Mathias John (von links), Michael Wiebelt, Lisa Frank, Inga Läuter und Valerie Metzger vom Verein Kultur im Dorf freuen sich über das gelungene Eröffnungswochenende ihrer Kulturremise auf dem Ulmenhof. Foto: Felix Biermayer

Mit mehreren Veranstaltungen weihte der Verein „Kultur im Dorf“ am Wochenende seine „Kulturremise“ in Unterlengenhardt ein. Die Initiatoren sind zufrieden – und die nächsten Events schon geplant.

Räume für Kultur gibt es immer weniger, gerade nach der Pandemie. In einer Remise auf dem Unterlengenhardter Ulmenhof gibt es aber nun eine neue Anlaufstelle für Künstler aller Art. Der Verein Kultur im Dorf gründete sich auf Initiative von Michael Wiebelt im Dezember, der mit Veranstaltungen vor allem ein jüngeres Publikum anziehen will.

 

Anfang des Jahres bekam das Projekt dann sogar Fördergelder des Landes Baden-Württemberg. 40 000 Euro gab es für den Verein aus dem Programm „FreiRäume“. Dazu erhielt er auch noch Unterstützung vom Ortschaftsrat und der Stadt. Ein Großteil des Geldes solle für die Honorare der Künstler investiert werden, so Wiebelt damals nach Erhalt der Förderung.

Viele Arbeiten sind nötig, um Remise herzurichten

Aber auch die Remise musste etwas her gerichtet werden. Im Zuge der Renovierung wurde sie mit einer Bar und einer Bühne ausgestattet. Das habe alles in Eigenleistung stattgefunden, so Wiebelt. „Zum Kernteam gehören sieben Leute, alles Ehrenamtliche“, erzählte er. Vor allem in den vergangenen Tagen habe es einige Nachtschichten gegeben. Ein Wasseranschluss fehle zwar noch. Dieser solle aber im Sommer gegraben werden.

„Früher war die Remise eine Rumpelkammer“, erinnerte sich Wiebelt. Defekte Melkanlagen und allerhand Schrott habe hier gelagert. Es sei alles viel Arbeit gewesen. Die habe sich aber gelohnt. Der Verein hat ein stimmungsvolles Ambiente geschaffen, das sich in die Umgebung des Bauernhofs einfügt. „Die Verbindung von Kultur und Bauernhof ist toll“, freute sich Wiebelt.

Während des Auftritts muhen Kühe

Am Wochenende stand nun die Eröffnung an. Die läutete am Freitagabend der Kabarettist Philipp Weber mit seinem Programm „Futter – streng verdaulich“ ein.

Vor 65 Besuchern sinnierte er bissig über das, was bei uns so auf dem Teller landet – etwa mit einem Tütensuppen-Raten. Anhand der Zutatenliste sollte das Publikum erkennen, um welches Produkt es geht. Für Inga Läuter, ebenfalls im Verein und gemeinsam mit Mathias John Betreiberin des Ulmenhofs, war das überraschend: „Ich wusste gar nicht, dass es explosionsgetrockneten Sellerie gibt.“

Märchenerzählerin unterhält Kinder

Am Samstagnachmittag war dann mit der Märchen- und Geschichtenerzählerin Petra Anna Schmidt etwas für Kinder geboten. „Es waren viele fröhliche Kinder“, berichtete Wiebelt zufrieden. Die hätten danach auch noch um die Remise herum gespielt. Und genau darum gehe es. Immer wieder betont er die Wichtigkeit einer Begegnungsstätte. „Es ist ein offener Ort für alle“, fand auch Läuter.

Mit dem Hofbetrieb gerate man nicht in Konflikt, so Wiebelt. „Wir nehmen aufeinander Rücksicht“, erklärte er. „Ich finde, es ist eine Bereicherung“, erzählte Läuter. Es gebe dadurch schöne Anknüpfungspunkte, und man komme mit vielen Leuten ins Gespräch. Die Kühe, die unter der Remise einen Unterstand haben, seien bei den Events aber nicht da. Deren Muhen habe man während Webers Auftritt am Freitag aber zur allgemeinen Erheiterung trotzdem gehört.

Am Samstagabend dann war die offizielle Eröffnung – mit Sekt, Reden und zwei DJs. Auch das weitere Programm steht bereits. „Unser Ziel ist es an einem Wochenende für alle etwas zu bieten“, so Wiebelt. Am Eröffnungswochenende sei das gelungen und nichts sei schiefgegangen, war er zufrieden.

Die nächsten Veranstaltungen

 An fünf Wochenenden bis Oktober
finden Events statt, das nächste im Juni. Am Freitag, 23. Juni, ab 20 Uhr tritt der der Kabarettist Gunzi Heil au. Am Samstag, 24. Juni, ab 15 Uhr gastiert das Kindertheater Option Orange mit dem Stück „Es lebe der König“ und am Sonntag, 25. Juni, spielt die Berliner Band Il Civetto.

Karten
für die Veranstaltungen können Interessierte im Hofladen kaufen oder per E-Mail vorbestellen. Unter kultur-im-dorf.org wird das weitere Programm vorgestellt.