Das Akkordeonorchester hatte die Big Band „Connexion 74“ zu Gast. Foto: Kappe

Einen wahrlich furiosen und abwechslungsreichen Abend unter dem Motto „Akkordeon meets Bigband“ erlebten die zahlreichen Besucher beim Jahreskonzert des Akkordeonorchesters Balingen in der Stadthalle.

Zu Gast war die Big Band Connection 74 – damit waren sowohl musikalischer Kontrast, als auch musikalische Ergänzung im gemeinsamen Finale garantiert. Das Publikum war restlos begeistert, es gab Jubelrufe und stehende Ovationen.

Zum ersten Mal begrüßte die neue Vorsitzende des Akkordeon-Orchesters, Alexandra Bitzer, die Gäste des Jahreskonzerts. „Es ist ein tolles Bild, Sie alle von der Bühne aus sehen zu dürfen“, freute sie sich und versprach einen abwechslungsreichen Abend.

Das Jugendorchester bestritt den Auftakt des Konzertabends. Mit den Stücken „Gutshof-Variationen“, „Westerland“ von den Ärzten und „Hollywood-Hills“ von der Pop-Gruppe „Sunrise Avenue“ bewiesen die jungen Musiker ihr Können unter der Leitung von Dirigentin Angelika Zanger.

Angelika Zanger übergibt an Anja Martens

Doch dann hieß es Abschied nehmen: Nach 28 Jahren übergab Zanger die musikalische Leitung der jungen Musiker an ihre Nachfolgerin Anja Martens. Stets habe es für die Arbeit mit den jugendlichen Musikern lobende Worte gegeben, fasste es Alexandra Bitzer in ihrer Laudatio zusammen. Zahlreiche Auftritte, Wertungsspiele und Konzerte habe Angelika Zanger gemeinsam mit ihren Schützlingen in den vergangenen Jahren bestritten. „Wir können mit Stolz sagen, dass wir eines der besten Jugendorchester der Region haben“, freute sich Bitzer und bekräftigte: „Angelika, das sind die Früchte deiner Arbeit.“

Nach der offiziellen Taktstockübergabe dirigierte Anja Martens als Zugabe das erste Mal offiziell das Jugend-Akkordeon-Orchester zum Titel „Biene Maja“. Weiterhin unter der Leitung von Angelika Zanger betrat nach kurzer Umbau-Pause das erste Orchester die Stadthallen-Bühne. Mit der Rhapsodie „Israel Shalom“ von Kees Vlak und „Farandole“ von Georges Bizet zeigten die Musiker, auf welch hohem musikalischen Niveau sie sich bewegen. Der Titel „Il Postino“, ausgezeichnet mit dem Oscar im Jahr 1995, unterstrich dies umso mehr.

Songs aus der Ära des Swing

Also Solisten wirkten Jörg Kramer auf dem Akkordeon und Brigitte Burgbacher am E-Piano mit. Das Publikum jubelte hier bereits über die grandiose Darbietung. „Pomp und Circumstance“ aus der Feder von Sir Edward Elgar bildete unter der Leitung von Maik Merle den pompösen Abschluss des ersten Konzertteils.

Nach der Pause betraten die Musiker der Haigerlocher Big Band „Connection 74“, geleitet von Thomas Nell, die Bühne. Seit 25 Jahren hat sich die Big Band der Swing-Ära mit Musik aus den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verschrieben. Ebenso begeistern sie ihre Zuhörer für Rock, Soul, Latin und Jazz.

Joachim Gaus präsentierte als Sänger in bester Frank-Sinatra-Manier Titel wie „The Lady is a tramp“ und „New York, New York“ sowie „My Way“, seine Tochter Nadine Gaus brillierte mit „Mack the knife“ und Björks „It’s all so quiet“. Paul Ankas Big-Band-Version von Van Halens „Jump“ ließ das Publikum aktiv werden und Nell gestand fröhlich „Es ist für uns eine komplett neue Erfahrung, zusammen mit dem Akkordeon-Orchester zu spielen“.

Sound of Silence sorgt für Gänsehaut

Die Kooperation war durch Maik Merle zustande gekommen, der Schlagzeuger in der Big Band ist. Mit „Swiss Ska“ und „Samba Cocktail Nr. 2“ führte das Akkordeon-Orchester in seinem zweiten Konzertteil die lockere, leichte und fröhliche Atmosphäre der Big Band weiter. Für einen Gänsehaut-Moment sorgte dann die Interpretation des Simon and Garfunkel-Songs „Sound of Silence“, bevor die Akkordeon-Musiker mit „Johnny B. Goode“ von Chuck Berry die Bühne rockten.

Das furiose Finale bestritten die Big Band und das Akkordeonorchester gemeinsam. Mit dem „Böhmischen Traum“ brachten sie den Saal zum Kochen, lauthals durfte mitgesungen werden. Der Titel „Imagine“ von John Lennon als Hymne des Friedens bildete als Zugabe den berührenden Abschluss eines kurzweiligen und grandiosen Konzertabends, der Alt und Jung zugleich begeisterte und für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten hatte.