und Elena La Deur (Flöte) in ihrem Spiel: Makellos, ausdrucksstark in der Zwiesprache und in den ruhigeren Passagen die Töne wie zärtlich hingeflüstert.
Publikum war beeindruckt
Nach der Pause der Kontrast: Anton Bruckners 4. Sinfonie, die „Romantische“. In den Werken des Richard-Wagner-Verehrers meint man stellenweise über Blumenwiesen zu schweben, während einige Takte später der Himmel und die ganze Welt einzustürzen scheint.
Diesen, man darf ruhig sagen, brachialen, Vollklang, reizte Dirigent Christoph Altstaedt bis an die Grenzen aus. Die Halle schien zu beben. So ein tonales Volumen, dabei immer korrekt ausdifferenziert, hat die Stadthalle wohl selten oder nie erlebt. Und dabei traten hier durchaus schon renommierte (Blas-)Orchester auf.
Das Publikum war beeindruckt, war begeistert. Ein wirklich großes, musikalisches Ereignis am Beginn der Veranstaltungsreihe aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Jugendmusikschule Burladingen.